Ludwig Brockmann
Deutscher Architekt
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Leben

Ludwig Brockmann wurde 1847 in der Hauptstadt des damaligen Königreichs Preußen geboren. Nach seinem Schulbesuch studierte er Architektur zunächst in seiner Heimatstadt Berlin sowie auch in Hannover an der dortigen Polytechnischen Schule, an der seinerzeit Conrad Wilhelm Hase unterrichtete.[3][Anm. 1]
Seit dem Jahr der Ausrufung des Deutschen Kaiserreichs wohnte Brockmann von 1871 bis 1882 in Hannover, war in der sogenannten „Gründerzeit“ unter anderem für die von dem Architekten und Bauunternehmer Ferdinand Wallbrecht geleitete Hannoversche Baugesellschaft tätig, die beispielsweise den Bau des von Brockmann entworfenes später so genannte „Hauses Bühring“ ausführte.[3]
Brockmann trat 1873 dem Architekten- und Ingenieur-Verein zu Hannover bei.[3]
Nach Hannover arbeitete Brockmann in Köln als dort niedergelassener Architekt und Immobilien-Taxator. Er starb im 19. oder 20. Jahrhundert in Lindenthal. Zur Biographie des Verstorbenen konnte der Architekt Ernst Friedrich Brockmann Auskünfte geben.[3]
Werke (sofern bekannt)
- 1873–1874: Hannover, Georgstraße 38 (frühere Hausnummer 16; später auch Hausnummer 24): Entwurf eines Wohn- und Geschäftshauses für die Provinzial-Disconto-Gesellschaft; Bauausführung durch die Hannoversche Baugesellschaft, ausgeführt unter Mitwirkung des Architekten Ferdinand Wallbrecht.[3] Das im Stil der Neorenaissance errichtete Gebäude wurde zeitweise als Haus Frensdorff/Bühring bezeichnet[4] und ab 1879 auch als „Haus Bühring“, später zudem als „Opernkonditorei“.[3] Im Zweiten Weltkrieg wurde es bei den Luftangriffen auf Hannover beschädigt; über dem erhaltenen Erdgeschoss entstanden anschließend moderne Obergeschosse.[3]
- 1875:
- Hannover, Bödekerstraße 11 / Ecke Volgersweg 35 (ehemals Bödekerstraße 93 und 94 / Ecke Volgersweg 36): Errichtung einer dreiteiligen Gruppe von Wohnhäusern im Rundbogenstil. Teile der ursprünglichen Bausubstanz (u. a. Portalsäulen) sind erhalten; in den 1970er Jahren erfolgte eine moderne Verschalung.[3]
- Hannover, Georgsplatz 8 (ehemals Große Aegidienstraße 34 / Ecke Georgsplatz): Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses, zur Platzseite mit „Wiener Café“. 1907 wurde das Café durch den Architekten Max Küster zum Restaurant „Brauergildehaus“ umgebaut; das Gebäude ist nicht erhalten.[3]
- 1884 (Einweihung): Köln, St.-Apern-Straße 29–31: Gotteshaus und Lehrerseminar der Synagogengemeinde Adaß Jeschurun; Entwurf der Bauten.[5]
Literatur
- Theodor Unger (Bearb.): Die kunstgewerbliche Ausstellung des Hannoverschen Architekten- und Ingenieur-Vereins auf der Allgemeinen Gewerbe-Ausstellung der Provinz Hannover für 1878. Spezial-Catalog, bearbeitet im Auftrag der Vereins-Commission, Katalog zu den Beiträgen der Architekten zur Provinzial-Gewerbeausstellung 1878, Allgemeine Gewerbe-Ausstellung der Provinz Hannover: [Hanau], 1878
- Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink: Baukunst in Norddeutschland. Architektur und Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule 1850–1900. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 1998, ISBN 3-87706-538-4, S. 520
Weblinks
Anmerkungen
- Bei Recherchen im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts durch Reinhard Glaß (s.d.) fand sich der Name Brockmanns in den hannoverschen Studentenlisten jedoch nicht.