Lydia L. und Siggi S.
deutsches Serienmörderpaar
From Wikipedia, the free encyclopedia
Lydia L. und Siggi S. sind ein deutsches Serienmörderpaar aus Bodenfelde, das mindestens vier Morde beging.[1][2][3] Die 1939 geborene Lydia L. war eine ehemalige Prostituierte und wurde von der Presse auch als Schwarze Witwe von Bodenfelde bezeichnet.
Taten
Lydia L. lud zwischen 1994 und 2000 vier Rentner im Alter zwischen 71 und 84 Jahren, die sie über Kontaktanzeigen kennengelernt hatte, im Rahmen einer Beziehung oder zur Altenpflege in ihr Haus zum Wohnen ein. Einen davon heiratete sie. Sie machte die Männer mit Beruhigungsmitteln wehrlos und ließ sie dann von ihrem 14 Jahre jüngeren Mittäter Siggi S. ersticken, um sich ihr Vermögen anzueignen.[4]
Mehrere Anzeigen gegen Lydia L. wurden zunächst eingestellt. Dann meldete sich Siggi S. aus einem anderen Anlass bei der Polizei und gestand dabei die Verbrechen. Folgende Morde konnten dem Paar gerichtlich zugeordnet werden:[2][5]
- Günter S., 74, wurde im Juni 1994 erdrosselt.
- Adolf B., 84, aus Melsungen wurde im September 1994 mit einem Kissen erstickt.
- Paul G., 81, wurde im April 1995 von Lydia L. betäubt und von Siggi S. erstickt.
- Gerhard G., 71, wurde am 13. Juli 2000 in seinem Haus in Völksen bei Hannover von Lydia L. und Siggi S. mit einer Plastiktüte erstickt.
Prozess
Lydia L. wurde 2009 vom Landgericht Göttingen wegen vierfachen Mordes zu lebenslanger Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verurteilt, die sie in der JVA Vechta verbüßt.[4] Die Revision hatte keinen Erfolg.[6] 2014 klagte Lydia L. gegen den neuen Eigentümer des Hauses, der ihr persönliches Hab und Gut unberechtigterweise entsorgt haben sollte.[7] Die Klage wurde abgewiesen.[4]
Der Mittäter Siggi S., dessen Geständnis am 27. August 2007 zur Aufdeckung der Taten geführt hatte, wurde als psychisch abhängig von Lydia L. und deshalb vermindert schuldfähig wegen dreifachen Mordes und Totschlags in einem Fall zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren verurteilt,[6][8][9] die er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf verbüßte.[2] Nach eigenen Angaben hatte er Angst gehabt, auch selbst von ihr vergiftet zu werden.[10]