Wikiwand AI

L’Estocq (Adelsgeschlecht)

Adelsgeschlecht From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Adelsgeschlecht der L’Estocq stammt aus Frankreich. Estoc ist das französische Wort für Panzerbrecher.

Wappen

Geschichte

Von Frankreich wanderten sie wegen ihres protestantischen Glaubens wie viele Hugenotten auch nach Deutschland aus. Erster in Deutschland lebender Familienangehöriger mit dem auch die Stammreihe beginnt, war Jean „Johann“ L’Estocq (1647–1732). Er wurde in Vitry-le-François geboren, kam nach Hannover, war dort als Kurfürstlicher Braunschweig-Lüneburgischer Generalchirurg tätig und verstarb 1732.[1] Von seinen Nachkommen gelangten zahlreiche Familienmitglieder in hohe preußischer Militärränge. Sein vierter kinderloser Sohn Johann Hermann „Armand“ L’Estocq (1692–1767) wurde am 27. April 1744 als Leibchirurg der russischen Kaiserin in den Reichsgrafenstand erhoben.

Ein bürgerlicher Familienzweig bestand parallel über das 19. Jahrhundert hinweg und richtete einen L’Estocq-Stift ein.[2] Die adelige Familie unterhielt vor 1883 eine von L’Estocq Familien-Stiftung mit dem Hauptmann Max von L’Estocq als Sekretär und Rendanten.[3]

Die Adelsführung des Geschlechts wurde in Preußen seit 1744 ohne formale Adelsanerkennung nicht beanstandet. Diese wurde überflüssig, als der preußische General Anton Wilhelm von L’Estocq mit dem Orden vom Schwarzen Adler ausgezeichnet wurde, da diese Auszeichnung stets mit der Erhebung in den erblichen preußischer Adelsstand verbunden war.[4]

Grundbesitz

Als Militär-Familie konnten die L’Estocq’s einigen Grundbesitz ausweisen. Mitte des 19. Jahrhunderts[5] waren dies u. a. Güter in Ostbrandenburg, wie Wusterwitz, Kreis Sorau; oder Keudelstein in Thüringen (Eichsfeld).[6][7] Von der Familie des Oberst a. D. von L’Estocq.[8] bewohnt wurde Schloss Loßlau, auch Loslau geschrieben. Das Gut[9] dort war eine minderfreie Standesherrschaft. In der Oberlausitz waren sie Kirchenpatron der Gemeinde[10] Ebersbach im Kreis Görlitz. Im schlesischen Raum war Frau von L’Estocq Gutsherrin und Patronin[11] auf Matzdorf. Auf diesem Besitz saß dann eine Generation danach der General Anton von L’Estocq.[12][13]

Wappen

Geviertelt: 1 und 4 in Gold eine silberne Schlange, 2 und 3 in Silber ein natürlicher Baumstamm, aus dem 3 grüne Blätter wachsen; auf dem Helm mit blau-silbernen-rot-goldenen Decken ein roter Hahn. Devise: Dieu mon estoc.

Bekannte Namensträger

Literatur

  • Gottfried Graf Finck von Finckenstein, Christoph Franke et al.: Genealogisches Handbuch des Adels A/B (Uradel/Briefadel) 2014. Band XXXV, Band 155 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 2014. ISBN 978-3-7980-0856-4.
  • Christoph von L’Estocq: Die L’Estocqs und ihre Frauen in mehr als drei Jahrhunderten. Geschichten um eine Familiengeschichte. Hrsg. L’Estocq Familienarchiv, Eigenverlag, Neu-Seeheim / Tutzing 1983.[16][17]
  • Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band III, Band 61 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Verlag C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1975, S. 188. Teil-Digitalisat
  • Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch des Adels B (Briefadel) 1964. Band XI, Band 32 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1964, S. 224 f.
  • Redaktion: L'Estocq, von. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 14. Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 354 (deutsche-biographie.de).
  • Moritz Maria Ritter von Weittenhiller: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter 1879. Vierter Jahrgang, Buschak & Irrgang, Brünn/Wien 1878, S. 293 ff.
  • Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 2, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1836, S. 146 f.
Commons: L’Estocq (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks