Manzana de los Jesuitas
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Die Manzana Jesuítica ist ein Häuserblock in der argentinischen Stadt Córdoba, der von den Jesuiten im 17. Jahrhundert als Zentrale ihrer Tätigkeit in der spanischen Provinz Paraguay im Vizekönigreich Peru errichtet wurde.
| Jesuitenblock und Estancias von Córdoba | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (ii)(iv) |
| Fläche: | 38,12 ha |
| Referenz-Nr.: | 995 |
| UNESCO-Region: | Lateinamerika und Karibik |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2000 (Sitzung 24) |
Der Block, direkt im Zentrum unweit der Plaza San Martín gelegen, ist einer von 70, die bei der Gründung der Stadt ausgewiesen wurden. Der Grundriss von Córdoba folgt wie viele spanische Kolonialstädte dem rechtwinkligen Schachbrettmuster, das die Leyes de Indias vorschrieben.[1][2] Die Jesuiten nahmen ihn 1599 in Besitz und residierten dort bis zu ihrer Vertreibung 1767. Zur Finanzierung ihrer Tätigkeit erwarben sie mehrere Landgüter (Estancias) in der Umgebung. Die erhaltenen Baudenkmäler des Blocks und die Gebäude der Estancias gehören seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO und gelten als herausragendes Beispiel der jesuitischen Bau- und Siedlungstätigkeit in Südamerika.[3]
Baudenkmäler im Einzelnen
Konvent Santa Teresa
Der Konvent Santa Teresa (nicht zu verwechseln mit einem nahe gelegenen gleichnamigen Kloster) wurde 1687 aus einem normalen Wohnhaus renoviert. Seit 1980 beherbergt er ein Museum, in dem die historischen Räume (Kapelle, Sakristei, Krypta) besichtigt werden können.
Kirche Compañía de Jesús
Die Kirche Compañía de Jesús ist die älteste noch erhaltene Kirche Argentiniens (erbaut 1671). Der Altar stammt aus dem peruanischen Cuzco. Links der Kirche befindet sich in einer ebenfalls aus dieser Zeit stammenden Kapelle heute der Graduiertensaal der Universität von Córdoba.
Kapelle der Jesuitenresidenz
Die Kapelle der Jesuitenresidenz, ebenfalls aus dem Jahr 1671, zählt zu den Meisterwerken der argentinischen Kolonialarchitektur.
Rektorat der Universität von Córdoba
Das Rektoratsgebäude steht auf dem historischen Grundstück des 1613 gegründeten Colegio Máximo. Die formelle Gründung der Universität erfolgte 1622. Das Mauerwerk und die Gewölbe des Erdgeschosses stammen aus dem 18. Jahrhundert, während das Obergeschoss im 19. Jahrhundert errichtet wurde. Die Fassade wurde um 1910–1920 von Johannes Kronfuß gestaltet.[4]
Colegio Convictorio de Nuestra Señora de Montserrat
Das Colegio Convictorio de Nuestra Señora de Montserrat wurde 1687 von den Jesuiten erbaut und diente als bedeutende Schule. Es besteht bis heute und ist der Universität von Córdoba angegliedert.
Paläontologisches Museum
In einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert befindet sich das Paläontologische Museum, das unter anderem ein Fossil des heute als ausgestorben geltenden Seeskorpions Megarachne servinei beherbergt. Dieses wurde ursprünglich für die größte bekannte Spinne der Welt gehalten (34 cm lang).[5]
Die jesuitischen Landgüter
Einige der Güter bildeten in der Folgezeit die Zentren für sich entwickelnde Städte. Fünf von ihnen wurden als Welterbestätten ausgezeichnet:
- Estancia in Alta Gracia (ca. 35 km südwestlich)
- Estancia Santa Catalina in der Sierra Chica (ca. 61 km nördlich)
- Estancia in Jesús María (ca. 50 km nördlich)
- Estancia in Colonia Caroya (ca. 48 km nördlich)
- Estancia La Candelaria in der Sierra Grande (ca. 73 km nordwestlich)
Die Jesuiten betrieben auf diesen Estancias Landwirtschaft und Viehzucht, um ihre Missionsstationen und Schulen, darunter das Colegio Máximo in Córdoba, zu finanzieren.[6.1] Die Güter waren oft weitläufige Anwesen, die als autarke Wirtschaftszentren mit eigenen Kapellen und Werkstätten dienten.[6.2]
Weblinks
- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
