Luzern heute
lokal ausgerichtete Tages-, später Wochenzeitung in Luzern
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Luzern heute war eine lokal ausgerichtete Tages-, später Wochenzeitung in der Schweizer Stadt Luzern, die von 1996 bis 1999 erschien. Das Blatt entstand als Reaktion auf die Fusion der Luzerner Zeitung und der Luzerner Neusten Nachrichten (LNN) und verstand sich als publizistisches Gegengewicht zur zunehmenden Medienkonzentration in der Region.
Geschichte
Die Gründung von Luzern heute geht auf die medienpolitischen Entwicklungen Mitte der 1990er Jahre zurück.
Als die beiden letzten grossen Luzerner Tageszeitungen Anfang 1996 fusionierten, entstand in der Region die Sorge, dass die publizistische Vielfalt verloren gehen könnte. Aus diesem Umfeld heraus bildete sich der Verein «Projekt Zeitung» (ab 1997 «Luzern heute»), der sich zum Ziel setzte, ein zweites unabhängiges Printmedium für Luzern und die Innerschweiz zu schaffen.
Ende 1995 wurde die «Pro Zeitungs Verlags AG» gegründet, welche die Herausgabe der neuen Zeitung übernahm. Die erste Ausgabe erschien am 26. Januar 1996.[1]
Ausrichtung und Inhalt
Luzern heute verstand sich als lokal verankertes, kritisch‑journalistisches Medium. Die Redaktion bestand zu einem wesentlichen Teil aus ehemaligen Mitarbeitenden der LNN und setzte auf:
- ausführliche Lokalberichterstattung
- politische Analysen aus regionaler Perspektive
- gesellschaftliche Themen
- eine klar linksliberale Grundhaltung
Im Vergleich zur früheren LNN war die Zeitung jedoch deutlich schlanker produziert und verfügte über wesentlich geringere finanzielle und personelle Ressourcen.
Wirtschaftliche Schwierigkeiten
Trotz einer engagierten Leserschaft gelang es der Zeitung nicht, genügend Inserateeinnahmen zu generieren, um den Betrieb langfristig zu sichern. Bereits im ersten Erscheinungsjahr verfehlte das Unternehmen seine Budgetziele. Um Kosten zu senken, wurde der Erscheinungsrhythmus im August 1997 von einer Tageszeitung auf eine Wochenzeitung reduziert, ergänzt durch eine fünfwöchige Sommerpause.
Mehrere Rettungsversuche folgten, darunter Spendenkampagnen, Benefizveranstaltungen und Modelle mit erhöhten Abopreisen. Auch die Idee eines «Club 20», bei dem private Unterstützer grössere Beträge einschiessen sollten, scheiterte.
Einstellung
Da die wirtschaftliche Basis trotz allen Bemühungen nicht stabilisiert werden konnte, wurde die Zeitung im Dezember 1999 eingestellt. Die letzte Ausgabe erschien am 16. Dezember 1999. Ein Teil der Redaktion führte die Arbeit ab 2000 im Rahmen eines Luzerner Regionalteils der WochenZeitung (WOZ) weiter. Dieses Projekt wurde jedoch ebenfalls nach kurzer Zeit eingestellt; die letzte Ausgabe mit Luzerner Regionalteil erschien am 23. Mai 2002.[2]
Nachwirkung
Luzern heute gilt rückblickend als einer der letzten ernsthaften Versuche, in der Zentralschweiz ein unabhängiges zweites Printmedium neben der dominierenden Luzerner Zeitung zu etablieren. Das Scheitern des Projekts wird häufig als Beispiel für die strukturellen Schwierigkeiten des Lokaljournalismus in der Schweiz angeführt, insbesondere in Regionen mit hoher Medienkonzentration.