Lydia Kleyer
deutsche Fröbelpädagogin
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Leben
Lydia Kleyer wurde am 17. April 1896 in Memmingen geboren. Ihr Vater war Studienrat und Autor pädagogischer Werke.[1] Sie besuchte dort die Schule und ging dann für knapp zwei Jahre nach Stuttgart, um sich dort am evangelischen Fröbelseminar nach den Konzepten von Friedrich Fröbel ausbilden zu lassen. Danach kehrte sie nach Memmingen zurück und dort gründete sie, im Alter von 20 Jahren, einen Fröbelkindergarten. Bis dahin waren Kindergärten Einrichtungen, in denen Kinder armer Familien betreut wurden, damit auch die Mütter arbeiten konnten. Die Vorteile von frühkindlicher Bildung waren noch nicht bekannt.[2]
Durch ihre Arbeit gelangte der Fröbelkindergarten bald zu hohem Ansehen in Memmingen und hatte einen großen Zulauf von Kindern, die den Kindergarten besuchten. Lydia Kleyer gründete in Memmingen neben ihrer Arbeit als Erzieherin und Leiterin des Kindergartens weitere kirchliche evangelische Gruppen für Jugendliche und junge Mütter. In der Zeit des Nationalsozialismus erhielt sie mehrfach Angebote, ihren Kindergarten in nationalsozialistische Trägerschaft zu übergeben. Das hätte für Kleyer bedeutet, dass ihre finanziellen Probleme gelöst gewesen wären, denn die Finanzierung des Kindergartens und ihres Unterhaltes war nicht immer einfach, jedoch entsprach die NS-Ideologie nicht ihren christlichen, evangelischen Überzeugungen.[2]
Lydia Kleyer wurde zu einer Institution in Memmingen und war Generationen als „Tante Lydia“ bekannt. Ein Brief aus den Vereinigten Staaten, der an Tante Lydia in Memmingen, Germany adressiert war, erreichte sie problemlos. Sie wurde 1971, im Alter von 75 Jahren und nach 55-jähriger Tätigkeit als Kindergartenleiterin und Erzieherin, vom Oberbürgermeister von Memmingen Johannes Bauer in den Ruhestand verabschiedet.[2]
Lydia Kleyer starb am 28. Mai 1983 in Memmingen.
Der von ihr gegründete Kindergarten feierte 2016 seinen 100-jährigen Geburtstag.[3] Sie wurde für ihr Engagement in Memmingen mit einem FrauenOrt geehrt.[4]