Luscius Lanuvinus

römischer Komödiendichter From Wikipedia, the free encyclopedia

Luscius Lanuvinus war ein römischer Komödiendichter (fabula palliata) der mittleren Republik (aktiv um die 170er–160er v. Chr.).

Luscius stammte wohl aus Lanuvium. Die Verbindung zu Lanuvium ergibt sich ausschließlich aus dem Cognomen Lanuvinus. In der römischen Namensgebung bezeichnet ein solches Cognomen oft den Herkunftsort.

Er ist heute fast ausschließlich durch die polemischen Prologe seines jüngeren Rivalen Terenz bekannt. Keine eigenen Stücke von ihm sind erhalten; sein Werk ist nur aus den terenzischen Selbstverteidigungen und den späteren antiken Kommentaren rekonstruierbar. Die Auseinandersetzung dreht sich um Vorwürfe des Plagiats (furtum), der Kontamination griechischer Vorlagen sowie um stilistische Kritik an Terenz’ „dünner“ (tenuis) und „leichter“ (levis) Dramaturgie. Terenz porträtiert Luscius dabei als „bösartigen“ bzw. „missgünstigen alten Dichter“ (malevolus vetus poeta),[1] der ihn unter anderem bei einer Probeaufführung des Eunuchus vor den Ädilen öffentlich angriff.[2] Die Auseinandersetzung ist in den Prologen der terenzischen Komödien dokumentiert und wird von den spätantiken Grammatikern Aelius Donatus und Eugraphius ausdrücklich Luscius Lanuvinus zugeschrieben.

Von Luscius sind keine vollständigen Werke erhalten. Durch Terenz sind jedoch zwei Komödientitel überliefert:

  • Phasma („Gespenst“)[3] nach einer Vorlage des Menander sowie
  • Thesaurus („Schatz“).[4]

Aus den Äußerungen des Terenz geht hervor, dass Luscius seine Vorlagen vergleichsweise eng nachbildete und daher als wenig originell galt. In der Forschung wird dies teilweise als bewusste Orientierung an traditionellen Formen interpretiert.

In der von Volcacius Sedigitus überlieferten Rangliste römischer Komödiendichter, die eine Auswahl von zehn Dichtern umfasst, nimmt Luscius den neunten Platz ein.[5]

Literatur

Einzelnachweise

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