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Marc Lavry

lettisch-israelischer Dirigent und Komponist From Wikipedia, the free encyclopedia

Marc Lavry, auch Lavri, (hebräisch מרק לברי; geboren als Markus Lewin 22. Dezember 1903 in Riga, Russisches Kaiserreich; gestorben 24. März 1967 in Haifa) war ein lettisch-israelischer Dirigent und Komponist.

Marc Lavry (1944)
Lavry dirigiert seine Oper Dan Ha-schomer (1945)
Marc Lavry (rechts) nach der Premiere von Thaïs in der Israel National Opera (1948)

Leben

Markus Lewin studierte Klavier und Komposition am Rigaer Konservatorium. Er ging nach Deutschland und absolvierte eine Baumeisterausbildung an der Bauschule Oldenburg. Seine musikalische Ausbildung setzte er an der Musikhochschule Leipzig bei Robert Teichmüller und Paul Graener fort, später noch in Berlin bei Alexander Glazunov. Dirigierunterricht erhielt er bei Hermann Scherchen. Er änderte seinen Namen in Marc Lavri.

Seine Musikerlaufbahn begann er als Dirigent an der Oper Saarbrücken im Saargebiet. In Berlin machte er Erfahrungen als Musikbegleiter an der Labanschen Tanzbühne und komponierte Filmmusik sowie Theatermusik für die Reinhardt-Bühnen. Lavri dirigierte ab 1929 beim Berliner Sinfonie-Orchester, das aber 1932 aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst werden musste. In Berlin begann er, sich mit der Musik des Judentums auseinanderzusetzen und komponierte Jüdische Suite für Streichquartett (Op. 17), Hassidischer Tanz (Op. 22) für Orchester und Ahasver, der Wandernde Jude für Orchester (Op. 23).

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 in Deutschland ging Lavry zurück nach Lettland und wirkte an der Lettischen Nationaloper und beim Riga Symphonie Orchester. Lavry war mit Helene Mazo verheiratet, sie hatten drei Kinder. Aufgrund des in Lettland grassierenden Antisemitismus emigrierten sie 1935 nach Palästina.

Lavry schrieb ab 1941 Bühnenmusiken für das Ohel-Theater in Tel-Aviv und dirigierte bei der Palästina-Volksoper. Er komponierte 1944/45 die hebräischsprachige Oper Dan der Wächter. Ab 1948 arbeitete er für den Radiosender Kol Zion Lagola in Jerusalem und gründete einen Rundfunkchor, er arbeitete auch mit der Tänzerin und Choreographin Gertrud Kraus. Ab 1963 lebte er als Ehrenbürger in Haifa.

Lavry galt mit Musikern wie Paul Ben-Haim, Alexander Uriah Boskovitch und Ödön Pártos als Vertreter eines (ost)mediterranen Musikstils.

Kompositionen (Auswahl)

  • Emek. Sinfonisches Gedicht für Chor und Orchester. 1937
  • Shir a shirim. Das Hohelied Salomos, Text bearbeitet von Max Brod. Oratorium. 1940
  • Stalingrad. Sinfonisches Gedicht. 1942
  • Warsaw Ghetto. Sinfonie. 1943/1945
  • Dan Ha-schomer. Oper. Libretto Schin Schalom, Max Brod. 1945
  • Tamar. Oper. Text Haim Hefer. 1958, Uraufführung 1970
  • Liste der Werke, bei der Marc Lavry Heritage Foundation

Literatur

Commons: Marc Lavry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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