Lukas Iffländer
deutscher Informatiker
From Wikipedia, the free encyclopedia
Lukas Iffländer (* 26. April 1990 in Neustadt an der Waldnaab) ist ein deutscher Informatiker, Hochschullehrer und Verbandsfunktionär. Seit 2024 ist er Professor für Informationssicherheit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden.[1] Am 13. März 2026 wurde er zum Bundesvorsitzenden des Fahrgastverbands Pro Bahn gewählt.[2]
Leben und Ausbildung
Iffländer wuchs in Weiden in der Oberpfalz auf. Nach dem Abitur am Kepler-Gymnasium Weiden begann er 2009 ein Studium der Informatik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, welches er 2016 mit einem Masterabschluss beendete. 2021 promovierte er am Lehrstuhl für Software Engineering bei Samuel Kounev mit einer Arbeit über Attack-aware Security Function Management zum Dr. rer. nat.[3] Während seines Studiums absolvierte Iffländer Praktika und Werkstudententätigkeiten bei Siemens, unter anderem im Bereich Industrie- und Lokomotivtechnik.
Berufliche Laufbahn
Von Oktober 2020 bis Januar 2024 arbeitete Iffländer als wissenschaftlicher Referent für Cybersecurity beim Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr.[4] Zum 1. Februar 2024 wurde er zum Professor für Informationssicherheit an die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden berufen.[1] Seine Forschungstätigkeit umfasst Netzwerksicherheit, Web-Sicherheit sowie IT-Sicherheit im Eisenbahnwesen.[5]
Engagement bei Pro Bahn
Iffländer trat 2012 dem Fahrgastverband Pro Bahn bei, im selben Jahr wurde er in den Landesvorstand Bayern gewählt.[6] 2016 wurde er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden des Verbandes gewählt und 2020 sowie 2023 in diesem Amt bestätigt.[2] Von 2021 bis 2025 war er außerdem Landesvorsitzender von Pro Bahn Bayern. Am 14. März 2026 wurde Iffländer auf dem Bundesverbandstag in Hof zum Bundesvorsitzenden von Pro Bahn gewählt. Er folgt auf Detlef Neuß.[2]
Positionen zur Verkehrspolitik
Iffländer äußert sich regelmäßig zu Fragen der deutschen Bahn- und Verkehrspolitik. Zu seinen Schwerpunkten zählen insbesondere der Ausbau der Schieneninfrastruktur, der Deutschlandtakt sowie Fragen der Tarif- und Strukturpolitik im Eisenbahnsektor.[6] Er setzt sich für die Einführung eines bundesweiten integralen Taktfahrplans nach Schweizer Vorbild ein und unterstützt den sogenannten Deutschlandtakt, der den Schienenpersonenverkehr stärker koordinieren soll.[6] Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Deutschen Bahn hat Iffländer mehrfach strukturelle Reformen des Unternehmens angemahnt sowie eine stärkere staatliche Steuerung des Fernverkehrs gefordert.[7] Außerdem äußerte er sich kritisch zu Preisentwicklungen im öffentlichen Verkehr, unter anderem zur Erhöhung des Preises des Deutschlandtickets, und plädierte für langfristig stabile Tarifstrukturen im öffentlichen Personennahverkehr.[8] Weitere Themen seiner öffentlichen Stellungnahmen sind der Ausbau der Elektrifizierung des deutschen Eisenbahnnetzes sowie die Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik, etwa im Zusammenhang mit der Einführung des europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS.