Lukaschowka (Kaliningrad)

verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad From Wikipedia, the free encyclopedia

Lukaschowka (russisch Лукашовка, deutsch Schmilgen, litauisch Smilgiai) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.

Schnelle Fakten Geographische Lage ...
Untergegangener Ort
Lukaschowka
Schmilgen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Krasnosnamensk
Zeitzone UTC+2
Geographische Lage
Koordinaten 54° 49′ N, 22° 28′ O
Lukaschowka (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Lukaschowka (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Lukaschowka (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Lukaschowka (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad
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Die Ortsstelle befindet sich sechs Kilometer nordwestlich der ehemaligen Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg). Nächstliegender bewohnter Ort ist das zweieinhalb Kilometer nordwestlich gelegene Saratowskoje (Groß Schorellen/Adlerswalde). Vor 1945 war der Ort Haltepunkt an der Bahnstrecke Tilsit–Stallupönen (Ebenrode).

Geschichte

Die Gemeinde Schmilgen auf einem Messtischblatt von 1937 (vor der Angliederung des ehemaligen Gutsbezirks Kellmischkeiten)

Der Ort wurde erstmals 1580 als Neusiedlung Smilgen genannt.[1] Schmilgen wurde im 18. Jahrhundert als meliertes Dorf bezeichnet.[2] 1874 wurde die Landgemeinde Schmilgen Namensträger eines neu gebildeten Amtsbezirks im Kreis Pillkallen.[3] 1937 wurde das Gut Kellmischkeiten (s. u.) mit dem Abbau Altona nach Schmilgen eingemeindet. Der Abbau Altona wurde fortan als Abbau II bezeichnet, zur Unterscheidung zum schon vorher zu Schmilgen gehörenden Abbau (Ortsteil zu Schmilgen), der nun Abbau I hieß.

1945 kam die Gemeinde Schmilgen in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt das eigentliche Schmilgen den russischen Namen Lukaschowka und wurde gleichzeitig dem neu gebildeten Dorfsowjet Nowouralski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.[4] Später gelangte der Ort in den Dobrowolski selski Sowet. Lukaschowka wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.[5]

Der vormalige Abbau I erhielt 1950 eigenständig den russischen Namen Nisowoje.[6] Er gehörte ebenfalls nachfolgend zum Nowouralski selski Sowet und zum Dobrowolski selski Sowet. Nisowje wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.[7]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner Bemerkungen
1867[8]310
1871[8]267
1885[9]247
1905[10]238
1910[11]248
1933[12]343Offenbar einschließlich Kellmischkeiten und Abbau Altona
1939[13]321Einschließlich Stubbenheide (Kellmischkeiten) und Abbau II (Altona)
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Kellmischkeiten (Stubbenheide) / Sokol

54° 50′ 41″ N, 22° 27′ 52″ O

Zunächst gab es an diesem Ort das Erbfreigut Grünheide, das 1768 im Zuge der Ödlandkolonisation unter Friedrich dem Großen auf Forstland gegründet wurde. 1818 gründete dessen Besitzer August Ferdinand Kelmischkeit in unmittelbarer Nachbarschaft das Gut Kel(l)mischkeiten.[1] Seit 1857 war Grünheide in Kellmischkeiten mit einbezogen.[3] 1874 wurde der Gutsbezirk Kellmischkeiten in den Amtsbezirk Schmilgen eingegliedert. Um 1900 wurde auf dem Gelände des Gutsbezirks der Abbau Altona (54° 51′ 19″ N, 22° 27′ 0″ O) eingerichtet. 1928 wurde der Gutsbezirk Kellmischkeiten an die Landgemeinde Klein Schorellen angeschlossen, 1937 dann aber in die Gemeinde Schmilgen (s. o.) eingegliedert. Dort wurde der Ortsteil Kellmischkeiten 1938 in Stubbenheide umbenannt (litauisch kelmas = Stumpf, Stubbe).

1950 erhielt Kellmischkeiten bzw. Stubbenheide wieder eigenständig den russischen Namen Sokol.[6] Auch Sokol gehörte nachfolgend zum Nowouralski selski Sowet und zum Dobrowolski selski Sowet. Der Ort wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.[7] Der ehemalige Abbau Altona gehörte laut Karte zuletzt noch zu Lukaschowka.[14]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner Bemerkungen
1867[8]99
1871[8]87Davon in der Eigenkate Grünheide 4
1885[9]126Davon in Grünheide 15
1905[10]92Davon in Altona 6
1910[11]75
1925[15]88
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Amtsbezirk Schmilgen 1874–1945

Der Amtsbezirk Schmilgen wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet.[3] Er bestand zunächst aus zehn Landgemeinden (LG) und vier Gutsbezirken (GB).

Weitere Informationen Name, Änderungsname von 1938 ...
Name Änderungsname
von 1938
Russischer Name
nach 1945
Bemerkungen
Bärenfang (LG)Kurganskoje
Birkenfelde (GB)Birkenhof (1928)Kustarnikowoseit 1928 LG
Blumenthal (LG)Lugowojeseit 1922, vorher im Amtsbezirk Baltruschehlen
Doblendszen (LG)KayserswiesenPoscharskoje1936 bis 1938: Doblendschen
Groß Schorellen (LG)AdlerswaldeSaratowskojeab 1940: Adlerswalde (Ostpr.)
Karklauken (GB)1928 zur LG Weidenfeld (ex Neudorf)
Kellmischkeiten (GB)Stubbenheide1929 zur LG Klein Schorellen
Klein Schorellen (LG)1937 aufgelöst, aufgeteilt auf die LG Groß Schorellen (das eigentliche Klein Schorellen) und die LG Schmilgen (Kellmischkeiten)
Klein Tullen (LG)Mittenwalde (1928)Schkolnoje
Neudorf (LG)Weidenfeld (1928)Woronzowo
Plampen (LG)Dreibuchen
Ragupönen (GB)Meschduretschje1928 zur LG Mittenwalde (ex Klein Tullen)
Salten (LG)Losowoje
Schmilgen (LG)Lukaschowka
Stablauken (LG)Filatowo1928 zur LG Birkenhof (ex GB Birkenfelde)
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1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Schmilgen noch die zehn Gemeinden Adlerswalde (Ostpr.), Bärenfang, Birkenhof, Blumenthal, Dreibuchen, Kayserswiesen, Mittenwalde, Salten, Schmilgen und Weidenfeld.

Kirche

Schmilgen gehörte zunächst zum evangelischen Kirchspiel Pillkallen und seit 1903 zum evangelischen Kirchspiel Groß Schorellen.

Einzelnachweise

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