Maiori
italienische Gemeinde
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Maiori ist eine Gemeinde an der Amalfiküste in der italienischen Provinz Salerno. Sie gehört zur Bergkommune Comunità Montana Penisola Amalfitana. Schon zu Zeiten der Römer war diese Gegend beliebt für Erholungsaufenthalte. Maiori verfügt über den längsten ununterbrochenen Strandabschnitt der Amalfiküste.
| Maiori | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Kampanien | |
| Provinz | Salerno (SA) | |
| Koordinaten | 40° 39′ N, 14° 39′ O | |
| Höhe | 5 m s.l.m. | |
| Fläche | 16 km² | |
| Einwohner | 5.211 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Postleitzahl | 84010 | |
| Vorwahl | 089 | |
| ISTAT-Nummer | 065066 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Maioresi | |
| Schutzpatron | Heilige Maria | |
| Website | Maiori | |
Allgemeines
Wirtschaftlich ist in Maiori hauptsächlich der Tourismus bedeutend.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts hat Roberto Rossellini einige seiner bekanntesten Filme hier gedreht. 1946 Paisà, 1948 Il Miracolo (Das Wunder), die zweite Episodie des Films L’Amore (Die Liebe), La macchina ammazzacattivi (Die Maschine, die die Bösen tötet) und 1953 Il viaggio in Italia (Reise in Italien, auch: Liebe ist stärker).
Von Maiori aus führt die Amalfitana-Straße westwärts über Minori, Ravello (Ortsteil am Meer), Atrani, Amalfi, Praiano, Positano nach Sorrent. Nach Capri bestehen im Sommer direkte Schiffsverbindungen.
Gemeindegliederung
Geschichte
Bis heute weiß man nicht, wer eigentlich die Gründer von Maiori waren. Hierzu gibt es die unterschiedlichsten Aussagen. Von den Griechen zu den Etruskern, zu den Picentinern und den Römern oder dem Langobardenprinz Sicardo reichen die Theorien.
Der ursprüngliche Name von Maiori war Reghinna Maior, dies im Gegensatz zur Nachbargemeinde Reghinna Minor.
Eigentlich wurden alle Orte der Küste durch die sich abwechselnden Eroberer geformt – wie zum Beispiel die Etrusker und Römer. Darauf folgten zur Zeit des Falls des römischen Westreichs eigenständige Siedlungen. Zwischen 830 und 840 waren die Orte der Küste dann in einer Konföderation der amalfitanischen Staaten vereinigt. In der Seerepublik von Amalfi fanden sich die Orte zwischen Lettere und Tramonti und zwischen Cetara und Positano, sowie Capri vereinigt, deren Bewohner insgesamt Amalfitaner genannt wurden. Jede Stadt behielt in jener Zeit ihren eigenen Namen und ihre administrative Autonomie, hatte aber dennoch eine spezifische Rolle in diesem Bunde.

Mittelalter
Im Jahr 987 gründeten Benediktinermönche im Ortsteil Capo d'Orso den Konvent Santa Maria de Olearia, anfangs als Einsiedelei, im Jahr 1087 als Konvent.[2] Einer Legende zufolge wurde 1200 die Statue vonn Santa Maria a Mare am Strand von Maiori von Fischern gefunden. Heute noch wird am 15. August, dem Fest der Himmelfahrt Mariens, ihr zu Ehren ein Fest mit Musik gefeiert. Dabei laufen Träger mit der Statue der Jungfrau Maria die 127 Stufen der Treppe hinauf, die die Piazza D’Amato mit der Stiftskirche Santa Maria sul Mare, in der die Statue aufbewahrt wird.[3]
1222 wurden die der Abteien S. Maria de Stellis und S. Nicolo de Carbonara am Fuße des Falerzo errichtet. Beide sind allerdings nicht erhalten.
Maiori war lange Jahre ein treuer Verbündeter von Amalfi, sodass der Ort mehrfach heftig angegriffen und geplündert wurde, zuletzt im Jahr 1268 durch Flotten aus Pisa, dem Erzfeind Amalfis.[4]
Durch ein Seebeben und die Tsunami wurde Maiori 1343 in Mitleidenschaft gezogen.[5] Kurz darauf, im Jahr 1348 wurde der Ort von der Pest heimgesucht. Im nächsten Jahrhundert, im Jahr 1405 wurde der Chiesa e Convento di San Francesco errichtet. Die Türken zerstörten die Gebäude 1435 und auch 1558. Erweiterungsbauten wurden an der Kirche 1558 und 1590 vorgenommen. Heute zählt sie als Teil der Amalfi Küste zu den UNESCO Weltkulturerbe Italiens.[6]
Neuzeit
Erste Papiermühlen gab es in Maiori im 16. Jahrhundert. 1502 lieferte sich die Stadt Kämpfe mit Spaniern und den Franzosen. 1528 fand die blutige Schlacht zwischen Anjou und den Spaniern statt.[7] Am Ende des 16. Jahrhunderts, im Jahr 1589 verleibte sich Amalfi die Abtei S Maria Olearia samt ihrer Besitztümer ein. Rund 50 Jahre später, im Jahr 1656, wurde der Ort durch eine Pestepidemie so stark geschwächt, dass die Einwohnerzahl auf 700 Personen schrumpfte.[8] Philipp IV. erklärte die Stadt 1662 zur „Città Regia“ (Königliche Stadt).[7]
In den Jahren 1735 und 1773 gab es verheerende Überschwemmungen.
1860 schloss sich Süditalien, und damit auch Maiori, dem Italienischen Reich an.
20. Jahrhundert
Im Oktober 1910 fand eine durch die Überflutung eines Wildbachs hervorgerufene Überschwemmung statt, in der mehrere Personen ihr Leben ließen. König Viktor Emanuel III. besuchte Maiori kurz danach.[9] Während des Zweiten Weltkriegs landeten die Alliierten 1943 am Strand von Maiori[10] und wählten die Stadt zu ihrer Basis. Nach dem Krieg drehte Roberto Rossellini in den Jahren 1946, 1948 und 1953 drei Filme in Maiori.
Durch einen von Starkregen ausgelösten Erdrutsch im Jahr 1954 wurden viele Häuser in Maiori zerstört, sodass zahlreiche ältere Gebäude heute nicht mehr erhalten sind.[11][12]
Sehenswürdigkeiten
- Burg S. Nicola de Thoro-Plano
Die Burg umschließt ein Gebiet von ca. 7500 m².
- Kirche S.Rosario
- Kirche S. Maria a Mare
- Kloster S. Maria Olearia
Diese Abtei wurde im Jahre 973 von Benediktinermönchen gegründet, die dort eine Ölpresse betrieben. Daher auch der Name „S. Maria Olearia“ (olearia = Öl, ölig). Auf den ersten Blick sieht man die Abtei oft nicht, da sie besonders harmonisch ins Landschaftsbild eingefügt ist.
- Palazzo Mezzacapo
Der Palazzo Mezzacapo war bis zum 23. Mai 2009 der Sitz der Gemeindebüros und befindet sich in der Mitte des Corso Reginna, der zentralen Straße von Maiori. Er ist Zeuge der blühenden Vergangenheit von Maiori, denn einst war es die Residenz des Marquis Mezzacapo.
Man kommt durch eine massive, geschnitzte Holztür in den Palazzo. Wenn man einmal in dessen Innenhof ist, sieht man die beiden Marmortreppen, die rechts und links in die höheren Stockwerke des Palazzo führen, der aus vielen Zimmern besteht, von denen das wichtigste der Repräsentiersaal mit seiner großen gewölbten Decke ist.
Der Palazzo wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und von der Familie Mezzacapo komplett restauriert.
Während einer jüngeren Restaurierung haben die Restauratoren bemerkt, dass eines der Wandgemälde von Ludwig Richter stammen könnte.
Neben dem Palazzo befinden sich die Mezzacapogärten, die in der Form eines Malteserkreuzes angelegt sind.
- Wallfahrtskirche S. Maria delle Grazie
Die Wallfahrtskirche wurde während der Überschwemmung im Jahre 1910 zerstört und danach wieder aufgebaut. Im Innern ist das Gemälde La Visitazione (Mariä Heimsuchung) aus dem 14. Jahrhundert und der Taufbrunnen aus dem 13. Jahrhundert beachtenswert. Auch der Glockenturm und die Fassade aus dem 18. Jahrhundert sind bemerkenswert.
Ereignisse und Festlichkeiten
- Der Gran Carnevale Maiorese (Karneval in Maiori) im Februar/März
- Das Rossellini Film Festival (seit 2000 jährlich)
- Das Fest der Madonna dell’Avvocata (mit zweimaliger Wallfahrt zur Wallfahrtskirche an Pfingsten und am Pfingstmontag)
- Die Sagra della Melanzana (das Auberginenfest) im Ortsteil Vecite
- Das Fest von S. Maria a Mare am 15. August
