Magnetospirillum magnetotacticum
Art der Gattung Magnetospirillum
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Magnetospirillum magnetotacticum ist ein gramnegatives, mikroaerophiles, spiralförmiges, durch Geißel bewegliches und zur Aerotaxis fähiges Bakterium, das 1975 von R. P. Blakemore entdeckt wurde. Es kommt in der Sedimentschicht sauerstoffarmer Gewässer vor. Die Art ist 1981 ursprünglich mit einem anderen Namen (Aquaspirillum magnetotacticum) beschrieben,[1] 1991 der neu vorgeschlagenen Gattung Magnetospirillum zugeordnet[2] und 1992 mit dem neuen Namen Magnetospirillum magnetotacticum bestätigt[3][3] worden. Die Umbenennung erfolgte aufgrund der Ähnlichkeit zu Magnetospirillum gryphiswaldense.
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Magnetospirillum magnetotacticum | ||||||||||||
| (Maratea & Blakemore 1981) Schleifer et al. 1992 |
Die bemerkenswerteste Eigenschaft von M. magnetotacticum ist die Fähigkeit zur Magnetotaxis. Dazu hat das Bakterium im Cytoplasma eigene Organellen, die Magnetosomen, die aus Magnetit-Ketten bestehen.
Ähnliche Magnetit-Ketten wurden 1996 von NASA-Forschern im Marsmeteorit ALH 84001 gefunden, was diese als einen Hinweis für die eventuelle Existenz von Leben auf diesem Planeten ansahen. Bislang konnte jedoch kein Beweis für Leben auf dem Mars gefunden werden.
Magnetospirillum magnetotacticum ist auch in der Lage Uran zu fixieren. Das Bakterium nimmt Uran aus der Umgebung auf und baut es in die Peptidoglycanschicht der Zellwand ein. Es ist somit interessant für die Reinigung von mit Uran verschmutzten Orten, wie z. B. beim Uranabbau oder bei Kernkraftwerken.[4]
Literatur
- E. I. Friedmann, J. Wierzchos, C. Ascaso, J. Winklhofer: "Chains of magnetite crystals in the meteorite ALH84001: evidence of biological origin.", in: Proceedings of the National Academy of Sciences USA; 2001 Feb 27; 98(5): 2176-81.
- C. P. McKay, E.I. Friedmann, R. B. Frankel, D. A. Bazylinski (2003): "Magnetotactic bacteria on Earth and on Mars.", in: Astrobiology. 2003 Summer; 3(2): 263-70.
- Blakemore, R. P. (1975): Magnetotactic bacteria. Science 190: 77–379
- Blakemore, R. P. (1982): Magnetotactic bacteria. Annu Rev Microbiol 36:217–238
- Blakemore, R. P., Frankel, R. B. (1981): Magnetic navigation in bacteria. Sci Amer 245:42–49
- Shih-Bin Robin Chang & Joseph Lynn Kirschvink (1989): MAGNETOFOSSILS, THE MAGNETIZATION OF SEDIMENTS, AND THE EVOLUTION OF MAGNETITE BIOMINERALIZATION. Ann. Rev. Earth Planet. Sci. 1989. 17:169-95
Datenbanken
- LPSN, Stichwort „Magnetospirillum“ – https://www.bacterio.net/magnetospirillum.html
- NCBI, Taxonomy browser, Stichwort „Magnetospirillum magnetotacticum“ – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/Taxonomy/Browser/wwwtax.cgi?id=188