Maoz Inon
israelischer Friedensaktivist und Unternehmer
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Maoz Inon (hebräisch מָעוֹז יִנּוֹן Maʿōz Jinnōn; geboren 1975 in Nir ʿAm)[1] ist ein israelischer Unternehmer und Friedensaktivist. Er begründete mehrere Tourismusprojekte in Israel und im Nahen Osten, darunter den Jesus Trail, das Fauzi Azar Inn und die Marke Abraham Hostel. Seit der Ermordung seiner Eltern beim Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 setzt sich Inon für den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern ein.[2][3][4][5][6][7]
Biographie
Maoz Inon kam 1975 als Sohn eines Landwirts und einer Künstlerin im Kibbutz Nir ʿAm zur Welt, das im Nordwesten des Negev liegt. Als er 14 Jahre alt war, zog seine Familie in die benachbarte Gemeinde Netiv haʿAssara, die auch im Grenzgebiet Israels zum Gazastreifen liegt.
Unternehmer im Tourismus
Inons Arbeit in der Tourismusbranche konzentriert sich hauptsächlich auf Rucksacktouristen und Individualreisende in Israel. Er formuliert das Ziel, durch die Förderung eines verantwortungsvollen Tourismus auch positive politische Veränderungen durch die Förderung der lokalen Wirtschaft zu bewirken.[8]
Im Jahr 2005 gründete Maoz Inon in Zusammenarbeit mit einer einheimischen arabischen Familie das Gästehaus Fauzi Azar Inn in der Altstadt von Nazareth.[9][10] Das Hostel wurde eingerichtet, um die Altstadt zu revitalisieren, die unter hoher Kriminalität, Verfall und geringen Touristenzahlen zu leiden hatte. Es sollte auch eine Plattform für den interkulturellen Dialog zwischen jüdischen und arabischen Israelis bieten und internationale Touristen über Israel informieren.[9] Im Jahr 2011 erhielt Maoz' Gästehaus den World Responsible Tourism Award für sein Engagement für nachhaltige Gemeindeentwicklungen.[9] Das Fauzi Azar Inn führte zu einer Wiederbelebung des Tourismus in der Altstadt von Nazareth und es wurden zahlreiche weitere Gästehäuser eröffnet.[11]
2007 gründete Maoz Inon ein weiteres Projekt in Galiläa, den Jesus Trail. Der 65 Kilometer lange Weg wurde von Maoz' persönlichen Erfahrungen mit Fernwanderungen auf der ganzen Welt inspiriert und von dem Bedürfnis, die verschiedenen religiösen Stätten und Gemeinden der Region durch einen Wanderweg zu verbinden. Der Weg ist dem Umweltschutz verpflichtet und ermutigt die lokalen Gemeinden, Verantwortung für die Abfallentsorgung zu übernehmen. 2011 beging der britische Premierminister Tony Blair gemeinsam mit Maoz den ersten Abschnitt des Weges.[12]
Im Jahr 2008 war Inon Mitbegründer von Israel Hostels, einem unabhängigen Netzwerk für Reisende.[13]
Gemeinsam mit dem israelischen Unternehmer Gal Mor und einer Gruppe von Investoren gründete Maoz Inon 2010 das erste Abraham Hostel in Jerusalem.[1] Im Laufe der Zeit wuchs die Abraham Hostels-Gruppe zur größten Hostelkette in Israel heran, mit zusätzlichen Standorten in Tel Aviv und Eilat sowie einem Standort auf den Philippinen.[14] Das Unternehmen betreibt auch einen Reiseveranstalter. Die Abraham Hostels and Tour Group ist nach der biblischen Figur Abrahams benannt, die die Eigentümer als „vereinigendes Symbol der bedeutenden Glaubensrichtungen der Region“ betrachten und die als „passende Darstellung dessen dient, was wir der Welt bringen möchten“.[14] Während einige der Unternehmungen der Gruppe, wie etwa die Durchführung von Touren in die besetzten palästinensischen Gebiete, kritisch gesehen wurden,[15] wurde das Unternehmen für die Förderung des Dialogs über sensible Themen in der Region gelobt.[14]
Friedensaktivismus
Am 7. Oktober 2023 wurden Maoz' Eltern, Bilha und Yakovi Inon, getötet, als ihr Haus beim Massaker von Netiv HaʿAssara von einer Nahbereichsrakete getroffen wurde. Seit dem Angriff trat Maoz Inon in internationalen Medien weltweit auf und forderte ein Ende der Gewalt in der Region und ernsthafte Schritte zu einem Frieden zwischen Israelis und Palästinensern.[2][3][4][5][7] Maoz Inon forderte auch die israelische Regierung auf, einen Waffenstillstand mit der Hamas auszuhandeln.[2][5][16] Am 7. November begannen Inon und Yaakov Godo, ein weiterer Israeli, der bei den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 einen Verwandten verloren hatte, eine Mahnwache in einem Trauerzelt vor der Knesset und sagten, sie würden nicht gehen, bis Premierminister Benjamin Netanjahu zurücktrete.[17]
Er betont, dass nach Überzeugung der israelischen Friedensbewegung der Frieden auf den Werten Gleichheit und Würde, gegenseitige Anerkennung, Versöhnung und Heilung sowie Sicherheit basieren müsse. Es brauche eine Alternative zum aktuellen Diskurs und zu einer Politik, die von der Hamas und der israelische Regierung gekapert worden seien. Extremistische Politiker auf beiden Seiten profitierten vom Blutvergießen, würden dafür aber die Zukunft opfern.[18]
Im April 2024 sprach Maoz Inon zusammen mit dem palästinensischen Friedensaktivisten Aziz Abu Sarah bei einer TED-Veranstaltung in Vancouver, Kanada. In dem Vortrag reflektierten sie ihre persönlichen Verluste im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt und ihre Entscheidung, gemeinsam für den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu arbeiten.[19] Einen Monat später wurden die beiden bei der Arena for Peace-Veranstaltung in Verona von Papst Franziskus empfangen und umarmt.[20]
Im Dezember 2024 verliehen die deutschen Bundes- und die französische Regierung den gemeinsam vergebenen Deutsch-Französischen Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit an Maoz Inon.[21]
Privatleben
Anfang der 2000er Jahre lebten Inon und seine Frau in Tel Aviv.[8] Nachdem die beiden mehrere Monate in Patagonien und in Kalifornien auf dem Pacific Crest Trail gewandert waren, wurden sie inspiriert, die Möglichkeiten für Rucksackreisen in Israel zu verbessern.[8]
Seit 2010 lebte Inon mit seiner Familie in Binyamina.[1] Er und seine Frau haben drei Kinder.[8][22]
Veröffentlichungen
- Rotem Cohen, Janne L. Punski-Hoogervorst, Maoz Inon et al.: Emotion, attention and stress regulation as markers of resilience in male and female Israeli soldiers during the Israel–Hamas war. In: European archives of psychiatry and clinical neuroscience (29.12.2024: 1-12). SpringerLink (Online service), 2024 (englisch).
Weblinks
- TED (Hrsg.): A Palestinian and an Israeli, face to face. April 2024 (englisch, ted.com).
- Spark.Church (Hrsg.): Peace Is Possible | Aziz Abu Sarah and Maoz Inon [Talk]. 29. Juni 2025 (englisch, youtube.com).
- Maoz Inon (Hrsg.): Maoz Inon’s First Interview After Losing His Parents in October 7 Attack. 16. Oktober 2024 (englisch, youtube.com).
- Maoz Inon (Hrsg.): Peace is possible: @azizabusarah and Maoz Inon at BBC (Friday, July 26). 31. Juli 2024 (englisch, youtube.com).