Luis Bobga
deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen)
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Luis Bobga (* 29. Juli 2002 in Münster) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Seit Oktober 2025 ist er gemeinsam mit Henriette Held Bundessprecher der Grünen Jugend. Bereits seit 2024 ist er Mitglied des Bundesvorstands der Organisation,[1] nachdem er ihr 2019 beigetreten war.

Leben
Luis Bobga wuchs in Emsdetten im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt auf. Sein Vater stammt aus Kamerun.[2] Nach dem Abitur am Gymnasium Martinum[3] studierte Bobga in einem Zwei-Fächer-Bachelor Erziehungswissenschaften und Soziologie an der Universität Osnabrück. Seit seinem Bachelorabschluss im Jahr 2023 studiert er Internationale Migration und interkulturelle Beziehungen, ebenfalls an der Universität Osnabrück.
Neben seinem politischen Engagement nutzt Bobga Poetry Slams und literarische Formate, um gesellschaftliche Themen mit politischem Diskurs zu verbinden.[4]
Im Jahr 2024 wurde Bobga mit dem Engagementpreis der Allianz Foundation, dem Movers of Tomorrow Award, ausgezeichnet – unter anderem für sein Ehrenamt als einer der jüngsten Kommunalpolitiker in Nordrhein-Westfalen.[5]
Politisches Engagement
Bobga trat 2019 der Grünen Jugend und Bündnis 90/Die Grünen bei. Innerhalb des Jugendverbands war er zunächst auf Landesebene aktiv und wurde 2024 in den Bundesvorstand der Grünen Jugend gewählt.[1]
Mit 17 Jahren wurde er für Bündnis 90/Die Grünen Emsdetten in den Stadtrat gewählt. Dort setzte er sich für die Errichtung eines Jugendparlaments, die Aufnahme Geflüchteter und eine gerechte Kita-Finanzierung ein.[4] Im November 2024 gab er bekannt, sein Stadtratsmandat niederzulegen.[6]
Am 11. Oktober 2025 wurde er auf dem Bundeskongress der Grünen Jugend in Leipzig mit 76,2 % der Stimmen ohne Gegenkandidat zum Bundessprecher gewählt. Er folgt damit auf Jakob Blasel und bildet gemeinsam mit Henriette Held die neue Doppelspitze.
Im März 2026 verteidigte Bobga nach dem Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg die öffentliche Kritik der Grünen Jugend an Cem Özdemir.[7] Er erklärte, die Bundesorganisation habe Özdemir im Wahlkampf bewusst nicht öffentlich widersprochen und zugleich die Grüne Jugend Baden-Württemberg unterstützt; nach der Wahl legte sie ihm einen Forderungskatalog für die anstehenden Koalitionsverhandlungen vor.[7]
Positionen
Bobgas politische Schwerpunkte liegen in den Bereichen:
- Armutsbekämpfung und Chancengleichheit
- Antirassismus und Beseitigung struktureller Diskriminierung
- migrantische Repräsentation in politischen Institutionen
In einem Interview mit watson.de kritisierte er rassistische Polizeikontrollen und forderte strukturelle Veränderungen. Zudem warb er für eine Politik, die stärker die Perspektiven junger und marginalisierter Menschen berücksichtigt.[8]
Luis Bobga bezeichnete die Stadtbild-Aussage des Bundeskanzlers Friedrich Merz als rassistisch und kritisierte, dass seine Partei dem zu wenig entgegengesetzt habe.[9]
Nach dem Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg im März 2026 forderte Bobga, soziale Gerechtigkeit stärker ins Zentrum grüner Regierungsarbeit zu rücken.[7] Als konkrete Maßnahmen nannte er eine Vermögensteuer und einen bundesweiten Mietendeckel, um auf steigende Lebenshaltungskosten zu reagieren.[7] Zudem sprach er sich dafür aus, Baden-Württemberg solle im Bundesrat die Prüfung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD vorantreiben.[7] Den Aufstieg der AfD führte er auch auf materielle Unsicherheiten und einen Vertrauensverlust vieler Wähler in die Handlungsfähigkeit des Staates zurück.[7]
In der Migrationspolitik kritisierte Bobga, die Grünen hätten auf Bundesebene rechten Narrativen teilweise zu stark nachgegeben.[7] Zugleich betonte er, politische Repräsentation allein genüge nicht, solange migrantische Arbeit weiterhin vor allem in schlecht bezahlten Bereichen geleistet werde.[7]
In einem auf Instagram Mitte Januar 2026 veröffentlichten Video lipsynchte Luis Bobga die von dem Rapper Haftbefehl stammende Textpassage „Dass Du ein Hurensohn bist, hatten wir schon mal“ (Conan x Xenia). Zeitgleich wird ein Bild von Markus Söder eingeblendet. Der Beitrag war unterschrieben „mit lieben grüssen nach bayern“. Dies wurde als verbale Entgleisung und Beleidigung aufgefasst.[10][11] Vertreter der CSU forderten seinen Rücktritt vom Amt als Vorsitzender der Grünen Jugend.[12] Auch die Mutterpartei kritisierte den Vorsitzenden der Grünen Jugend scharf.[13] Bobga entschuldigte sich im Nachgang für das Video und betonte, er habe Söder nie direkt „mit dieser Beleidigung“ ansprechen wollen.[14] Die Generalstaatsanwaltschaft München nahm Ermittlungen wegen Beleidigung auf, das Verfahren wurde jedoch eingestellt.[15][16]
Auszeichnungen
- 2024: Movers of Tomorrow Award der Allianz Foundation für gesellschaftliches Engagement.[5]
- 2024: Progressive Voices Award (Brand New Bundestag) für sein Engagement gegen Rassismus und für jugendpolitische Partizipation.[4]