Luminița Dumitrescu

rumänische Balletttänzerin, Choreografin und Ballettpädagogin From Wikipedia, the free encyclopedia

Luminița Dumitrescu (auch Luminița Dumitrescu-Kuhn und Luminita Dumitrescu; * 22. Mai 1941 in Bukarest) ist eine rumänische Ballett-Tänzerin, -Choreografin und -Pädagogin. Sie war Primaballerina an der Rumänischen Nationaloper Bukarest zu Zeiten der Sozialistischen Republik Rumänien. Als Gast-Choreografin arbeitete sie am Cultural Center of the Philippines (CCP) mit der CCP Dance Company auf den Philippinen, auch als Ballet Philippines bekannt.[A 1] Seit 1990 in Deutschland wohnhaft, betreibt sie das Höchster Ballettzentrum in Frankfurt am Main.[1]

Sie gehört zu den frühen rumänischen Tänzerinnen, die zu Zeiten der Sowjetunion an der Waganowa-Ballettakademie in Leningrad (heute Sankt Petersburg) ausgebildet wurden.

Leben und Ausbildung

Kindheit und frühe Ausbildung

Luminița Dumitrescu wurde im damaligen Königreich Rumänien am 22. Mai 1941 in Bukarest als Tochter von Paula und Julius Dumitrescu geboren. Bereits als Kind erhielt sie Klavier- und Ballettunterricht und wurde später an der Ballettschule in Bukarest aufgenommen. Ihre frühe Begabung im klassischen Ballett wurde bereits in der zeitgenössischen rumänischen Presse erwähnt. Ein französischsprachiger Artikel der Zeitung Roumanie Nouvelle aus dem Jahr 1955 nennt sie unter mehreren bekannten rumänischen Ballettkindern.[2]

Ausbildung in Leningrad

Nach dem Zweiten Weltkrieg ab dem Jahr 1954 und mit 13 Jahren wurde Luminița Dumitrescu gemeinsam mit anderen rumänischen Schülerinnen für ein Studium an der Waganowa-Ballettakademie in Leningrad ausgewählt. Diese Entsendung rumänischer Ballettschülerinnen wird auch in einem Interview mit der rumänischen Tänzerin und ehemaligen Primaballerina Magdalena Popa beschrieben, das vom Institutul Cultural Român veröffentlicht wurde.[3]

Sie schloss ihre Ausbildung im Jahr 1960 im Lebensalter von 19 Jahren ab und kehrte anschließend nach Rumänien zurück.

Karriere

Opera Națională București

Nach ihrer Rückkehr in Rumänien wurde Luminița Dumitrescu Mitglied des Ballettensembles der Rumänische Nationaloper Bukarest. Dort wirkte sie über mehrere Jahrzehnte und übernahm Hauptrollen im klassischen Repertoire, darunter Der Nussknacker, eine Rolle, die sie von 19 bis 47 Jahren tanzte,[4] Coppélia und Don Quixote.

In den Jahren 1967 und 1968 übernahm Luminița Dumitrescu die Doppelhauptrolle als Primaballerina im Ballett Der Prinz und der Bettelknabe (rumänisch: Prinț și Cerșetor), die ihr große öffentliche und (trotz des Kalten Krieges) auch erste internationale Aufmerksamkeit einbrachte. In einer zeitgenössischen Kritik der deutschen Zeitung Die Welt wurde ihre Darstellung der beiden gegensätzlichen Figuren besonders hervorgehoben.[5]

In der rumänischen Presse wurde diese Rolle in Schlagzeilen als Höhepunkt ihrer frühen Karriere bezeichnet.[6] Ihre Interpretation des Werks blieb über mehrere Jahre hinweg im Repertoire und in nationalen und internationalen Zeitungen zunächst als Primaballerina, später als Assistentin der Choreografie beworben.

Fernsehauftritte

Nach ihrer Tätigkeit als Primaballerina begann Luminița Dumitrescu, regelmäßig für das Fernsehen zu tanzen. Sie trat 1965 unter anderem in der Produktion Șăprămîna la Televiziune auf.[7][8] Sie war über mehrere Jahre in verschiedenen Fernsehproduktionen zu sehen und trug so wesentlich dazu bei, das klassische Ballett einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Internationale Tätigkeit

Internationale Tourneen

Luminița Dumitrescu unternahm mit dem rumänischen Staatsballett zahlreiche internationale Tourneen unter anderem:

Cultural Center of the Philippines

In den Jahren 1980 und 1981 arbeitete Luminița Dumitrescu als Gastchoreografin und Ballettmeisterin[10] am Cultural Center of the Philippines (CCP) in Manila, wo sie Dornröschen mit dem philippinischen Premierdanseur Nonoy Froilan und Don Quixote für das philippinische Ballett inszenierte.[11][12] Sie wirkte an der Produktion Dornröschen im Jahr 1980 mit und an Don Quixote im Jahr 1981.[13][A 2][14] Die internationale Mitarbeit vieler europäischer Choreografen und von Luminița Dumitrescu mit den philippinischen Kräften vor Ort zusammen am CCP wird zudem in der CCP Encyclopedia of Philippine Art erwähnt.[15][A 1]

Im Jahr 1990 kehrte sie kurzzeitig nach Manila zurück, um erneut Don Quixote zu inszenieren. Zeitgenössische Presseberichte erwähnen dabei ihre enge Verbindung zu philippinischen Kulturkreisen sowie ihre langjährige persönliche Bekanntschaft mit der Diplomatin Leticia Ramos Shahani.[16]

Pädagogische Tätigkeit in Deutschland

Nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland gründete Luminița Dumitrescu am 1. November 1990 das Höchster Ballettzentrum in Frankfurt-Höchst, das sie seither leitet. Dort unterrichtet sie klassisches Ballett und choreografiert regelmäßig Aufführungen mit ihren Schülern, darunter sind Stücke wie Dornröschen, Schneewittchen , Cinderella, Der Nussknacker, Schwanensee, Carmen, Ein Sommernachtstraum, Boléro sowie Eine kleine Nachtmusik und Chopiniana.[17]

Seit 1991 beteiligte sie sich zudem regelmäßig mit ihrer Schule an den Brüder-Grimm-Märchenfestspielen in Hanau.[18]

Veröffentlichungen

  • Luminița Dumitrescu: Luminiţa, Ballerina: Autobiografische Skizzen einer Ballerina und Choreografin. Autobiografie der rumänisch-stämmigen Ballerina und Choreografin Lumiţa Dumitrescu. Björn Bordon u. Nicole Duplois, Niedernhausen 2025, ISBN 978-3-946329-00-8 (140 S.).
  • Luminița Dumitrescu: Luminița, Ballerina. Das künstlerische und private Leben einer rumänischen Primaballerina. Höchster Ballettzentrum Luminiţa, Frankfurt am Main 2025, ISBN 978-3-00-082738-9.
Commons: Luminița Dumitrescu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. englisch: Ballet Philippines (BP) and BP's official school is the CCP Dance School
  2. Zum zeitgenössischen politischen Hintergrund siehe auch die beiden deutschsprachigen Verzweigungen (wiki links) in der nachstehenden Zusammenfassung englisch Full Abstract: „Diplomatic communiqués between the Philippines and the Eastern European Socialist Bloc found in the Department of Foreign Affairs in the Republic of the Philippines reveals a compendium of original data significant in tracing the inception of diplomatic relations between the Philippines and the Eastern European Socialist Bloc i.e. Bulgaria, Czechoslovakia, German Democratic Republic, Hungary, Poland, Romania and Yugoslavia. This is a pioneering work about the beginning of diplomatic relations between the Republic of the Philippines and the Eastern European Socialist Bloc under the administration of President Ferdinand E. Marcos from 1965 to 1986 including the establishment of formal diplomatic ties, signing of trade, cultural, scientific and visa agreement, economic implications of trade and tourism and the strengthening of cultural relations between the Philippines and Eastern European Socialist Bloc.

Einzelnachweise

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