Wikiwand AI

Luigi Pantisano

deutscher Politiker (Die Linke), MdB From Wikipedia, the free encyclopedia

Luigi Pantisano (* 28. Juli 1979 in Waiblingen) ist ein deutscher Politiker in der Partei Die Linke. Er ist seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestags und stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag. Seit Juni 2026 ist er gemeinsam mit Ines Schwerdtner Vorsitzender seiner Partei.

Luigi Pantisano im April 2026

Persönlicher Werdegang

Jugend und Ausbildung

Luigi Pantisano wurde als Sohn italienischer Eltern der Gastarbeiter-Generation[1] geboren und wuchs mit seinem Bruder Alfonso Pantisano[2] als Kleinkind zeitweise in Kalabrien auf.[3] Er besitzt bis heute neben der deutschen die italienische Staatsbürgerschaft.[4] Nach dem Besuch der Staufer Haupt- und Werkrealschule in Waiblingen, einer Ausbildung zum Bauzeichner von 1995 bis 1998[5] und dem Erwerb der Fachhochschulreife von 1998 bis 1999 studierte Pantisano von 2000 bis 2005 Architektur an der Hochschule für Technik Stuttgart (HfT) und der Technischen Universität Tokio. Sein anschließendes Studium der Stadtplanung an der Universität Stuttgart schloss er 2008 als Diplom-Ingenieur ab.[6] Während seines Studiums war er Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Baden-Württemberg Stiftung und des German Marshall Fund.[7]

Berufliche Tätigkeit

Von 2009 bis 2014 arbeitete er als Quartiersmanager in Konstanz, von 2011 bis 2015 war er akademischer Mitarbeiter für Forschung und Lehre am städtebaulichen Institut der Universität Stuttgart. 2015 nahm er verschiedene Lehraufträge an den Universitäten Stuttgart und Konstanz sowie an der HfT Stuttgart und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz (HTWG) wahr.[6]

Von 2015 bis 2016 war Pantisano politischer Geschäftsführer der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-PluS im Stuttgarter Gemeinderat und 2017 bis 2025 wissenschaftlicher Mitarbeiter von Bernd Riexinger.[6][8]

Politischer Werdegang

Kommunalpolitik

Luigi Pantisanos kommunalpolitisches Engagement begann nach eigenen Angaben um 1999.[9] Zunächst war Pantisano Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen.[10] 2016 wurde er für die Wählergruppe Stuttgart Ökologisch Sozial (SÖS) Mitglied des Stuttgarter Gemeinderats,[11] dem er daraufhin bis 2025 angehörte.[12] 2017 trat er der Linkspartei bei. 2020 wurde er vom Amtsgericht Stuttgart wegen Hausfriedensbruchs zu einer Geldstrafe in Höhe von 10 Tagessätzen zu je 60 Euro verurteilt, weil er sich zwei Jahre zuvor kurzzeitig mit zwei anderen Stuttgarter Gemeinderäten in einem besetzen Haus aufgehalten hatte, um auf die Wohnungsnot in Stuttgart aufmerksam zu machen.[13] Ebenfalls 2020 kandidierte er für das Amt des Oberbürgermeisters in Konstanz, wobei er auch von den Grünen und lokalen Listen unterstützt wurde.[14] Nachdem er im ersten Wahlgang noch vorne gelegen hatte, unterlag er im zweiten Wahlgang dem Amtsinhaber Ulrich Burchardt (CDU).[15]

Deutscher Bundestag

Bei der Bundestagswahl 2025 kandidierte Luigi Pantisano im Wahlkreis Stuttgart I und zog über Platz 2 der Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. Im 21. Deutschen Bundestag ist er Mitglied folgender Gremien und Ausschüsse:[5]

Am 24. Juni 2025 wurde er zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und Leiter des Arbeitskreises für Wohnen, Mobilität und Klimaschutz gewählt.

Partei Die Linke

2021 war Pantisano stellvertretender Landessprecher der Linken in Baden-Württemberg. Von 2022 bis 2024 war Pantisano Mitglied des Parteivorstands auf Bundesebene. Er war Mitglied der parteiinternen Bewegungslinken.[6]

Als Wunschkandidat des scheidenden Jan van Aken gab Pantisano am 16. April 2026 seine Kandidatur als Ko-Bundesvorsitzender der Linkspartei neben Ines Schwerdtner bekannt.[16] Ohne Gegenkandidaturen wurde er am 20. Juni 2026 mit 53,3 Prozent der Stimmen gewählt.[17] Er ist der erste Vorsitzende mit Migrationshintergrund seiner Partei.[1]

Kontroversen

Kurz vor seiner Wahl zum Parteivorsitzenden im Juni 2026 verglich Pantisano in einem Interview mit der Tageszeitung Bild die Christlich Demokratische Union Deutschlands mit der Alternative für Deutschland und Faschisten. Für diese Aussage wurde er sowohl von der CDU als auch aus der eigenen Partei stark kritisiert. So forderte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident, Daniel Günther (CDU), Pantisanos Rücktritt.[18] Die Fraktionsvorsitzende von Die Linke Sachsen-Anhalt, Eva von Angern, bezeichnete die Aussagen als inakzeptabel. In der Folge entschuldigte Pantisano sich bei der CDU für seine Aussage, erneuerte aber seine „grundlegende Kritik am Rechtskurs der Union“.[19]

Mitgliedschaften

Commons: Luigi Pantisano – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks