Maciej Śledziecki
polnischer Komponist
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Leben und Werk

Śledziecki studierte Gitarre bei Anton Goudsmit am Prins-Claus-Conservatorium in Groningen und Komposition bei Siegfried Koepf an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Er entwickelt computergestützte Kompositionsverfahren und eigene Musikmaschinen. 2010 entstand mit Kopplungen ein erstes Werk für computergesteuerte Orgel, das in der Kunst-Station Sankt Peter in Köln aufgeführt wurde.[1]
Seit 2004 arbeitet Śledziecki als freischaffender Komponist mit Schwerpunkt auf experimenteller Musik und Filmmusik. Im selben Jahr debütierte er mit dem Drama Allein als Filmkomponist; in der Folge komponierte er unter anderem die Musik zu Die Besucherin und Die Libelle und das Nashorn. Daneben erhielt er Kompositionsaufträge etwa vom Sónar Festival, vom Nationaltheater Mannheim und vom Orgelpark Amsterdam.
Für das Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin komponierte Śledziecki die Musik zu Die fürchterlichen Fünf (2019, Regie: Thomas Fiedler)[2] sowie mit Gamut Inc zu Der Dominoeffekt (2020, Regie: Thomas Fiedler, Musik: Gamut Inc).[3] Zeroth Law wurde 2026 mit Gamut Inc als Radiohörspiel für Deutschlandfunk Kultur produziert.
Maciej Śledziecki lebt in Berlin.
Gamut Inc
2013 gründete Śledziecki mit der Komponistin Marion Wörle das Ensemble Gamut Inc, ein Ensemble für computergesteuerte Pfeifenorgeln, selbstgebaute Musikmaschinen und Musiktheater.[3]
Mit dem RIAS Kammerchor und dem Roboterorchester der Logos Foundation realisierte das Ensemble eine Mensch-Maschine-Trilogie als Musiktheater, jeweils mit einem Libretto von Frank Witzel. Der letzte Teil Zeroth Law – Das Nullte Gesetz wurde 2023 u. a. mit der Schauspielerin Ursina Lardi an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt.[4][5]
Die Orgelinstallation Aggregat#10 (2022) entstand als Auftragswerk des Sónar Festivals in Barcelona und wurde anschließend für die ständige Sammlung des Palau Güell in Barcelona angekauft.[3] Seit 2018 widmet sich Śledziecki mit Gamut Inc in der Konzertreihe Aggregate der computergesteuerten Orgelmusik; 2021 wurde diese zum jährlichen internationalen Aggregate-Festival in Berlin ausgebaut. 2024 erschien beim Label Wergo eine Doppel-CD mit Werken des Festivals.[6][7]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2018: Nominierung für den Preis der deutschen Filmkritik, Beste Filmmusik
- 2022: RELOAD-Stipendium der Kulturstiftung des Bundes[8]
- 2022: Villa-Kamogawa-Stipendium des Goethe-Instituts in Kyoto[3]
- 2024: Stipendium zur Orgelforschung in Kanada[3]
- 2024: KI-Stipendium STIP-4 des Musikfonds[3]
Filmografie (Auswahl)
- 2004: Allein
- 2005: Mittsommer
- 2008: Die Besucherin
- 2012: Die Libelle und das Nashorn
- 2013: Die Erfindung der Liebe
- 2014: Iraqi Odyssey
- 2015: Der Kuaför aus der Keupstrasse
- 2017: Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?
- 2017: Ich gehöre ihm
- 2019: Es hätte schlimmer kommen können – Mario Adorf
- 2026: Watching People Watching Birds (Regie: Michael Loeken, Ulrike Franke)[9]
- 2026: Im Spiegel meiner Mutter (Regie: Jutta Brückner)[10]
Diskografie (Auswahl)
Mit Gamut Inc:
- 2026: radiating (Aggregate Editions)
- 2025: Aggregate – new works for automated pipe organs (WERGO)
- 2023: Sum to Infinity (Morphine Records)
- 2014: Ex Machina (Bôłt Records)
Als Maciej Śledziecki:
- 2010: Kopplungen (Kunst-Station Sankt Peter)