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Maniac Mansion

Computerspiel aus dem Jahr 1987 From Wikipedia, the free encyclopedia

Maniac Mansion ist ein 1987 erschienenes Point-and-Click-Adventure der Firma Lucasfilm Games (heute LucasArts), das von Ron Gilbert und Gary Winnick entwickelt wurde. Mit seinem damals innovativen Bedienkonzept gilt Maniac Mansion als wichtiger Meilenstein des Genres.

PublisherVereinigte StaatenVereinigte Staaten Lucasfilm Games
DeutschlandDeutschland Softgold
JapanJapan Jaleco
SpanienSpanien Erbe Software
Veröffentlichung5. Oktober 1987
Schnelle Fakten Entwickler, Publisher ...
Maniac Mansion
Entwickler Lucasfilm Games
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lucasfilm Games
DeutschlandDeutschland Softgold
JapanJapan Jaleco
SpanienSpanien Erbe Software
Leitende Entwickler Ron Gilbert
Gary Winnick
Veröffentlichung 5. Oktober 1987
Plattform Apple II, Atari ST, C64, Amiga, MS-DOS, NES
Spiel-Engine SCUMM
Genre Point-and-Click-Adventure
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Tastatur, Maus oder Joystick
Medium Diskette, Steckmodul
Sprache Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch, Spanisch, Schwedisch
Altersfreigabe
USK
USK ab 12 freigegeben
USK ab 12 freigegeben
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Inhalt

Handlung

Die Haupthandlung spielt im Jahr 1987. Nahe dem Herrenhaus der Familie Edison war „vor genau 20 Jahren“ ein seltsamer Meteor niedergegangen, dessen Aufprall die Anwohner des Hauses aus dem Schlaf riss. Seitdem gehen Gerüchte um, dass es in dem Haus spuken soll und dass dort schon Besucher verschwunden sind. Letzteres scheint nicht ganz unwahr zu sein, denn kurz vor Spielbeginn verschwindet die junge Studentin Sandy Pantz. Ihr Freund Dave Miller trommelt sofort seine Clique zusammen, um Sandy aus dem Herrenhaus zu befreien.

Es stellt sich heraus, dass Sandy von dem ältlichen, senilen und mittlerweile wahnsinnig gewordenen Wissenschaftler Dr. Fred Edison entführt wurde, um Letzterem als Laborexperiment zu dienen. Offenbar steht der Doktor unter dem Einfluss des seltsamen Meteors, der nahe dem Herrenhaus niedergegangen war. Der vermeintliche „Meteor“ ist in Wahrheit ein bösartiger, außerirdischer Parasit, der vor der Weltraumpolizei geflohen war und nun Zuflucht auf der Erde gefunden hat. Er kann starke Strahlungen aussenden, mit denen er Umstehende einer Gehirnwäsche unterzieht und sie dann wie Marionetten steuert. Dave schleicht sich nun mit zwei ausgesuchten Freunden in die Villa hinein und erkundet das Anwesen in der Hoffnung, irgendwelche Hinweise auf Sandys Aufenthaltsort zu finden. Dabei werden sie von Dr. Freds Ehefrau, der nicht minder senilen und verrückt gewordenen Krankenschwester Edna und vom eigenbrötlerischen Sohn Ed aufs Korn genommen. Auf dem Dachstuhl des Hauses hat sich außerdem ein intelligentes Tentakelwesen häuslich eingerichtet, das den Zugang zu den oberen Stockwerken eifersüchtig bewacht. Ein weiteres Tentakelwesen patrouilliert den Keller des Anwesens auf der Suche nach potentiellen Eindringlingen. Zu guter Letzt blockiert eine äußerst bissige Fleischfressende Pflanze namens Chuck den Zugang zu weiteren Dachstühlen.

Der Spieler übernimmt abwechselnd die Rollen von Dave und zwei vor Spielbeginn auswählbaren Freunden, die Dave auf seiner Mission unterstützen wollen. Abhängig von der Zusammenstellung des Teams ergeben sich dabei verschiedene Ansätze zur Lösung der Rettung. Die drei vom Spieler gesteuerten Personen müssen zusammenarbeiten, um Sandy zu befreien und Dr. Fred nebst Meteor zu stoppen.

Charaktere

Am Anfang wählt der Spieler zwei von sechs möglichen Figuren aus, welche anschließend Dave in das Haus begleiten. Zur Verfügung stehen Syd, Michael, Wendy, Bernard, Razor und Jeff. Syd und Razor sind Musiker, die im Verlauf des Spiels mit Hilfe eines Klaviers zur erfolgreichen Rettung von Sandy beitragen können. Michael ist Fotograf, Wendy möchte Schriftstellerin werden, und Bernard ist Vorsitzender eines Physik-Klubs. Auch diese drei können mit ihren Fertigkeiten zur Rettung beisteuern. Allein Jeff, der „normalerweise am Strand rumhängt und auch auf den Namen ‚Surfer Dude‘ hört“, kann zwar wie Bernard das Telefon reparieren, trägt aber nichts zur Lösung des Spiels bei.

Spielprinzip und Technik

Technisch basiert der Titel auf der ersten Version von LucasArts’ SCUMM-Sprache.[1] Die Benutzeroberfläche ist dreigeteilt, in einen Bereich für Aktionsverben, ein darunter angeordnetes, aus Worten bestehendes Inventar der Spielfigur und den Spielbildschirm, der den größten Teil des oberen Bildes einnimmt. Die Zwischensequenzen sind in Spielgrafik gehalten.

Lucasfilm Games erschuf mit Maniac Mansion zwar nicht das erste mausgesteuerte Point-and-Click-Adventure (wie oft irrtümlich angenommen wird), verhalf jedoch mit seinem neuen, intuitiven Bedienkonzept dem Point-and-Click-Adventure endgültig zum Durchbruch.

Neben der grafischen Oberfläche bestach die SCUMM-Engine durch Bildlauf. Das Team prägte den Begriff Cutscene für gescriptete Zwischensequenzen, die ohne Übergang den Spieler aus dem aktuellen Geschehen rissen. Aufgrund technischer Limitierungen sind die Hintergründe häufig wiederholende Muster. Die Engine war multitaskingfähig, so dass Skripte parallel und in eigenen Prozessen laufen konnten.[2]

Produktionsnotizen

In diesem Spiel wurden die Grundlagen für viele Running Gags der nachfolgenden Spiele gelegt. Legendär ist in Spielerkreisen das fehlende Kettensägenbenzin, das in Zak McKracken und Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge thematisch aufgegriffen wird. Auch Chuck die Pflanze hatte in diesem Spiel ihr Debüt.

Insgesamt gibt es, abhängig von der Wahl der Figuren, fünf mögliche Lösungswege:[3]

  1. Die Weltraumpolizei benachrichtigen (Bernard baut die Radioröhre aus und setzt sie auf den Sockel des Funkgeräts).
  2. Einen Plattenvertrag abschließen (Razor oder Syd nehmen ihr Klavierspiel auf einer Kassette auf, geben es dem grünen Tentakel und schicken sein Demo-Tape an den Verlag).
  3. Den Sohn Ed als Freund gewinnen (Michael übergibt Ed dessen geliebten Hamster, sein sehnlichst erwartetes Paket und er entwickelt für ihn die Bilder von Eds Plänen aus der Fotorolle).
  4. Einen Buchvertrag abschließen (Wendy überarbeitet Eds Manuskript und schickt es an den Verlag).
  5. Den Meteor mit dem Raketenauto Ed’s Edsel ins Weltall befördern oder an Chuck, die Pflanze, verfüttern.

Im Spiel ist auch ein kleines Easter Egg auf das damals noch von LucasArts entwickelte Spiel Rescue on Fractalus enthalten: Beim Blick durch das Teleskop im Haus erscheint auf einem anderen Planeten ein grüner Fractulaner.

Maniac Mansion hat von allen LucasArts-Adventures die größte Zahl an roten Heringen, was zum Teil auch daran liegt, dass verschiedene Gegenstände erst mit anderen, nicht eingesetzten Teammitgliedern sinnvoll nutzbar werden.

Maniac Mansion diente als loser Hintergrund zur gleichnamigen Fernsehserie, die zwischen 1990 und 1993 in Kanada und den USA ausgestrahlt wurde. Eine deutsche Ausstrahlung unter dem Titel Das Tollhaus erfolgte 1991/92 auf Tele 5 und 1995 auf Kabel1.[4]

Das Haupthaus der Skywalker Ranch, des damaligen Firmensitzes von Lucasfilm Games, inspirierte die Entwickler von Maniac Mansion beim Design des Gebäudes, in dem Maniac Mansion spielt.[2]

Portierungen

Das Spiel erschien 1987 ursprünglich für den Commodore 64. Darauf folgten Portierungen für den Apple II und das Betriebssystem MS-DOS mit EGA-Grafik. Später erschienen technisch verbesserte Versionen für Amiga, Atari ST und eine erneuerte Enhanced Version für MS-DOS. 1990 folgte eine Portierung für die Spielkonsole NES, die sowohl grafisch als auch von der Bedienung her angepasst wurde. Diese Version wurde auf Verlangen des Herstellers Nintendo zensiert: Gewaltdarstellungen, sexuelle Anspielungen und Schimpfwörter wurden entfernt.[5] Dies betraf auch die deutsche Version, die allerdings sprachlich weniger stark verfremdet wurde.[6]

Dem 1993 erschienenen Folgetitel Day of the Tentacle lag das originale Maniac Mansion als Easter Egg bei, das innerhalb des Spiels gestartet werden kann.[7] Auch in dem Computerspiel-Remaster von Day of the Tentacle blieb der Vorgänger Maniac Mansion integriert.[8]

Es gibt eine aktualisierte Fanversion Maniac Mansion Deluxe in VGA-Grafik aus dem Jahr 2004.[9]

Rezeption

Weitere Informationen Wertungsspiegel, Publikation ...
Wertungsspiegel
PublikationWertung
Commodore 64DOSNES
ASM10/12[10]k. A.7/12[11]
Amiga Joker75 %[12]k. A.k. A.
Happy Computer88 %[13]k. A.k. A.
Megablast85 %[14]k. A.k. A.
PC Playerk. A.88[15]k. A.
Play Timek. A.k. A.92 %[16]
Power Playk. A.88 %[17]k. A.
Totalk. A.k. A.1 minus
Zzap!6493 %[18]k. A.k. A.
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Maniac Mansion erhielt fast durchgehend positive Bewertungen in der Fachpresse. Die innovative Steuerung, der Humor und das Charakterdesign wurden besonders gelobt. Aufgrund der verschiedenen Gruppenkonstellationen, welche zu Beginn des Spiels ausgewählt werden können, gibt es viele, teils deutlich unterschiedliche, Wege das Spiel erfolgreich zu beenden. Auch dies wurde sehr positiv aufgenommen, da es den Wiederspielwert erhöhe.

Das britische Zzap!64-Magazin sah im Setting und der Atmosphäre des Spiels Parallelen zum Film The Rocky Horror Picture Show und zur Zeichentrickserie Scooby-Doo. Das Bedienkonzept des Spiels sei „kinderleicht“ zu erlernen und mache es „unglaublich einfach“, in die Handlung einzutauchen. Ein zentraler Bestandteil des Spiels sei die Erkundung des namensgebenden Maniac Mansion, das Unmengen an Dingen zu erforschen und mitzunehmen biete. Gelobt wurden auch Humor, Animationen und Zwischensequenzen des Spiels. Kritisiert wurde hingegen die „trostlose“ Umverpackung des Spiels.[18]

„Sehr sanft geht es in diesem Spiel (beinahe hätte ich Film gesagt) ja nicht zu, aber es soll ja eine filmgleiche Atmosphäre herrschen, was mit den oben genannten Einspielungen unterstrichen wird. Außerdem ist diese Idee ja dermaßen originell! MANIAC MANSION dürfte eines der besten Programme dieses Jahres (wenn nicht dieses Jahrzehnts) sein.“

Manfred Kleimann: Aktueller Software Markt[10]

„Das ist Software, die zeigt, was fähige Programmierer können: komplex, benutzerfreundlich und höchst unterhaltsam. […] Zur Grafik ist vielleicht zu sagen, daß sie technisch den Commodore nicht ausnutzt (kein Soft-Scrolling, wenig Farben). Die witzigen Zeichnungen trösten darüber locker hinweg.“

Das Fachmagazin Adventure Gamers ordnete Maniac Mansion 2011 in seiner Liste Top 100 All-Time Adventure Games auf Platz 72 ein.[19]

Einzelnachweise

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