Ludwig Furster

Jurist, Hofbeamter und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Ludwig Furster (* etwa 1487 in Kassel; † vor 9. März 1529 ebenda[1]) war ein Jurist, Hofbeamter und Politiker.

Familie

Ludwigs Vater Heinrich (ca. 1452–1515) war Schultheiß und Burgmann in Kassel, seine Mutter Margarethe (* ca. 1460; † 1524) war eine uneheliche Tochter des Landgrafen Ludwig II. von Hessen (1438–1471) und dessen langjähriger Mätresse Margarethe von Holzheim (* um 1443; † nach 1515). Die Heirat der beiden erfolgte am 5. Februar 1486. Ludwigs Bruder Johann († 15. November 1547) folgte Ludwig im Jahre 1521 als Kanzler im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.

Ludwigs Ehefrau ist bisher nicht namentlich bekannt. Seiner Ehe entstammten zwei Söhne und drei Töchter. Der Sohn Valentin/Valtin († 1555) wurde 1529 Burgmann in Kassel, später Rentmeister in Nidda. Die Tochter Margarethe heiratete den landgräflich-hessischen Rat Johann Nordeck († 1580), die Tochter Magdalene heiratete 1544 Joseph Lorich († 1574), Professor der Geschichte an der Philipps-Universität in Marburg und in der Folge kaiserlicher Notar und hessischer Rat in Kassel.

Laufbahn

Furster studierte Rechtswissenschaft in Köln (1504–1506) und Bologna (1506–1510) und erwarb in Bologna den Grad Doktor beider Rechte („Doctor iuris utriusque“). Im Jahre 1515 wurde er Kanzler des Herzogs Heinrich I. von Braunschweig-Lüneburg in Celle. Das Amt war bis dahin ausschließlich von Angehörigen des Klerus ausgeübt worden, und seine Bestallung als graduierter Laie bedeutete einen grundlegenden Wandel für die Zentralverwaltung des Fürstentums. Nachdem Herzog Heinrichs protestantisch gewordener Sohn Ernst I. im Jahre 1521 die Nachfolge seines Vaters angetreten hatte, verließ Furster das Herzogtum, diente 1522 zunächst einige Zeit als Rat am Hof in Trier, dann 1523 dem hessischen Landgrafen Philipp I. als „Rat von Haus aus“ und war schließlich von 1524 bis 1528 Kanzler in Kurtrier. Gleichzeitig war er von Mai 1524 bis zu seinem Tod Burgmann in Kassel.

Literatur

  • Albrecht Eckhhardt: Die Brüder Furster und die Entstehung des juristischen Kanzlertums im Fürstentum Lüneburg (1515–1521), in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Neue Folge der Zeitschrift des Historischen Vereins für Niedersachsen, Band 35 (1963), S. 98–108
  • Wilhelm Alfred Eckhardt: Beiträge zur Genealogie Furster – I. Die Furster in Hessen, in: Genealogie, Deutsche Zeitschrift für Familienkunde, 16. Jahrgang, Band 8, 1967, Heft 3, S. 625–643
  • Albrecht Eckhardt: Beiträge zur Genealogie Furster – II. Die Furster und ihre Nachkommen in Niedersachsen, in: Genealogie, Deutsche Zeitschrift für Familienkunde, 16. Jahrgang, Band 8, 1967, Heft 7, S. 785–811

Fußnoten

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