Manfred Tripps

deutscher Kunsthistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

Manfred Wolfram Tripps (* 9. September 1925 in Böckingen; † 7. November 2010 in Heilbronn[1]) war ein deutscher Kunsthistoriker und Kommunalpolitiker. Ab 1971 war er Professor in Ludwigsburg.

Leben und Wirken

Manfred Tripps wurde als Sohn von Mathilde Caroline Tripps, geborener Geiger, und des Metallflugzeugbau-Meisters Hans Tripps, der später Elektromeister wurde, geboren. Zu seinen Vorfahren gehörte Georg Friedrich Thill, der Geheime Legationsrat des Herzogs Karl Eugen von Württemberg. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft beendete Tripps sein Abitur und absolvierte verschiedene Praktika als Keramiker, Buchbinder, Drechsler und Schreiner, um sich auf ein Kunsterzieherstudium vorzubereiten. Statt des Studiums durchlief er dann zunächst eine Handwerkslehre und eine Meisterprüfung, bevor er Kunstgeschichte, Archäologie, Geschichte, Germanistik (alter und neuer Zweig), mittelalterliche Wirtschaftsgeschichte und Soziologie an der Universität Heidelberg studierte, wo er mit der Note magna cum laude zum Dr. phil. promoviert wurde. Von 1967 bis 1968 war er Direktor der Werkkunstschule Mannheim (später Fachhochschule), danach von 1968 bis 1971 Direktor der Museen der Stadt Düren. 1971 ereilte ihn der Ruf an die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, wo er ab demselben Jahr Professor und von 1972 an Mitglied verschiedener Gremien war. Er war Mitglied des Senats und des großen Senats, Leiter des Fachbereichs V und 1974/1975 sowie 1979/1981 zweiter Stellvertreter des Rektors. 1981/1982 übernahm er zusätzliche einen Lehrauftrag an der Universität Stuttgart. Er war außerdem Mitglied des ICOM und des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker sowie der Landesfachschaft Werkerziehung/Technik Baden-Württemberg. Er wurde 1972 mit dem Certificate of Merit for distinguished Work in Art History (Cambridge und Oxford) sowie 1975 mit der Silbernen Medaille der Republik Italien für hohe Verdienste um die Pflege der italienischen Kunst und Kultur im Ausland ausgezeichnet. Von seinen Buchveröffentlichungen wurde seine Künstlermonografie zu Hans Multscher vom Auswärtigen Amt (1969) und auch international ausgezeichnet. Über den Bildhauer Multscher schuf Tripps mit Th. Müller und A. Schädler vom Bayerischen Nationalmuseum in München einen Film, der vom Dritten Programm des Bayerischen Fernsehens ausgestrahlt wurde. 1979 erhielt Tripps die Auszeichnung des Baden-Württembergischen Buches vom Staatsministerium Baden-Württemburg. Von 1980 bis 1989 gehörte er für die CDU dem Heilbronner Gemeinderat an, ab 1984 als Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Böckingen. Bis 1985 hatte er 54 Aufsätze in Sammelwerken und wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Im selben Jahr wurde er mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Manfred Tripp war evangelisch, ab 1961 verheiratet mit Gertrud Tripps, geborener Seitz, lebte in Heilbronn und in der Schweiz in Ringgenberg und hatte drei Kinder (Johannes, Christine und Wolf-Kersten). Sein Sohn Johannes Tripps wurde Kunsthistoriker und Hochschullehrer.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Hans Multscher. Seine Ulmer Schaffenszeit 1427–1467 (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 8). Weißenhorn 1969.
  • mit Franz Decker: Düren. Weidlich, Frankfurt am Main 1971.
  • Konrad Rötlin – der Rottweiler Bildhauer Kaiser Maximilians? Kunsthistorische Probleme in neuer Sicht; zu den Forschungen von Heinrich Adrion. In: Baden-Württemberg. Band 7, 1971, S. 2–7.
  • Spätgotisches gemaltes Glas in St. Kilian zu Heilbronn. In: Jahrbuch für schwäbisch-fränkische Geschichte. Band 28, 1976, S. 151–167.
  • mit Ludwig Windstoßer: Baden-Württemberg im Wandel der Geschichte. Rüber, Stuttgart 1979.
  • Hans Multschers Frankfurter Gnadenstuhl. Ehemaliges Herzstück einer „Vierge Ouvrante“? In: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte. Band 58, 1999, S. 99–111.

Literatur

Einzelnachweise

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