Malta Gaming Authority
maltesische Aufsichtsbehörde für Glücksspiele
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Die Malta Gaming Authority (MGA) – früher Lotteries and Gaming Authority (LGA) – ist eine Aufsichtsbehörde aus Malta, die die meisten Arten von Glücksspiel auf maltesischem Territorium reguliert. Dazu gehören staatsbasierte Casinos, Spielautomaten, Wettbüros, Buchmacher, Lotterien und Anbieter von Online-Casinos.

Geschichte
Durch den Lotteries and Other Games Act wurde die MGA 2001[1] damit beauftragt, die Anbieter von Glücksspielen in Malta zu regulieren und zu überwachen. Der Online-Glücksspielsektor ist für Malta ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Dieser Industriezweig erwirtschaftet mittlerweile 12 % des BIP Maltas. In dem von der MGA überwachten Bereich sind 6800 Menschen beschäftigt. 88 % davon sind für Unternehmen aus dem Bereich Online-Glücksspiel tätig.[2]
Aufgaben
Zu ihrer Hauptaufgabe gehört es, die Fairness und Transparenz der Spiele sicherzustellen. Darüber hinaus ist es ihre Aufgabe, kriminelle Vorgänge zu ermitteln und zu verhindern. Es geht dabei um die Bekämpfung von Geldwäsche und Korruption sowie den Schutz Minderjähriger und gefährdeter Spieler.
Die MGA war eine der ersten Behörden, die auch die Regulierung von Online-Glücksspielanbietern zu ihren Aufgaben zählten. Ziel der MGA ist es dabei auch, für Spieler eine sichere und vor Manipulationen geschützte Umgebung für Glücksspiele zu schaffen. Die MGA hat diverse Aufgaben in Verbindung mit der Regulierung von Glücksspielanbietern. Dazu zählt die Vergabe und Regulierung von Lizenzen und der Schutz der Rechte von Spielern. Die MGA hat dabei weitreichende Befugnisse und arbeitet mit der Polizei von Malta zusammen. Die MGA kann zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben Bußgelder verhängen und Lizenzen entziehen. Viele Casinos, die online in Deutschland Spiele anbieten, haben eine Lizenz aus Malta.[3]
Die MGA stellt eine Liste von in Malta unlizenzierten Online-Glücksspielseiten zur Verfügung.[4]
Geldwäsche und Korruption
2017 berichtete der Spiegel, dass die Malta Gaming Authority gegenüber den zu regulierenden Unternehmen ihren Aufsichtspflichten ungenügend nachkäme. Bereits 2015 wurde ein Glücksspielring der 'Ndrangheta durch die italienische Polizei ausgehoben, mehrere in Malta ansässige Glücksspielanbieter wurden in der Folge geschlossen.[5] Auch 2017 wurde von italienischen Strafverfolgern wegen Geldwäsche in maltesischen Glücksspielunternehmen für die italienische Mafia ermittelt.[6] Im gleichen Jahr wurde die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia mit einer Autobombe ermordet. Galizia recherchierte sowohl zu Korruption und Geldwäsche in Malta, die Rolle maltesischer Politiker und Unternehmen in den Panama Papers sowie zur Korruption in der Glücksspielbranche. Sie erhob auch Korruptionsvorwürfe gegenüber der Malta Gaming Authority.[7][8]
2018 wurde in Malta das Glücksspielgesetz geändert, um eine stärkere Regulierung der Branche zu ermöglichen. Gegen den damaligen Leiter der Behörde Heathcliff Farrugia wurde drei Jahre später ein Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen eingeleitet.[9][10] Er wurde 2024 verurteilt,[11] die folgende Berufung wurde abgewiesen.[12]
Zwischen 2017 und 2021 erhielt der damalige CTO der MGA Jason Farrugia und dessen Ehefrau ca. €150.000 von Iosif Galea, einem Consultant für Glücksspielunternehmen. Das Ehepaar gab an, den Mann nicht zu kennen. Farrugia wird die Weitergabe interner Informationen an Galea vorgeworfen, gegen Galea wurde wegen Consulting ohne gültige Lizenz ermittelt.[13] Galea selbst war in der MGA-Vorgängerorganisation LGA als Compilance Officer angestellt.[14] Er wurde auf Basis eines europäischen Haftbefehls auf Betreiben deutscher Strafermittler in Italien wegen Steuerbetrug festgenommen und in Deutschland zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.[15]
Mehrere Fälle sind bekannt, in denen Mitarbeiter der Malta Gaming Authority zu Glücksspielunternehmen im Umfeld der italienischen Mafia wechselten und diese in der Folge berieten.[16] Mario Galea, der von 2004 bis 2008 CEO der Vorgängerorganisaton LGA und 2013 Vorstand der MGA war, arbeitete anschließend als Berater für Glücksspielunternehmen. Gegen ihn wurde 2024 im Karibikstaat Curaçao wegen Betrug und Geldwäsche ermittelt. Galea wurde 2022 von der Regierung in Curacao als Berater engagiert, um eine Reform der Glücksspiel-Regulierung zu unterstützen, der Vertrag wurde 2023 beendet. Ihm wird vorgeworfen, mit Curaçaos Finanzminister Javier Silvania und zwei maltesischen Unternehmern mit vorläufigen Glücksspiellizenzen Geldwäsche und Betrug im Millionenumfang betrieben zu haben.[17]
2021 wurde angenommen, dass ungefähr 10 % der weltweiten Glücksspielunternehmen ihren Sitz in Malta haben.[9]
Weblinks
- Offizielle Website der Malta Gaming Authority (englisch)