Manfred Stimming
deutscher Historiker
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Manfred Albert Otto Stimming (* 20. Juni 1885 in Kiel; † 9. März 1937 in Breslau, Provinz Niederschlesien)[1] war ein deutscher Historiker.
Leben und Werk
Stimming war Sohn des Romanisten Albert Stimming und dessen Ehefrau Magdalene, geborene Berkefeld. Nach der gymnasialen Schulausbildung ab 1895 in Göttingen studierte er von 1904 bis 1909 an den Universitäten Heidelberg, München und Göttingen Geschichte.
1908 wurde er an der Universität Göttingen mit der Arbeit Die Wahlkapitulationen der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz. (1233–1788) promoviert. 1909 legte er dort die Oberlehrer-Prüfung ab, noch im gleichen Jahr absolvierte er ein Volontariat im Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg. Von 1909 bis 1913 arbeitete er als Wissenschaftliche Hilfskraft bei der Historischen Kommission für des Großherzogtum Hessen, während er sich an der Universität Breslau auf seine Habilitation vorbereitete. Er habilitierte sich in Breslau 1913 mit einer Arbeit unter dem Titel Deutsche Verfassungsgeschichte vom Anfange des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Danach war er an der dortigen Universität als Privatdozent für Mittelalterliche Geschichte tätig. Stimming erhielt 1920/1921 das Ordinariat für Geschichte an der Universität Rostock als Vertretung für Hermann Reincke-Bloch.[2] 1924 wurde er als außerordentlicher Professor der Geschichtlichen Hilfswissenschaften an das Historische Institut der Universität Leipzig berufen. Er emeretierte 1933 aus gesundheitlichen Gründen.[3]
Ab 1918 war er gemeinsam mit Victor Loewe der Herausgeber der ersten Jahrgänge der Jahresberichte für deutsche Geschichte,[4] die von 1920 bis 1926 bis zur siebten Ausgabe bei Priebatsch in Breslau erschienen. Außerdem war Stimming Bearbeiter und Herausgeber des 1932 veröffentlichten ersten Bandes des Mainzer Urkundenbuches, in dem er Urkunden bis zum Tode des Erzbischofs Adalbert I. im Jahr 1137 edierte. Ihm gelang darin u. a. die Entlarvung von mittelalterlichen Urkundenfälschungen.[5]
Manfred Stimming ist nicht wie in der Literatur nachzulesen am 25. März 1937 in Göttingen verstorben, sondern bereits am 9. März 1937 in Breslau. Dieses ist den Angaben im Sterberegister des Standesamtes Breslau II zu entnehmen. Danach ist der Universitätsprofessor Manfred Stimming, 51 Jahre alt, wohnhaft in Göttingen, Nicolausbergerweg 31, geboren zu Kiel, verheiratet mit Maria-Lotte, geborene Günther, am 9. März 1937 im Breslauer Wenzel-Hancke-Krankenhaus verstorben.[1]
Werke (Auswahl)
Monografien
- Die Wahlkapitulationen der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz. 1233–1788. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1909.[6]
- Die Entstehung des weltlichen Territoriums des Erzbistums Mainz. Teil 1. Darmstadt 1913, DNB 571593712.
- Die Entstehung des weltlichen Territoriums des Erzbistums Mainz (= Quellen und Forschungen zur Hessischen Staatsgeschichte. Band 3). Großherzoglich Hessischer Staatsverlag, Darmstadt 1915, DNB 362816603.
- Deutsche Verfassungsgeschichte vom Anfange des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart (= Aus Natur und Geisteswelt. Band 639). Zugl. Halbil.-Schrift Breslau 1913. Teubner, Leipzig und Berlin 1920, DNB 362816611.
- Das deutsche Königsgut im 11. und 12. Jahrhundert. Band 1: Die Salierzeit (= Historische Studien. Band 149). Ebering, Berlin 1922, DNB 363189165.
- Deutsche Geschichte. Darstellung und Stoffauswahl für den Geschichtsunterricht. 3., verbesserte Auflage. Priebatsch, Breslau 1924.[7]
- (als Hrsg. und Bearb.): Mainzer Urkundenbuch. Band 1: Die Urkunden bis zum Tode Erzbischof Adalberts I. (1137) (= Arbeiten der Historischen Kommission für den Volksstaat Hessen). Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1932, DNB 730473953 (Nachdruck von 1972) (online).
Aufsätze
- Ein politisches Pamphlet aus dem Anfange des 18. Jahrhunderts. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. 17 (1912), ISSN 0083-5587, S. 254–258.
- Die heilige Bilhildis. Ein Beitrag zur Forschung über Urkundenfälschung und Heiligenlegende. In: Mitteilungen des Institus für Österreichische Geschichtsforschung. 37 (1917), Nr. 12, ISSN 0073-8484, S. 234–255.
- Kaiser Friedrich II. und der Abfall der deutschen Fürsten. In: Historische Zeitschrift 120 (1919), Nr. 1, ZDB-ID 2052403-1, S. 210–249.
- Ein staufischer Parteigänger im Kampfe Friedrichs II. gegen die römische Kirche. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 75 (1921), ISSN 0044-2607, S. 249–258 [zum Mainzer Domkustos Friedrich von Eberstein].
- Geschichte der politisch-rechtlichen Kultur und Verfassung im Mittelalter und in der Neuzeit. In: Archiv für Kulturgeschichte. 16 (1926), Nr. 1, ISSN 0003-9233, S. 83–98.
Zeitschriften
Literatur
- Minerva. Jahrbuch der gelehrten Welt. 27 (1925), ISSN 0076-8960, S. 701, 703 (online).
- Stimming, Manfred. In: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. 4 (1931), DNB 010029699, Sp. 2923.
- Stimming, Manfred. In Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist's? Unsere Zeitgenossen. 10 (1935), DNB 011155531, S. 1558. (archive.org).
Weblinks
- Literatur von und über Manfred Stimming im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Manfred Stimming. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag).
- Prof. Dr. phil. Manfred Stimming im Professorenkatalog der Universität Leipzig ( vom 29. November 2021 im Internet Archive).