Höhere Krebse
Klasse im Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
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Die Höheren Krebse (Malacostraca) sind mit über 40.000 Arten die artenreichste Klasse innerhalb der Krebstiere.[1] Zu ihnen gehören neben den bekannten Krebsen wie Krabben, Hummer, Flusskrebse, Langusten und Garnelen auch die Flohkrebse, Asseln und Fangschreckenkrebse sowie verschiedene artenarme und selten vorkommende Gruppen wie die Thermosbaenacea.
| Höhere Krebse | ||||||||
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| Systematik | ||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||
| Malacostraca | ||||||||
| Latreille, 1802 | ||||||||
| Unterklassen | ||||||||
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Anatomie

- Der Kopf (Cephalon) besteht aus sechs Segmenten mit zwei Antennenpaaren, sowie Mandibeln, 1. und 2. Maxillen als Mundwerkzeuge. Die beiden antennentragenden Segmente und das Segment davor sind miteinander verschmolzen.
- Acht Brustsegmente mit je einem Beinpaar (Pereiopoden).
- Sechs Abdominalsegmente. Die Extremitäten (Pleopoden) am Abdomen (Pleon) haben ursprünglich eine Schwimmfunktion.
- Augen sitzen ursprünglich auf beweglichen Augenstielen.
- Ein zweikammeriger Magen, aus Filter- und Kaumagen im Hinterteil des Vorderdarms.
- Zentralnervensystem.
Systematik
Die Klasse der Höheren Krebse wird unterteilt in drei Unterklassen mit insgesamt 16 Ordnungen. Eine ausführlichere Darstellung der Systematik befindet sich in der Systematik der Höheren Krebse.
- Unterklasse Eumalacostraca
- Überordnung Eucarida
- Ordnung Amphionidacea
- Ordnung Zehnfußkrebse (Decapoda)
- Ordnung Leuchtgarnelen (Euphausiacea)
- Überordnung Ranzenkrebse (Peracarida)
- Ordnung Flohkrebse (Amphipoda)
- Ordnung Cumacea
- Ordnung Asseln (Isopoda)
- Ordnung Lophogastrida
- Ordnung Mictacea
- Ordnung Schwebegarnelen (Mysida)
- Ordnung Spelaeogriphacea
- Ordnung Scherenasseln (Tanaidacea)
- Ordnung Thermosbaenacea
- Überordnung Syncarida
- Ordnung Anaspidacea
- Ordnung Brunnenkrebse (Bathynellacea)
- Überordnung Eucarida
- Unterklasse Hoplocarida
- Ordnung Fangschreckenkrebse (Stomatopoda)
- Unterklasse Phyllocarida
- Ordnung Leptostraca
Fossilien
Alter und Ursprung der Malacostraca anhand des vorliegenden fossilen Materials abzuschätzen ist problematisch. Die ältesten fossilen Eumalacostraca stammen aus dem Devon.[2] Es herrscht aber Übereinstimmung darin, dass die Phyllocarida weitaus älter sind. Kambrische Fossilien, die traditionell den Phyllocarida zugerechnet werden,[3] sind aber in ihrer tatsächlichen phylogenetischen Stellung äußerst umstritten. Bekannte Fossilien wie Canadaspis perfecta aus dem kanadischen Burgess-Schiefer sind mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Phyllocarida, möglicherweise nicht einmal Crustacea,[4] andere mögliche Vertreter wie Perspicaris, Plenocaris und Hymenocaris sind in ihrer Zuordnung ebenso umstritten.[5] Die ältesten in ihrer Zuordnung halbwegs sicheren Malacostraca sind die Archaeostraca, deren früheste Vertreter aus dem ausgehenden Kambrium stammen.[6] Von den nach zahlreichen phylogenetischen Modellen ursprünglichsten Malacostraca, den Leptostraca, liegen allerdings überhaupt keine fossilen Funde vor. Damit kann das tatsächliche Alter der Gruppe kaum verlässlich abgeschätzt werden.[7]
Literatur
- Stefan Richter, G. Scholtz: Phylogenetic analysis of the Malacostraca (Crustacea). In: Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research. Band 39, 2001, S. 113–136, doi:10.1046/j.1439-0469.2001.00164.x (englisch).
Weblinks
- Die Klasse der Höheren Krebse (Malacostraca). Tree of Life Web Project, abgerufen am 26. Februar 2010 (englisch).
- Eumalacostraca bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am 26. Februar 2010