Luitpold Werz
deutscher Diplomat
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Luitpold Werz (* 9. September 1907 in Bern; † 12. September 1973 in München) war ein deutscher Diplomat in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik.
Leben
Sein Vater war der Diplomat Luitpold Werz (* 1877) und seine Mutter Gertrud Werz, geborene Hahn. Nach dem Besuch des Progymnasiums in Bern und anschließend St. Gallen begann Luitpold Werz jun. 1927 ein Studium der Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft, Sprachen und Literatur an den Universitäten in Genf, Berlin und München. Nach vier Jahren legte er 1931 die 1. juristische Staatsprüfung ab, promovierte über den Tonfilm und das Urheberrecht im internationalen Rahmen und trat 1933 in den Auswärtigen Dienst ein. Am 1. Oktober 1934 wurde Werz Mitglied der NSDAP und führte die (Mitgliedsnummer 2.873.248).[1]
Von 1935 bis 1944 war Werz an den Botschaften des Deutschen Reichs in Spanien, 1936 in Australien,[2] in Pretoria als Stellvertreter des Konsuls und Portugiesisch-Ostafrika akkreditiert. Während des Zweiten Weltkrieges sabotierte er in Südafrika die Regierung von Jan Christiaan Smuts. Ende 1944 kehrte er nach Berlin zurück und übernahm im Auswärtigen Amt die Leitung des Referates Inland II B in der Abteilung Deutschland. Sein Vorgänger war Legationsrat Rudolf Bobrik (1909–1987).
1948 wurde Werz stellvertretender Büroleiter des Ministerpräsidenten in Wiesbaden. Später vertrat er die Konferenz der Ministerpräsidenten beim Parlamentarischen Rat in Bonn. Nach der Gründung der Bundesrepublik wurde Werz im Herbst 1949 vom Bundespräsidialamt übernommen, wo ihn Theodor Heuss für auswärtige Angelegenheiten und für kulturelle Fragen einsetzte. Von 1953 bis 1960 war Werz Botschaftsrat in Buenos Aires. Am 16. Mai 1958 war Werz Verhandlungsbeauftragter in Madrid und empfing den neuen Botschafter Wolfgang von Welck an der Estación de Norte.[3] Nach seinem Einsatz als Botschafter bei Präsident Sukarno wurde er Leiter der Ost-West-Abteilung im Auswärtigen Amt.[4]
Publikation
- Das Urheberrecht des Tonfilms im deutschen und ausländischen Recht, Dissertation Universiät Erlangen, Mauser Verlag Forchheim, 1932;
Literatur
- Klaus Bachmann, Drehkreuz Lourenco Marques. Die steile Karriere des Luitpold Werz im Dritten Reich und der Bundesrepublik, in: Zeitschrift für Geschichte, Heft 2, Jahrgang 2026, S. 124ff.
- Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. Karl Blessing Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2
- Hans-Jürgen Döscher: Das Auswärtige Amt im Dritten Reich. Diplomatie im Schatten der Endlösung. Siedler, Berlin 1987, ISBN 3-88680-256-6
- E. D. R. Harrison: On Secret Service for the Duce: Umberto Campini in Portuguese East Africa 1941–1943. (PDF) In: English Historical Review. Band CXXII, Nr. 499, Dezember 2007, S. 1318–1349 (Über Werz’ NS-Spionage in Südafrika und Mosambik, Lourenço Marques; englisch)
- Johannes Hürter (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. 5. T–Z, Nachträge. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 5: Bernd Isphording, Gerhard Keiper, Martin Kröger: Schöningh, Paderborn u. a. 2014, ISBN 978-3-506-71844-0, S. 252–254.
- Alexandre Kum’a NDumbe III: L’Afrique noire et l’Allemagne dans la Seconde Guerre Mondiale. (PDF) Vortrag auf dem Colloque sur „L’Afrique et la Sec. Guerre Mond.“ Bengasi, März 1980. Hrsg. UNESCO (französisch)[5]
- Walter Riccius, Die Institution der Polizeiattachés. Deutsche Polizeiattachés von Beginn bis 1945, Dr. Köster Verlag Berlin, 2025, ISBN 978-3-96831-071-8, S. 331ff.
- Munzinger Archiv, Munzinger Online/Personen, Biografie über Luitpold Werz, Internationales Biographisches Archiv, URL: http://www.munzinger.de/document/00000011454.
Weblinks
- Literatur von und über Luitpold Werz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek