MED-EL
Medizintechnikunternehmen
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MED-EL ist ein 1990 gegründetes, international tätiges Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Innsbruck, Österreich, das implantierbare Hörsysteme (Cochleaimplantate, Mittelohr-Implantat, Knochenleitungs-Implantate und Hörsysteme mit elektro-akustischer Stimulation) produziert. MED-EL befindet sich in Privatbesitz und wird von der geschäftsführenden Gesellschafterin Ingeborg Hochmair geleitet.
| MED-EL GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
| Gründung | 1990 |
| Sitz | Innsbruck, Österreich |
| Leitung | Ingeborg Hochmair, Geschäftsführerin |
| Mitarbeiterzahl | mehr als 3.300 Mitarbeiter weltweit[1] |
| Umsatz | 406 Mio. EUR (2024)[2] |
| Branche | Medizintechnik |
| Website | www.medel.com |
| Stand: Juli 2026 | |
Geschichte
Die österreichischen Wissenschaftler Ingeborg Hochmair-Desoyer und Erwin Hochmair begannen 1975 an der Technischen Universität Wien mit der Entwicklung von Cochlea-Implantaten. Sie entwickelten das weltweit erste mikroelektronische Mehrkanal-Cochlea-Implantat, das Ende 1977 in Wien implantiert wurde.[3] Die Implantation gilt als Meilenstein in der Behandlung von Taubheit.[4][5]
Nachdem Erwin Hochmair 1985 eine Professur an der Universität Innsbruck erhalten hatte, gründete das Ehepaar dort das Unternehmen MED-EL für die Vermarktung der Technologie; die ersten Mitarbeiter wurden 1990 eingestellt.[3] In den Folgejahren entwickelte MED-EL mehrere Neuerungen, darunter 1991 einen der ersten Hinter-dem-Ohr-Audioprozessoren. Seit 2003 ist der US-amerikanische Physiologe und Erfinder Geoffrey R. Ball technischer Leiter (CTO) des mit MED-EL verbundenen Unternehmens VIBRANT MED-EL.[3][1] 2013 eröffnete MED-EL in Innsbruck das eigene Hörmuseum Audioversum.[6]
MED-EL befindet sich in Privatbesitz und wird von der geschäftsführenden Gesellschafterin Ingeborg Hochmair geleitet.
Auszeichnungen
2004 erhielt das Ehepaar Hochmair für die Entwicklung des ersten mehrkanaligen Cochlea-Implantats mit Hybridtechnik die Ehrendoktorwürde der TU München als „Pioniere der Gehörlosen-Technik“.[7] 2013 wurde Ingeborg Hochmair in New York mit dem Lasker-De Bakey Clinical Medical Research Award ausgezeichnet.[8] 2015 erhielten Ingeborg und Erwin Hochmair den Fritz J. and Dolores H. Russ Prize und 2016 den Technologiepreis der Eduard-Rhein-Stiftung.[9] 2023 wurden beide mit der IEEE Alexander Graham Bell Medal ausgezeichnet.[10] 2026 folgte der Richard N. Merkin Prize in Biomedical Technology.[5]
Forschung & Entwicklung
Produkte


MED-EL entwickelt, produziert und vertreibt verschiedene Hörimplantat-Lösungen zur Behandlung der unterschiedlichen Arten von Hörverlust.
- SYNCHRONY Cochlea-Implantatsystem: Für Personen, die eine schwere bis hochgradige Innenohrschwerhörigkeit haben. Bei dieser Art von Hörverlust schaffen Hörgeräte nur wenig oder gar keine Abhilfe. Ein CI ist die einzige medizinische Lösung, die den Hörsinn wiederherstellen kann. Dabei werden jene Teile des Innenohrs umgangen, die nicht mehr funktionieren, und dafür die Nervenfasern in der Cochlea durch elektrische Impulse direkt stimuliert.
- SYNCHRONY EAS Hörimplantatsystem: Elektrisch-akustische Stimulation ist für Personen mit partiellem Hörverlust, die hochfrequente Töne nicht richtig hören können. Das kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vorkommen. EAS verbindet zwei Technologien miteinander: ein Cochlea-Implantat zum Hören der hochfrequenten Töne und ein Gerät zur akustischen Stimulation der Tieftonfrequenzen. In Kombination können diese beiden Technologien das gesamte Hörspektrum abdecken.
- Vibrant Soundbridge: Mittelohr-Implantatsystem für Personen, bei denen eine leichte bis schwere Innenohrschwerhörigkeit oder eine Schallleitungs- und kombinierte Schwerhörigkeit diagnostiziert wurde.
- BONEBRIDGE: Ermöglicht eine Schallübertragung mittels Knochenleitung direkt zum Innenohr. Damit ist es eine geeignete Lösung für Personen, bei denen der Schall nicht über das Außen- und Mittelohr an das Innenohr weitergegeben werden kann. Die Bonebridge ist ein teilimplantierbares Hörsystem, bei dem das Implantat vollständig unter der Haut liegt.
- ADHEAR: Diese nicht-implantierbare Knochenleitungshörsystem überträgt die Vibrationen über einen speziellen Klebeadapter durch die Haut über den Knochen zum Innenohr.
- ABI (Auditory Brainstem Implant) – Hirnstamm-Implantat: Dieses Implantat ist für Personen, die einen geschädigten Hörnerv haben. Hörimpulse können mittels eines Hirnstamm-Implantats direkt an das Gehirn weitergeleitet werden.
Weblinks
- Website des Unternehmens
- Knopf am Kopf. Artikel im Tagesspiegel
- Endlich wieder mithoeren. Artikel der Zeit
- Gutes Gespür für's Gehör ( vom 11. März 2012 im Internet Archive) Kurzes Profil der Geschäftsführerin und des Unternehmens im Wirtschaftsblatt
