Manfred Hamm

deutscher Fotograf From Wikipedia, the free encyclopedia

Manfred Hamm (* 13. Mai 1944 in Cainsdorf; † 11. April 2026 in Berlin[1]) war ein deutscher Fotograf. Bekannt wurde er durch seine Aufnahmen von Industriegebäuden und seine Bildbände zu speziellen fotografischen Themen.

Leben

Manfred Hamm wurde in Cainsdorf in der Nähe von Zwickau geboren. Als er elf Jahre alt war, ging seine Mutter mit ihm in den Westen Deutschlands, wo er einige Zeit in Köln verbrachte. Er ließ sich von 1961 bis 1963 in Ulm und München zum Werbe- und Theaterfotografen ausbilden. Von 1965 bis 1967 bereiste er Australien und Südostasien, wobei er sich durch Gelegenheitsjobs, beispielsweise als Fotograf finanzierte. 1967 siedelte er nach Berlin um, wo er bis 1970 als Assistent von Ben Wargin in der Galerie S arbeitete.

Ab 1970 war Manfred Hamm als Pressefotograf für verschiedene Zeitschriften tätig. 1977 erschien sein erster Bildband Berlin – Landschaft einer Stadt. Bekannt wurde der 1981 mit dem Fotoband Tote Technik – Ein Wegweiser zu den antiken Stätten von morgen.[1] Es folgten weitere Buchpublikationen und Fotoausstellungen. Ab 1984 war Hamm ein berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie.

Ab 2014 fotografierte Hamm nur noch selten, da das von ihm bevorzugte Filmmaterial nicht mehr hergestellt wurde. 2020 übergab er über 20.000 Negative und Dias aus seinem Archiv an das Stadtmuseum Berlin.[1]

Hamm starb im April 2026 im Alter von 81 Jahren.[1]

Werk (Auswahl)

  • mit Friedrich Schröder-Sonnenstern: Mondgeistfahrt. Bruckmann-Verlag, Berlin 1974.
  • Berlin – Landschaften einer Stadt. Nicolai-Verlag, Berlin 1977.
  • Berlin – Denkmäler einer Industrielandschaft. Nicolai-Verlag, Berlin 1978.
  • Caféhäuser. Nicolai-Verlag, Berlin 1979.
  • Dead Tech – A guide to the archeology of Tomorrow. Sierra-Club-Books, San Francisco CA 1981.
  • Tote Technik. Nicolai-Verlag, Berlin 1981.
  • Sterbende Zechen. Nicolai-Verlag, Berlin 1983.
  • Great Railway Stations of Europe. Thames and Hudson, London 1984.
  • Tote Technik. Ein Wegweiser zu den antiken Stätten von morgen Deutscher-Taschenbuch-Verlag, München 1984, ISBN 3-423-10319-1.
  • Gares, Fer et Styles. Herscher-Verlag, Paris 1984.
  • Bahnhöfe. Nicolai-Verlag, Berlin 1984.
  • Industriegeschichte des Wassers. VDI-Verlag, Berlin 1985.
  • Industriegeschichte des Textils. VDI-Verlag, Berlin 1988.
  • Niedersachsen und Bremen: Denkmale der Industrie und Technik. Nicolai, Berlin 1990.
  • Cafèhäuser. Mit R. M. Sommer-Bammel. TOTO-Japan, 1991.
  • Backsteinbauten zwischen Lübeck und Stralsund. Nicolai, Berlin 1990.
  • Ludwig Persius – Architektur des Königs. Gebrüder Mann, Berlin 1993.
  • mit Manfred M. Molter (Hrsg.) und Claus-Dieter Sprink: Köpenick : ein Bezirk von Berlin. Berlin 1993, ISBN 978-3-87584-430-6.
  • Die Berliner Vorstadt – Geschichte und Architektur eines Potsdamer Stadtteils. Nicolai, Berlin 1995.
  • Architektur und Schönheit – die Schinkelschule in Berlin und Brandenburg. Transit, Berlin 1997.
  • Berlin – Photographien von Manfred Hamm. Nicolai, Berlin 2000, 2. Auflage 2004.
  • mit Rolf Peter Sieferle: Die antiken Stätten von morgen. Ruinen des Industriezeitalters. Nicolai, Berlin 2003, ISBN 978-3-87584-407-8.
  • Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Meissner, Berlin 2007, ISBN 978-3-87527-114-0.
  • mit Michael Mende: Markthallen. Nicolai, Berlin 2008, ISBN 978-3-89479-290-9.
  • mit Michel Maugé und Michel Astroh: Konzerthäuser. m:com Mannheimer Kongress und Touristik, Mannheim 2012, ISBN 978-3-9814220-0-9.
  • mit Enno Kaufhold (Text): Berliner Porträts – Photographien. Eigenverlag, 2015, ISBN 978-3-00-047049-3 (limitierte Edition 500 Exemplare).
  • mit Claudia Kromrei (Text) und Thomas Bomm: Postmoderne Berlin. Niggli, 2019.

Sammlungen

Literatur

  • Katja Schulz: Manfred Hamm. Ein Blick auf sein fotografisches Lebenswerk. Greifswald 2010 (Staatsexamensarbeit).
  • Ulla Heise: Hamm, Manfred. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 68, De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-598-23035-6, S. 505.
  • Kürschners Handbuch der Bildenden Künstler. Band 1.
  • Thomas Wiegand und Manfred Heiting: Deutschland im Fotobuch. Steidl, 2011.
  • Lynne Warren: Encyclopedia of Twenthieth-Century Photography. Routledge, 2006.

Einzelnachweise

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