Magdeleine Anglade

Politiker, Mitglied des Europaparlaments From Wikipedia, the free encyclopedia

Magdeleine Anglade (* 5. Juli 1921 in Valence als Magdeleine Bousquainaud; † 25. März 1998 in Paris) war eine französische Politikerin.

Magdeleine Anglade

Lebenslauf

Anglade studierte Rechtswissenschaft und Literatur an der Universität Lyon. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte sie sich als Krankenschwester beim Roten Kreuz, unter anderem kümmerte sie sich dabei um die befreiten Häftlinge des KZ Buchenwald. Auch nach ihrem Studienabschluss 1945 blieb sie zunächst beim Roten Kreuz engagiert, insbesondere im Zusammenhang mit dem Indochinakrieg.[1]

Anglade engagierte sich für die Rechte von Muslimen in Frankreich. Ab 1959 war sie administrativ für das Regroupement national pour l'unité de la République tätig, ein Zusammenschluss von Abgeordneten der Nationalversammlung aus den Maghrebgebieten.[1] Nach der Unabhängigkeit Algeriens löste sich die Gruppe auf.

Später war Anglade für die Partei Centre national des indépendants et paysans aktiv, wo sie ab 1972 im Vorstand saß. Sie trat bei der Europawahl 1979 für die Partei auf einer gemeinsamen Liste mit dem von Jacques Chirac geführten Rassemblement pour la République an. Auf dem 33. Platz der Liste stehend wurde sie zunächst nicht gewählt, rückte jedoch später nach einigen Rücktritten in Folge des Verzichts von Jean Méo am 6. Oktober 1982 als Teil der Fraktion der Sammlungsbewegung der Europäischen Demokraten nach.[1] Bereits knapp ein Jahr später erfolgte jedoch ihrerseits der Rücktritt am 19. November 1983.

Bei der Kommunalwahl 1983 hatte Anglade im März 1983 in Paris ein Mandat für die Vertretung des 8. Arrondissement errungen und war zu einer der stellvertretenden Bürgermeisterinnen gewählt worden.[1] Bei der Europawahl 1984 trat sie erneut an und gewann ein Mandat. 1986 verließ sie aufgrund des Wachstums und der mangelnden Abgrenzung zu Front National ihre bisherige Partei Centre national des indépendants et paysans, um sich dem Rassemblement pour la République anzuschließen. Ab Oktober 1987 gehörte sie bis zur Konstitution des Parlaments nach der Europawahl 1989, zu der sie nicht mehr antrat, als Stellvertreterin dem Präsidium des Europäischen Parlaments an.[1]

1989 wurde Anglade bei der Kommunalwahl in Paris für das 1. Arrondissement in den Stadtrat gewählt und war erste Stellvertreterin des Arrondissement-Bürgermeisters Michel Caldaguès sowie Stellvertreterin im Präsidium des Conseil de Paris. Am 28. Oktober 1994 wurde Anglade als Nachfolgerin des verstorbenen François Collet, als dessen Stellvertreterin sie kandidiert hatte, in den Senat gewählt, bei der folgenden Wahl im September 1995 trat sie nicht an.[1]

Ab den 1970er Jahren war Anglade für den vom langjährigen Senatoren Raymond Bourgine begründeten Verlag Valmonde tätig und gehörte zur Herausgeberschaft einzelner Periodika.[1] Nach dessen Tod 1991 rückte sie an die Spitze des Aufsichtsrats.

Anglade starb im Frühjahr 1998 im Alter von 76 Jahren. Die Trauerfeier fand in La Madeleine statt. 1947 hatte sie Louis Anglade in Argelès-sur-Mer geheiratet.

Auszeichnungen

Am 30. Dezember 1995 wurde Anglade zur Ritterin der Ehrenlegion ernannt.[1]

Commons: Magdeleine Anglade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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