Magellanzeisig
Art der Gattung Spinus
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Der Magellanzeisig (Spinus magellanicus, Syn.: Carduelis magellanicus) ist eine Art aus der Unterfamilie der Stieglitzartigen. Er kommt ausschließlich in Südamerika vor.
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Magellanzeisig (Spinus magellanicus), Männchen frisst Samenkörner | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Spinus magellanicus | ||||||||||||
| (Vieillot, 1805) |



Merkmale
Der Magellanzeisig erreicht eine Körperlänge von elf bis zwölf Zentimetern.[1] Es besteht ein auffälliger Geschlechtsdimorphismus.
Die Männchen der Magellanzeisige haben einen schwarzen Kopf, Nacken und Kehle. Die übrige Körperoberseite ist gelb mit einem olivgrünen Anflug. Die großen Flügeldecken sowie die Schwingen und die Schwanzfedern sind schwärzlich. Die Körperunterseite ist rein gelb, die Brust ist bei einzelnen Individuen bräunlich überlaufen. Der Schnabel ist ebenso wie die Füße schwarz-gräulich.
Die Weibchen sind deutlich weniger kontrastreich gefärbt. Ihre Körperoberseite ist ebenso wie der Kopf grünlich grau. Die Körperunterseite ist gräulich gelb und wird zum Körperende hin heller. Schnabel und Füße sind etwas blasser als beim Männchen.
Verbreitungsgebiet und Lebensweise
Das Verbreitungsgebiet des Magellanzeisigs erstreckt sich vom Süden Argentiniens und Chiles bis in den Süden von Kolumbien und Venezuela. Der Lebensraum sind Ebenen und hügeliges Land. Er kommt in Galeriewäldern, an Waldrändern, auf Plantagen, an bebuschten Ufern und Wegrändern sowie in Gärten und Parks vor.
Wie für Zeisige charakteristisch, lebt er überwiegend von Sämereien. Sein Nahrungsspektrum umfasst aber auch Insekten. Das Nest wird überwiegend vom Weibchen errichtet. Das Gelege besteht in der Regel aus drei bis vier Eiern. Es brütet allein das Weibchen. Die Brutzeit beträgt zwölf bis dreizehn Tage. Die Jungvögel werden mit etwa 18 Tagen flügge. Nach weiteren 10 bis 14 Tagen sind sie selbständig.
Unterarten
Es sind folgende Unterarten anerkannt:[2]
- Spinus magellanicus capitalis (Cabanis, 1866)[3] kommt vom zentralen Kolumbien bis in zentrale Ecuador und nordwestliche Peru vor.
- Spinus magellanicus paulus Todd, 1926[4] ist vom südlichen Ecuador bis ins südwestliche Peru verbreitet.
- Spinus magellanicus peruanus Berlepsch & Stolzmann, 1896[5] kommt in Zentralperu vor.
- Spinus magellanicus urubambensis Todd, 1926[6] ist vom südlichen Peru bis ins nördliche Chile verbreitet.
- Spinus magellanicus santaecrucis Todd, 1926[7] kommt im löstlichen zentralen Bolivien vor.
- Spinus magellanicus bolivianus (Sharpe, 1888)[8] ist im zentralen und südlichen Bolivien´verbreitet.
- Spinus magellanicus hoyi (König, C, 1981)[9] kommt in den zentralen Anden im nordwestlichen Argentinien vor.
- Spinus magellanicus tucumanus Todd, 1926[10] ist in den westlichen Anden im nordwesten Argentiniens verbreitet.
- Spinus magellanicus alleni Ridgway, 1899[11] kommt vom südöstlichen Bolivien über das westliche Paraguay und das nordöstliche Argentinien vor.
- Spinus magellanicus ictericus (Lichtenstein, MHC, 1823)[12] ist im östlichen und südlichen Paraguay und dem südöstlichen Brasilien verbreitet.
- Spinus magellanicus magellanicus (Vieillot, 1805)[13] kommt in Uruguay und dem östlichen Argentinien vor.
- Spinus magellanicus longirostris (Sharpe, 1888)[14] ist im südlichen Venezuela, dem westlichen Guyana und dem nördlichen Brasilien verbreitet.
Carduelis magellanica toddornis Wolters, 1949[15] wird heute als Synonym zu S. m. longirostris betrachtet.
Etymologie und Forschungsgeschichte
Die Erstbeschreibung des Magellanzeisigs erfolgte 1805 durch Louis Pierre Vieillot unter dem Namen Fringilla magellanica. Als Verbreitungsgebiet gab er fälschlicherweise die Magellanstraße an.[13] 1816 führte Carl Ludwig Koch die neue Gattung Spinus ein.[16][A 1] Dieser Name leitet sich von σπινος spinos für „einen nicht identifizierten Vogel“ laut Aristophanes, Dionysios und Hesychios von Alexandria ab. Meist wird damit eine Art Fink assoziiert.[17] Der Artepitheton bezieht sich auf die Magellanstraße.[13] Peruanus bezieht sich auf Peru[5], urubambensis auf den Río Urubamba[6], santaecrucis auf das Departamento Santa Cruz[7], bolivianus auf Bolivien[8] und tucumanus auf Provinz Tucumán.[10] Hoyi ist Gunnar Arthur Höy (1901–1996)[9] gewidmet, alleni Joel Asaph Allen (1838–1921)[11] und toddornis Walter Edmond Clyde Todd (1874–1969)[15] mit dem Zusatz ορνις, ορνιθος ornis, ornithos, deutsch ‚Vogel‘. Capitalis hat seinen Ursprung in lateinisch capitalis, caput, capitis ‚den Kopf betreffend, Kopf, Chef‘[18], paulus in lateinisch paulus ‚klein‘[19], longirostris in lateinisch longus ‚lang‘ und lateinisch -rostris, rostrum ‚-schnäblig, Schnabel‘ und ictericus in ικτερικος, ικτερος icterikos, icteros, deutsch ‚gelbsüchtig, gelblich‘.[20] Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay fünf Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) in Zanja Moroti im Bergland des Río Apa im Gran Chaco, zur Verfügung. Für Paraguay nannte er Spinus magellanicus ictericus und Spinus magellanicus alleni. In der Literatur betrachtete er für S. m. ictericus in von Alfredo Borelli (1858–1943) in Colonia von Pedro Risso, Luque sowie in Villarrica gesammelten und von Tommaso Salvadori beschriebenes Exemplaren[21], in Sapucai[22] durch Charles Chubb, im Departamento Alto Paraná[23] durch Arnaldo de Winkelried Bertoni und in Bernalcue[24] durch Walter Edmond Clyde Todd Nachweise für das Land. Zusätzlich nannte er für die Unterart Amarillo del grafarron von Félix de Azara. S. m. alleni sah er in der Literatur für Fort Wheeler und Puerto Pinasco[24] durch Todd, am Unterlauf des Río Pilcomayo[25] durch John Graham Kerr und in Monte Sociedad[26] durch Bertoni als nachgewiesen. Die Grenze zwischen beiden Unteraten betrachtete Laubmann den Río Paraguay.[27]
Gefährdung
Literatur
- Félix de Azara: Apuntamientos para la historia natural de los páxaros del Paragüay y Rio de la Plata. Band 1. Impr. de la viuda de Ibarra, Madrid 1802, S. 483–492 (google.de).
- Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch, Jan Sztolcman, John Gerrard Keulemans: On the Ornithological Research of M. Jean Kalinowski in Central Peru. In: Proceedings of the General Meetings for Scientific Business of the Zoological Society of London for the Year 1896. Band 12, Nr. 3, 1896, S. 322–388 (biodiversitylibrary.org).
- Arnaldo de Winkelried Bertoni in Mosè Giacomo Bertoni: Fauna paraguaya. Catálogos sistemáticos de los vertebrados del Paraguay : peces, batracios, reptiles, aves, y mamíferos conocidos hasta 1913. In: Descripcion fisica y economica del Paraguay. Band 59, Nr. 1. Establecimiento Gráfico M. Brossa, Asunción 1914, S. 1–86 (google.de).
- Arnaldo de Winkelried Bertoni: Sobre ornitología del Chaco Paraguayo. Aves colectadas por Félix Posner en la Colonia „Monte Sociedad“, hoy Benjamin Aceval (Villa Hayes). In: Revista de la Sociedad Científica del Paraguay. Band 2, Nr. 6, 1930, S. 241–258.
- Horst Bielfeld: Zeisige, Kardinäle und andere Finkenvögel. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1981, ISBN 3-8001-7063-9.
- Jean Louis Cabanis: Ueber neue oder weniger bekannte exotische Vögel. In: Journal für Ornithologie. Band 14, Nr. 18, 1866, S. 159–165 (biodiversitylibrary.org).
- Charles Chubb: On the Birds of Paraguay - Part IV. In: The Ibis (= 9. Band 4). Nr. 16, 1910, S. 571–647 (biodiversitylibrary.org).
- Carl Ludwig Koch: System der baierischen Zoologie - Die Säugethiere und Vögel Baierns. Band 1. in Kommission der Steinischen Buchhandlung, Nürnberg 1816 (digitale-sammlungen.de).
- Claus König: Formenaufspaltung des Magellanzeisigs (Carduelis magellanica) im zentralen Andenraum. In: Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde. Nr. 350, 1981, S. 1–10 (biodiversitylibrary.org).
- Alfred Laubmann: Die Vögel von Paraguay. Band 2. Strecker und Schröder, Stuttgart 1940, S. 136–138 (google.de).
- Martin Hinrich Lichtenstein: Verzeichniss der Doubletten des Zoologischen Museums der Königl. Universität zu Berlin : nebst Beschreibung vieler bisher unbekannter Arten von Säugethieren, Vögeln, Amphibien und Fischen. In Commission bei T. Trautwein, Berlin 1823 (biodiversitylibrary.org).
- Robert Ridgway: New Species, etc., of American Birds. -- III. Fringillid[ae] (Continued). In: The Auk. Band 16, Nr. 1, 1899, S. 35–37 (englisch, usf.edu [PDF; 126 kB]).
- Tommaso Salvadori: Viaggio del dottor Alfredo Borelli nella Repubblica Argentina e nel Paraguay, XVI. In: Bollettino dei musei di zoologia ed anatomia comparata della R. Università di Torino. Band 10, Nr. 208, 1895, S. 1–24 (biodiversitylibrary.org).
- Richard Bowdler Sharpe: Catalogue of the Passeriformes, or Perching Birds in the collection of the British Museum - Frinilliformes: Part III containing the Family Fringillidae. Band 12. Order of the Trustees, London 1888 (biodiversitylibrary.org).
- Walter Edmond Clyde Todd: A study of the neotropical finches of the genus Spinus. In: Annals of the Carnegie Museum. Band 17, 1926, S. 11–82 (biodiversitylibrary.org).
- Louis Pierre Vieillot: Histoire naturelle des plus beaux oiseaux chanteurs de la zone torride. Chez J.E. Gabriel Dufour, Paris 1805 (biodiversitylibrary.org).
- Hans Edmund Wolters: Beiträge zur Gattungssystematik der Vögel. Goecke und Evers, Krefeld 1949, S. 14 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche – 1949–1950).
Weblinks
- Spinus magellanicus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2024. Abgerufen am 13. Februar 2026.
- BirdLife International: Species Factsheet – Hooded Siskin (Spinus magellanicus)
- Magellanzeisig (Spinus magellanicus) bei Avibase
- Spinus magellanicus im Integrated Taxonomic Information System (ITIS)
- Magellanzeisig (Spinus magellanicus) auf eBird.org
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Magellanzeisig (Spinus magellanicus)
- Magellanzeisig in featherbase
- Hooded Siskin (Spinus magellanicus) in der Encyclopedia of Life. (englisch).
- Magellanzeisig auf oiseaux.net (französisch)