Mabeco

Berliner Motorrad-Fabrik der 1920er Jahre From Wikipedia, the free encyclopedia

Mabeco war eine Berliner Motorradhersteller der 1920er Jahre.

Mabeco V2

Die Firmenbezeichnung war ein Akronym aus dem Namen des Inhabers Max Bernhardt (und Compagnon). Bernhardt hatte am 13. Juli 1910 die Bronzekunstwerkstätte Bernhardt & Co. G.m.b.H. gegründet, die nach Ende des Ersten Weltkriegs in der Prenzlauer Allee 36 ansässig gewesen war. Mit dem Niedergang des Bronzegeschäfts wandte sich Bernhardt dem Motorradbau zu. Die erste Maschine wurde auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 1922 präsentiert. Es verfügte über einen Zweizylinder-V-Motor mit 598 cm³ Hubraum, der von Siemens & Halske in Berlin stammte und war eine Nachbildung der US-amerikanischen Indian Scout.[1] Rennaktivitäten werden erstmals 1922 im Zusammenhang mit einer Motorsportveranstaltung in Schlesien erwähnt.[2] Als Folge der Hyperinflation geriet Bernhardts Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage und Siemens & Halske sah sich zur Rettung seiner Forderungen im Herbst 1924 gezwungen, als Auffanggesellschaft die Mabeco Motorrad-Gesellschaft m.b.h. zu gründen. Die Geschäftsleitung oblag Max Bernhardt sowie dem beigeordneten Kaufmann Hugo Fromm. Im November 1924 erfolgte die Eintragung in das Handelsregister[3], am 18. April 1925 wurde sie liguidiert.[4]

Die zum 1. April 1925 neugegründete Mabeco-Werke G.m.b.H. stellte neben Motorrädern auch ein Lastendreirad mit dem Namen „Mabeco-Last“ mit einem 746-cm³-Zweizylindermotor und 550 kg Nutzlast her. 1926 endete die Fertigung des Dreirads. Im Jahr 1927 schied Bernhardt aus der Geschäftsführung der Gesellschaft aus.[5] Wenig später wurde die Mabeco-Produktion vollständig eingestellt. 1928 wurde das Unternehmens aus dem Handelsregister gelöscht.[6]

Das Mabeco stellte etwa 3400 Motorräder her. Die schwere Mabeco-Zweizylinder-Reisemaschine verfügte wie das Original von Indian über einen luftgekühlten (SV)-V-Motor mit 750 cm³ Hubraum (bei 70 mm Bohrung und 78 mm Hub) von Siemens & Halske, der etwa 12 PS bei 2200/min abgab.[7]

Ein Mabeco-Motorrad u. a. ist im Inventar des Niederrheinischen Motorrad-Museums in Moers-Asberg zu besichtigen.

Commons: Mabeco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Mabeco Motorcycles. In: cybermotorcycle.com. Sheldon's EMU, abgerufen am 17. Februar 2026 (englisch).
  • Mabeco. (PDF; 649 kB) In: www.archiv-axel-oskar-mathieu.de. Abgerufen am 17. Februar 2026.

Einzelnachweise

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