Lutherkirche (Bad Cannstatt)

Kirchengebäude in Bad Cannstatt, Stuttgart, Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Lutherkirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt, Waiblinger Straße 50. Sie wurde 1895–1900 erbaut und steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. Die Lutherkirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Stuttgart der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Lutherkirche in Bad Cannstatt

Geschichte und Baubeschreibung

Die Hallenkirche wurde nach Plänen der Stuttgarter Architekten Richard Böklen und Carl Feil im neugotischen Stil erbaut, wobei die Grundsätze des Eisenacher Regulativs umgesetzt wurden. Sie besteht aus einem Langhaus mit einem Mittelschiff und einem Seitenschiff im Osten, einem eingezogenen Chor im Süden und einem Kirchturm, der von Strebepfeilern gestützt wird, an der linken Seite der Fassade im Norden. Sein oberstes Geschoss beherbergt hinter den als Biforien gestalteten Klangarkaden den Glockenstuhl. In den darüber liegenden Giebeln sind die Zifferblätter der Turmuhr untergebracht. Darauf sitzt ein achtseitiger spitzer Helm, der von vier kleinen Ecktürmchen flankiert wird. Der Innenraum des Langhauses ist mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt. Der Außenbau des Seitenschiffs ist als Aneinanderreihung von Zwerchhäusern gestaltet. Im Seitenschiff ist eine Empore eingebaut.

Nach der Kriegszerstörung 1944 von Chor und Sakristei konnte 1950 die Wiedereinweihung gefeiert werden.[1] 1980 gab es eine Innenrenovierung und ab 2004 eine Außensanierung.

Ausstattung

Glasmalerei: Die Chorfenster des Neubaus wurden nach Entwürfen von Rudolf Yelin d. Ä. von der Münchner Glaswerkstatt Ule gefertigt.[2] Nach deren Kriegszerstörung konnten sie erst 1980 durch Glasgemälde von Wolf-Dieter Kohler ersetzt werden. Sie wurden in der Stuttgarter Glaswerkstatt Gaiser gefertigt und zeigen im linken und rechten Fenster jeweils Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament, in der Mitte von unten nach oben: Passion, Ostern, Pfingsten und die Dreieinigkeit. Das Fenster einer Seitenkapelle wurde 2005 von der Stuttgarter Künstlerin Regine Schönthaler gestaltet.

Altarausstattung: Ebenfalls von Wolf-Dieter Kohler wurden 1980 die Altarleuchter und das Altarkreuz geschaffen. Ihre plastische Gestaltung aus heller Bronze nimmt mit den Symbolen von Ähren und Reben auf das Abendmahl Bezug. Das Kreuz ist als griechisches Kreuz, das Siegeskreuz des Auferstandenen, gestaltet.

Orgel: Die Orgel wurde 1901 von E. F. Walcker & Cie. gebaut.[3]

Personen

Literatur

  • Dagmar Zimdars (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1993, ISBN 3-422-03024-7, S. 24 f.
  • Hans Bodmer: 100 Jahre Lutherkirche und Luthergemeinde Stuttgart-Bad Cannstatt 1900–2000. Stuttgart, 2000
  • Norbert Bongartz: Vom edlen Wettbewerb der Konfessionen beim Kirchenbau in Stuttgart. Zur Baugeschichte der Matthäuskirche. Benefiz-Vortrag zur Förderung ihrer Innenrenovierung am 13.7.2010. Stuttgart 2010
Commons: Lutherkirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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