Luis Grabu
katalonischer Violinist und Komponist in England
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Luis Grabu (Schreibweise des Vornamens auch Louis, diejenige des Nachnamens auch Grabeu, Grabue, Grabut, Grebus; fl. 1665 bis 1694) war ein aus Katalonien stammender Violinist und Komponist, der in England wirkte und 1666 den Titel Master of the King’s Music erhielt.
Leben und Werk
Am 2. April 1665 heiratete „Lodovicus Grabeu aus Shalon in Catalunnia“ Catherine de Loes aus Paris in der katholischen Kapelle des St James’s Palace in London. Er stammte wohl aus Salou südlich von Tarragona und lernte seine Braut wahrscheinlich in Paris kennen. Möglicherweise war er Schüler von Robert Cambert, der 1673 nach England kam. Im Juni 1666 wurde Grabu als Nachfolger von Nicholas Lanier zum Master of the King’s Music vereidigt. 1667 löste er John Banister als Leiter eines 24-köpfigen Violinenensembles ab. Seine Tätigkeit als Master of Music endete 1673, wohl infolge des Test Act, der Katholiken vom Hof verbannte.
Grabu wandte sich dem Theater zu und war an Camberts Versuch beteiligt, eine französische Operngesellschaft in London zu gründen. Der Text von Ariane, ou Le mariage de Bacchus, der 1674 in Drury Lane aufgeführt wurde, wurde von Grabu in Musik gesetzt (offenbar eine erweiterte Fassung eines Werks von Cambert). Das Unternehmen blieb erfolglos, 1677 bewilligte ihm der König eine Gehaltsnachzahlung. 1678 schrieb er die Musik für drei Londoner Theaterstücke und erhielt im März 1679, während der Papisten-Verschwörung, einen Pass, um mit seiner Frau und seinen drei kleinen Kindern nach Frankreich zu reisen. Im April 1683 bewarb sich Grabu erfolglos um eine Stelle in der französischen Königskapelle. Im Herbst 1683 engagierte ihn Thomas Betterton als Opernkomponist. Grabus Vertonung von John Drydens Albion and Albanius wurde im Winter 1684 einstudiert, durch den Tod Karls II. im Februar 1685 unterbrochen, aber im Juni 1685 schließlich uraufgeführt. Nach sechs Aufführungen führte die Monmouth Rebellion zum Abbruch. Grabu komponierte aber weiterhin für das Theater und schrieb Schauspielmusiken. Im November 1694 gab er in Covent Garden ein Konzert mit eigenen Kompositionen, wohl um Geld für seine Abreise aus England zu sammeln, denn im Dezember erhielt er einen Pass, um mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Holland oder Flandern zu reisen. Danach verliert sich seine Spur.
Von Grabu sind insbesondere Bühnenwerke und Suiten überliefert, die ihn als Vertreter der französischen Musik seiner Zeit in England, etwa der eines Lully, kennzeichnen. Eine 1688 anonym publizierte Collection of Several Simphonies and Airs for Violins, Flutes and Hoe-boys wird ihm ebenfalls zugeschrieben.
Literatur
- Peter Holman: Grabu [Grabeu, Grabue, Grabut, Grebus], Luis [Louis, Lewis]. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grabu, Luis |
| ALTERNATIVNAMEN | Grabu, Louis; Grabu, Lewis; Grabeu, Luis; Grabue, Luis; Grabut, Luis; Grebus, Luis |
| KURZBESCHREIBUNG | katalonischer Violinist und Komponist in England |
| GEBURTSDATUM | vor 1665 |
| STERBEDATUM | nach 1694 |