Manterinbach

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Der Manterinbach, am Unterlauf ab Lenting Lentinger Bach genannt, ist ein rechter Zufluss des Köschinger Bachs im oberbayerischen Landkreis Eichstätt. Der Bach mündet nach einem 8 km langen Lauf beständig nach Südosten kurz vor dem Markt Kösching beim Weiler Desching in den Köschinger Bach.

Schnelle Fakten
Manterinbach
Unterlaufname ab Lenting: Lentinger Bach
Der Gewässerzug Manterinbach–Köschinger Bach–Mailinger Bach

Der Gewässerzug Manterinbach–Köschinger Bach–Mailinger Bach

Daten
Gewässerkennzahl DE: 133842
Lage Südliche Frankenalb
  • Köschinger Molassealb

Bayern

Flusssystem Donau
Abfluss über Köschinger Bach Donau Schwarzes Meer
Quelle westlich von Wettstetten
48° 49′ 41″ N, 11° 23′ 56″ O
Quellhöhe 399 m ü. NHN[BA 1]
Mündung als Lentinger Bach bei Kösching-Desching in den Köschinger Bach
48° 46′ 22″ N, 11° 34′ 54″ O
Mündungshöhe ca. 372 m[BA 1]
Höhenunterschied ca. 27 m
Sohlgefälle ca. 3,4 
Länge 8 km[GV 1]
Einzugsgebiet 34,91 km²[GV 2]
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Der Name Manterinbach bedeutet Wiesen-Rinnbach von althochdeutsch matta, mittelhochdeutsch mate für Wiese und althochdeutsch rinna, mittelhochdeutsch rinne für Wasserrinne, Quell. Um 1900 wurde der Bach im Gemeindeplan von Wettstetten „die Manterin“ und von den Ortsbewohnern meist „D'Mant'rin“ genannt.[1]

Geographie

Der Manterinbach entspringt zwischen dem Weiler Rackertshofen vom Markt Gaimersheim im Westen und dem namengebenden Pfarrdorf der Gemeinde Wettstetten an einer kleinen Waldinsel schon auf Wettstettener Gemarkung in einer Höhe von etwa 399 m ü. NHN. Auf seinem Lauf konstant nach Südosten durchquert der Bach nach ca. 0,8 km den Ort Wettstetten. Weiter abwärts wird der Bach von der Kreisstraße EI 43 gekreuzt und wechselt dann aufs Gebiet der Gemeinde Lenting. Er durchfließt auch dessen namengebendes Pfarrdorf, das weit überwiegend linksseits liegt. Von dort an heißt der Bach Lentinger Bach. Er fließt gleich nach dem Ortsende unter der A 9 hindurch und tritt über aufs Gebiet von Markt Kösching. Dort mündet er wenig oberhalb von dessen Weiler Desching von rechts und auf etwa 372 m ü. NHN in den Köschinger Bach. Der Köschinger Bach ist oberhalb des Manterinbachs kürzer und hat ein kleineres Teileinzugsgebiet als dieser.

Zwischen Wettstetten und Lenting liegen einige Teiche am Bach und auch weiter entfernt davon. Dieser hat, außer wenigen namenlosen Entwässerungsgräben vor allem nach Lenting, keine Zuflüsse.

Unterhalb von Lenting im sogenannten Moos, einer weiten Talebene, wurde der Bach begradigt und verlegt, weshalb heute der Siedlungsplatz Lentinger Mühle einiges vom Lauf entfernt liegt.[BA 2]

Geschichte

Bis 1957 hatte der Manterinbach jedes Jahr weite Flächen der Ortsflur von Lenting überschwemmt und die im Tal liegenden Höfe gefährdet. Die Wiesen waren wegen der Überschwemmungen sumpfig. Immer wieder wurde in der Chronik das „große Wasser“ erwähnt, so im Dezember 1833, Januar 1834, Januar 1862, Januar 1865, Januar 1867. Lenting war aber nicht allein betroffen. Die letzte Überschwemmung war 1956, denn 1957 wurde die Regulierung und Befestigung des Manterinbaches in Lenting durchgeführt, die zuvor an Geldmangel gescheitert war.[2]

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet des über den Köschinger Bach und die Donau zum Schwarzen Meer entwässernden Manterinbachs umfasst 34,91 km². Es erstreckt sich oberhalb der Bachquelle gewässerlos weit nach Westnordwesten bis Hitzhofen und nach Nordnordosten bis nach Appertshofen in der Gemeinde Stammham. Westlich dieses Ortes liegt der höchste Punkt auf dem 519 m ü. NHN[BA 1] hohen Gipfel des Eichelbergs.

Das Einzugsgebiet grenzt an die folgender Nachbargewässer:

  • im Norden an das des Schambachs und dann kurz auch des Birktalbachs, zweier Zuflüsse der Altmühl bei Arnsberg und Kipfenberg;
  • im Nordosten an das des Kelsbachs, der bei Pförring in einen Altlauf der Donau mündet;
  • im Osten liegt unmittelbares Einzugsgebiet des aufnehmenden Köschinger Bachs, der donaunah in den Mailinger Bach mündet, ebenfalls rin Zufluss der Donau;
  • im Westsüdwesten verläuft die Wasserscheide gegen andere Zuflüsse des Mailinger Bachs, die in diesen meist über den Retzgraben entwässern;
  • Jenseits der nur kurzen Wasserscheide im Westen führt die Pfünz den Abfluss der anderen Seite wieder zur Altmühl.

Das ganze Gebiet gehört naturräumlich zur Südliche Frankenalb. Der Gewässerlauf liegt in deren Unterraum Köschinger Molassealb, während die höheren Gebietsanteile im Norden und Westen Anteo an deren Unterräumen Kaisheimer Alb, Adelschlager Hochfläche und Nassenfelser Molassealb haben. Wegen der Verkarstung gibt es dort keine beständigen Wasserläufe.

Orte am Manterinbach

Ortschaften am Lauf mit ihren Zugehörigkeiten. Nur die Namen tiefster Schachtelungsstufe bezeichnen Siedlungsanrainer.

Landkreis Eichstätt

  • Gemeinde Wettstetten
    • Wettstetten (Pfarrdorf)
  • Gemeinde Lenting
    • Lenting (Pfarrdorf, überwiegend links)
    • Lentinger Mühle (Einöde, mit etwas Abstand links)
  • Markt Kösching

Einzelnachweise

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