Manfred Böttcher (Maler)
deutscher Maler und Grafiker (1933–2001)
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Leben
Im Alter von zwölf Jahren erhielt Böttcher 1945 Malunterricht in Mühlhausen bei Heinrich Figge, der ihm zu einer humanistischen Schulausbildung riet. 1948 besuchte er die Freie Schulgemeinde Wickersdorf, die er noch vor dem Abitur verließ und studierte von 1950 bis 1955 Malerei an der Hochschule der Künste Dresden. Seine Lehrer waren dort unter anderem Wilhelm Lachnit und Heinz Lohmar. Zu seinen Kommilitonen gehörten Werner Stötzer, Dieter Goltzsche und Harald Metzkes, die lebenslang zu seinen Künstlerfreunden zählten. Für die Diplomarbeit schuf Böttcher das Tafelbild Musizierende Studenten.[1] Seine Begabung wurde früh erkannt, und nach dem Studium wurde er Meisterschüler an der Akademie der Künste bei Heinrich Ehmsen. Während dieser Zeit entstanden die „schwarzen Bilder“, die von einigen Funktionären als zu rückwärts gewandt bezeichnet und damit strikt abgelehnt wurden.
1956 beteiligte sich Böttcher erstmals an der Jahresausstellung der Akademie der Künste mit dem Gemälde Männerporträt (1985 von der Nationalgalerie Berlin angekauft). Er hatte in der DDR eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1967 bis 1983 von der VI. Deutschen Kunstausstellung bis zur IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden.
Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Dresden kehrte er 1961 nach Berlin zurück und arbeitete dort freischaffend. Mehrere Ölgemälde Böttchers gehörten zur Ausstattung des Palasts der Republik.
Böttcher wurde auf dem Friedhof Berlin-Kaulsdorf beigesetzt.[2]
Böttcher ist der ältere Bruder des Malers und Bildhauers Joachim Böttcher.
Ehrungen
- 1978: Goethepreis der Stadt Berlin
- 1984: Käthe-Kollwitz-Preis
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Böttchers (unvollständig)
- Berlin: Neue Nationalgalerie[3]
- Berlin: Berlinische Galerie[4]
- Berlin: Kunstsammlung des Bundestages[5]
- Berlin: Kunstsammlung Pankow[6]
- Berlin: Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank
Weitere Werkbeispiele
Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur[7]
Tafelbilder
- Fischstand in der Markthalle (1964, Öl auf Leinwand)[8]
- Frühstück im Atelier (1966, Öl auf Leinwand; auf der VI. Deutschen Kunstausstellung)[9]
- Badende an der Spree (1968, Öl auf Leinwand; auf der VII. Deutschen Kunstausstellung)[10]
- Fischerstrand (1970, Öl auf Leinwand; auf der VII. Deutschen Kunstausstellung)[11]
- Fischerstrand (1975, Öl, 120 × 90 cm; Palast der Republik)[12]
- Seestillleben (Öl, 120 × 90 cm; Palast der Republik)
- Der Fischer (Öl, 120 × 90 cm; Palast der Republik)
- Strand mit Buhnen (Öl, 120 × 90 cm; Palast der Republik)
- Schweriner Parklandschaft (1977, Öl auf Leinwand; auf der VIII. Deutschen Kunstausstellung)[13]
Architekturbezogenes Werk
- Unterwasserwelt (1967, Wandgestaltung, Ei-Tempera, ca. 3 × 12 m; mit Metzkes; Berlin-Prenzlauer Berg, Storkower Straße, Speiseraum der Betriebsgaststätte des VEB Bau- und Montagekombinat IHB Berlin)[14]
Einzelausstellungen (unvollständig)
- 1964: Berlin-Weißensee, Kunstkabinett am Institut für Lehrerweiterbildung
- 1966: Berlin-Friedrichshain, Galerie im Turm
- 1971: Leipzig, Galerie „Wort und Werk“
- 1973: Magdeburg, Klubgalerie
- 1977: Berlin, Galerie am Prater
- 1983: Berlin, Galerie Mitte
- 1986: Rostock, Heinrich-Mann-Club
- 1988: Berlin, Galerie im Alten Museum
- 1992: Berlin, Akademie der Künste
- 1996: Berlin, Galerie Leo.Coppi
Postum
- 2001: Berlin Galerie Parterre
- 2003: Berlin, Galerie Ingeborg Vagt
Literatur
- Matthias Flügge: Manfred Böttcher. In: Bildende Kunst, Berlin, 1/1984, S. 38–39
- Manfred Böttcher. Malerei. Hrsg. Akademie der Künste zu Berlin, Berlin 1992
- Kathleen Krenzlin, Bernd Kuhnert, Jörg Makarinus: Manfred Böttcher 1933–2001. Verlag der Kunst, Dresden 2002, ISBN 3-364-00277-0.
- Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Teil I. Band 1. Künstler und ihre Werke. K. G. Saur, München 2008, S. 148
- Böttcher, Manfred. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 95/96
- Harald Metzkes: Die Welt spricht laut und hört nicht. In: Berliner Zeitung, 9. Januar 2001; Nachruf