Mabe Fratti

guatemaltekische Cellistin, Sängerin und Komponistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Mabe Fratti (* 13. Februar 1992)[1] ist eine guatemaltekische Cellistin, Sängerin und Komponistin. Sie ist für ihre experimentelle Pop- und Avantrock-Musik bekannt.[2] Hierzu zählen die Solowerke Se ve desde aquí und Sentir que no sabes sowie Stücke des Duo-Projekts Titanic mit Héctor Tosta.[2]

Mabe Fratti (2024)

Leben und Wirken

Fratti wuchs in Guatemala in einem neo-pfingstkirchlichen Umfeld auf, erhielt eine klassische Cellistinnenausbildung und erlebte frühe Ekstase- und Improvisationspraxis im Kirchenkontext.[3] In ihrer Jugend weitete sie ihre Hörgewohnheiten über das Elternhaus hinaus aus und entdeckte über Tauschbörsen und Zufallsfunde – von György Ligeti bis zu Jacqueline du Pré – neue Klangwelten.[3] Über eine Residenz des Goethe-Instituts gelangte sie erstmals nach Mexiko-Stadt, wo sie die dortige Impro-Szene kennenlernte und sich bald dauerhaft niederließ.[2] Dort arbeitete sie mit Gudrun Gut und dem Noise-Künstler Julian Bonequi und fand in der Szene um das Venue Jazzorca eine kollaborative Basis.[2]

Sie lernte den venezolanischen Gitarristen Héctor Tosta kennen, mit dem sie privat und künstlerisch verbunden ist.[3] Neben ihrer Solokarriere ist sie Teil des improvisationsbasierten Quartetts Amor Muere (mit Camille Mandoki, Gibrana Cervantes und Concepción Huerta).[2] Als Gastkuratorin prägte Fratti 2024 das niederländische Festival Le Guess Who? mit einem Fokus auf die experimentelle Szene Mexikos.[4]

Frattis Ästhetik liegt zwischen elektroakustischer Cello-Arbeit, freier Improvisation und spanischsprachiger Liedkunst; als Referenzen fallen häufig Arthur Russell und Talk Talk.[5] Mit Se ve desde aquí schärfte sie diese Sprache zu einer kargeren, zugleich intensiven Form und arbeitete mit Héctor Tosta und Gibrán Andrade.[6] Auf Sentir que no sabes bewegte sie sich 2024 stärker in Richtung klarer Pop- und Rock-Silhouetten, ohne ihre Neigung zum Rätselhaften aufzugeben.[7] Zugleich erschien 2023 das von Tosta komponierte Duo-Debüt Vidrio des Projekts Titanic und kurz darauf das Album A Time to Love, a Time to Die von Amor Muere.[2] Beim Rewire Festival 2024 zeigte Fratti diese beiden Formate in Den Haag – ein gefeiertes Amor Muere-Set sowie die Premiere von Titanic – und erhielt herausragende Resonanz.[8]

Als Titanic veröffentlichten Fratti und Tosta anschließend das zweite Album Hagen, das ihre barock-artpopaffinen Arrangements in detailreiche Popsongs bündelt.[9] Kritiken hoben Hagen als subgenre-übergreifendes Pop-Labor hervor.[9] Frattis künstlerisches Selbstverständnis betont den produktiven Wert von Zweifel und Instinkt; Unsicherheit begreift sie als Antriebskraft ihrer Arbeit.[2] Sie ist bei großen Festivals präsent, darunter Primavera Sound und das Roskilde Festival.[10]

Commons: Mabe Fratti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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