Margaret Munro
neuseeländische Architektin
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Margaret Staples Munro (geboren als Margret Staples Hamilton 28. Oktober 1914 in Christchurch; gestorben 26. April 2005 ebenda) war eine neuseeländische Architektin. Sie war die erste Architektin, die sich in der Region Canterbury als Architektin registrierte und mit einem eigenen Architekturbüro etablierte.[1.1]
Leben
Jugend
Margaret war das älteste von fünf Kindern von Sybil Gwendoline Jameson (1892–1981) und Edwin Hamilton (1885–1964), einem Börsenmakler. Margaret war mit zwei Architekten verwandt: Ihre Großtante Agnes Wood (1840–1922) heiratete den Architekten Richard Norman Shaw und der Cousin ihrer Mutter, Cecil Wood, war „der bekannteste Architekt Canterburys in den 1920er und 1930er Jahren“, der überwiegend Kirchenbauten realisierte.[1.2]
Margaret wuchs in Christchurch auf.[2] Von 1924 bis 1931 besuchte sie die Rangi Ruru School for Girls.[1.3]
Architektin
1931 trat Munro als Assistentin in das Büro von Cecil Wood ein, wo sie als „bloße Zeichnerin“ angesehen wurde. Als jedoch während der Weltwirtschaftskrise alle anderen Mitarbeiter entlassen wurden und die Kosten durch Gehaltskürzungen und kleinere Räumlichkeiten gesenkt wurden, mussten Munro und Wood laut eigener Aussage Lampenschirme herstellen. Munro wurde von Wood nicht dazu ermutigt, eine formale Architekturausbildung zu absolvieren: „Cecil war der Meinung, dass Mädchen ein angenehmes Leben haben und hübsch aussehen sollten. Er war der Ansicht, dass ich die besten Jahre meines Lebens verschwenden würde, wenn ich mich mit Prüfungen beschäftigte.“ Sie besuchte dennoch Kurse am Canterbury College in Architekturzeichnung, Entwurf, Ornamentik, Geometrie und Perspektive. Munro trat der Christchurch Architectural Students' Association bei, arbeitete in einem Architekturbüro in der High Street und gewann einige Entwurfswettbewerbe.[3] Nachdem 1934 alle Studenten ihre Abschlussprüfung nicht bestanden hatten, gehörte Munro zu der Gruppe von Studenten, die 1935 bei der Jahreskonferenz des New Zealand Institute of Architects dagegen protestierte.[1.4]


Da Munro Erfahrungen im Ausland sammeln wollte, schickte sie einige ihrer Zeichnungen an den neuseeländischen Architekten E. Brian O'Rorke in London und erhielt ein Stellenangebot von ihm. Sie reiste 1939 nach London und wirkte an der Gestaltung der Innenausstattung von königlichen Eisenbahnwaggons mit, die von Georg VI. in Auftrag gegeben worden waren. Als nach sechs Monaten der Krieg ausbrach, kehrte sie nach Hause zurück und arbeitete wieder bis 1945 in Woods Büro. Das Büro hatte mit der Arbeitsbelastung durch den Entwurf der neuen anglikanischen Cathedral of Saint Paul in Wellington zu kämpfen, aber anstatt einen weiteren Zeichner einzustellen, stellte Wood einen unerfahrenen Schulabgänger ein. Margaret und ihr Kollege Robert „Bob“ Clarence Munro (1910–1959) kündigten aus Frustration. Munros Plan war es, die Zusammenarbeit mit O'Rorke in England wieder aufzunehmen, doch sie wurde gebeten, Architekturzeichnungen für das Architekturbüro Heathcote and Cotterill anzufertigen. Kurz darauf bat Bob Munro Margaret, in seinem Architekturbüro mitzuarbeiten. Da sie noch nicht als Architektin registriert war, arbeiteten die beiden unter dem Namen R. C. Munro. 1946 legte Margaret die Prüfungen beim New Zealand Institute of Architects (NZIA) ab, fiel jedoch in den Fächern Stahlbau und Stahlbeton durch und musste daher mit einem registrierten Architekten zusammenarbeiten.
Nachdem Cecil Wood 1947 gestorben war, übernahm R. C. Munro auf Anfrage von dessen Witwe Iris die offenen Aufträge von Cecil Woods Büro, darunter das Woodend Vicarage, Erweiterungen am Christ’s und St. Andrew’s College sowie den Neubau der Cathedral of Saint Paul in Wellington.
Margaret war wahrscheinlich die Hauptarchitektin der Kapelle des St. Andrew’s College. Sie entwarf auch dessen Innenausstattung und die Ehrentafel. Bob und Margaret heirateten 1948 und realisierten zwischen 1946 und 1958 etwa die Gebäude des Oxford County Council, die Kapelle und die Unterrichtsräume des St. Andrew’s College in Christchurch, neun Wohnhäuser und Aufträge für das Kaufhaus DIC.[3]
Nach dem Tod von Bob Munro im Jahr 1959 versuchte Munro erneut, sich bei der NZIA registrieren zu lassen. Diesmal war sie erfolgreich und konnte vor allem auch mit ihrer langjährigen Berufserfahrung punkten.[1.5] Sie gründete 1960 ihr eigenew Büro in der Peterborough Street in Christchurch als Mrs. M.S. Munro, NZIA, „mit dem Mrs. in sehr kleiner Schrift“. Zu ihren Aufträgen gehörten Wohnhäuser im georgianischen Stil, wie das Druker house[3] und die gotische Kirche St. Stephen’s in Ashburton. Munro bevorzugte es jedoch, Wohnhäuser für die Bedürfnisse von Mittelklasse-Familien zu entwerfen, insbesondere solche in L-Form. Ihre Entwürfe trugen oft den Namen ihres Mannes auf den Plänen, wie zum Beispiel bei The Maples in Christchurch, dem Zwilling des denkmalgeschützten Hauses in der Helmores Lane, in dem Cecil Wood gelebt hatte.[4]
Alter
Munro zog sich 1965 im Alter von 50 Jahren aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand zurück, nahm jedoch weiterhin Aufträge an, wie etwa 1993 den Entwurf für das Adam house in Harewood. Sie war aktives Mitglied der NZIA und schrieb für The Press über Architektur. Noch in hohem Alter war sie als einzige registrierte Architektin in Christchurch bekannt.[5.1]
Munro starb 2005 im Alter von 90 Jahren.[6]
Auszeichnungen
Einer der Preise des Berufsverbandes Architecture + Women New Zealand trägt Margaret Munros Namen: Munro Diversity Award. Er wird an eine Architektin vergeben, die sich um die Vielfalt in der Architektur verdient gemacht hat.[7]
Werke (Auswahl)
Lange bevor sich Margaret Munro offiziell Architektin nennen durfte. hat sie zahlreiche Wohnhäuser gebaut.[7] Sie nutzte den Vorteil, dass sie als Frau um wichtige Details für das häusliche Umfeld wusste, die ihre männlichen Kollegen nicht kannten.[3] Margaret Munro wird der Entwurf von 25 fertiggestellten Häusern zugeschrieben.[1.6]
Zusammenarbeit der Architekturbüros R.C. Munro und Thomas and Ward:[1.6]
- County Council Chambers, Ashburton (1938)
- Ashburton Club and M.S.A., Burnett Street, Ashburton (1942)
Allein verantwortet vom Architekturbüro R.C. Munro:
- Christ’s College, Erweiterungen, Christchurch
- Cricket Pavillon im St. Andrew’s College, Christchurch[7]
- Burnett Block im St. Andrew’s College, Christchurch[7]
- Kapelle im St. Andrew’s College, Christchurch
- Hamilton house, 164 Papanui Road, Christchurch (1945)[5.1]
- Woodend Vicarage (1948)[1.7]
- Chappell house, 5 Menloe Terrace, Christchurch (1952)[5.1]
- The Maples, 12a Wai-iti Terrace, Christchurch (1954)[4][5.2]
- Dickie house, 134 Fendalton Road, Christchurch (1957)[5.2]
- Aroha Downs, View hill, North Canterbury (1959)[5.2]
Verantwortet vom Architekturbüro Mrs. M.S. Munro:
- Druker house, 439 Papanui Road, Christchurch (1960)[3][5.1]
- St. Stephen’s Anglican church, Park Street Ecke Burnet Street, Ashburton (1960)[5.1]
- McSkimming Industries office building[7]
- Chemielabor des St. Andrew’s College (1963)[6]
- Cathedral of Saint Paul, Wellington (1964)
- Horsley house, Taupata Street, Redcliff[5.1]
- Adam house, Highsted Road, Harewood (1993)[5.1]
Literatur
- Mary-Jane Duffy: Margaret S. Munro, architect. Masterarbeit. University of Canterbury, 1993, doi:10.26021/4275 (englisch).
- Mary-Jane Duffy: In the Deep End: Margaret Munroe. In: Elizabeth Cox (Hrsg.): Making Space: A History of New Zealand Women in Architecture. Massey University Press, Auckland, Neuseeland 2022, ISBN 978-1-991016-34-8, S. 136–143 (englisch).