Lux International

Schweizer Direktvertriebsgesellschaft im Konsumgüterbereich From Wikipedia, the free encyclopedia

Lux International AG war eine internationale Familien-Aktiengesellschaft mit Sitz in der Schweiz und mit Vertriebsgesellschaften in verschiedenen Ländern. Das Unternehmen war im Konsumgüterbereich tätig und verkaufte Reinigungsgeräte und Kochtöpfe für den Haushalt und das Gewerbe im Direktvertrieb.

Schnelle Fakten
Lux International AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1901[1]
Auflösung 2025
Auflösungsgrund Konkurs
Sitz Wallisellen, Schweiz[2]
Leitung Urs Meier, CEO[3]
Mitarbeiterzahl 780 Festangestellte (2009), 5950 Fachberater (2009)[4]
Umsatz 230 Mio CHF (2009)[5]
Branche Haushaltsgeräte
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Geschichte

Die Gründung der damaligen Lux AB ging auf das Jahr 1901 zurück. Die Hauptprodukte des Unternehmens waren damals Kerosin-Lampen für den Einsatz im Freien. Daraus abgeleitet entstand auch der Name der Unternehmung (lateinisch lux Licht). Die Einführung der elektrischen Beleuchtung zwang Lux dazu, sich nach neuen Produktbereichen umzuschauen. Das Ergebnis war 1912 die Einführung des ersten elektrischen Staubsaugers für den Hausgebrauch mit dem Namen Lux I.[6] Durch eine Fusion mit der schwedischen Elektromekaniska AB im Jahr 1916 entstand das Unternehmen Electrolux, das aufgrund des großen Erfolgs des Lux I bereits 1919 den europaweiten Vertrieb startete.

Im Jahr 1998 beschloss Electrolux, sich aus dem Direktvertrieb – bekannt unter der Marke Lux – zurückzuziehen und diesen Bereich an die Lux International AG mit Sitz in Baar zu verkaufen. Die Aktiengesellschaft übernahm seither die Funktion einer Holding, die als Muttergesellschaft den Konzern Lux International kontrollierte und Beteiligungen an mehreren Tochtergesellschaften hielt.[7]

In den letzten zehn Jahren verzeichnete die Lux International AG einen kontinuierlichen Umsatzrückgang und damit einhergehend einen Ergebniseinbruch. Diese Entwicklung ist unter anderem auf Fehlentscheidungen im Verwaltungsrat sowie der nicht rechtzeitig eingeleiteten Sanierung des Unternehmens zurückzuführen. Es wurde unter anderem auch versäumt, ausreichend in neue, innovative Produkte zu investieren. Stattdessen wurden vorwiegend Produkte aus dem asiatischen Markt importiert und zu einem Vielfachen des Einkaufspreisen an Endkunden verkauft. Qualitätsprobleme blieben dabei nicht aus. Mehrere Tochtergesellschaften wurden im Laufe der Zeit liquidiert[8], gingen in den Konkurs oder wurden verkauft.[9] Im Jahr 2023 wurden die letzten vier noch verbliebenen Tochtergesellschaften in Polen, Deutschland, Österreich und Ungarn an einen Investor veräußert.[10] Ein Investor aus Leipzig, der im gleichen Segment tätig ist, wie die Lux International AG, erwarb während des laufenden Insolvenzverfahren (Nachlassstundung nach Schweizer Recht) die Aktienmehrheit. Er übernahm seinerzeit den Vorsitz (Präsident) des Verwaltungsrates[11]. Am Ende fehlte es an dem für eine Sanierung der Lux International AG nötigem Kapital. Im Dezember 2024 wurde der Konkurs über die Lux International AG eröffnet.[12]

Kritik

Ende 2012 berichteten mehrere Medien, darunter WISO und die Neue Osnabrücker Zeitung, in kritischen Beiträgen über die Fachberater von Lux. So wurden völlig überhöhte Kosten für Reparaturen genannt oder einer dementen Seniorin ein zweiter Lux-Staubsauger verkauft. Lux entschuldigte sich nach den Berichten bei den Betroffenen und sprach von bedauerlichen Einzelfällen.[13]

Einzelnachweise

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