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Maria Anna von Buol-Berenberg

Schriftstellerin aus Tirol From Wikipedia, the free encyclopedia

Maria Anna von Buol-Berenberg (* 21. August 1861 in Innsbruck, Kaisertum Österreich; † 21. Mai 1943 in Kaltern, Italien), Edle Herrin auf Mühlingen (Hegau), war eine Dichterin und Schriftstellerin. Sie schrieb auch unter den Pseudonymen M. Buol, Johann Kessler und Max Lochner.

Maria Anna von Buol-Berenberg (1910)

Leben

Maria Anna entstammte dem Geschlecht der Buol-Berenberg und war die Tochter von Franz Carl Maria Heinrich von Buol-Berenberg (* 15. September 1823 in Innsbruck; † 24. Juni 1875 in Kaltern), Freiherr, Edler Herr auf Mühlingen, Landmann in Tirol, Incola von Böhmen, Mähren und Schlesien, Gutsbesitzer, k. k. Ober-Kämmerer und Generalreferent der Tirolischen Landschaft und Concipist im Ministerium der Justiz; sowie seiner Ehefrau, Luise di Pauli Freiin von Treuheim (* 23. September 1835 in Kaltern; † 3. April 1903 ebernda), Tochter des Joseph Di Pauli von Treuheim und der Franzisca Schasser von Thanheimb. Sie war die Enkelin von Franz Seraphicus Anton von Buol-Berenberg, Edler Herr zu Mühlingen (1794–1865), Freiherr, Gubernal-, Reichs- und Geheimer Rat, wirklicher Hofrat der Vereinigten Hofkanzlei in Wien und Urenkelin von Joseph Ignaz von Buol-Berenberg (1749–1817), am 29. Mai 1795 von Kaiser Franz II. mit dem Prädikat von Mühlingen zum Reichsfreiherrn von Behrenberg und Mühlingen erhoben wurde.[1]

1867 zog die Familie nach Kaltern, in die Heimat der Mutter, dort hatte der Vater einen Ansitz („Schloss Loch“) erworben. Maria Anna von Buol-Berenberg wurde von einem Hauslehrer unterrichtet und pflegte Freundschaften mit Südtiroler Adeligen. Sie kannte die Dichterin Emilie Ringseis (1831–1895). Maria Anna von Buol-Berenberg unternahm mehrere Reisen, unter anderen nach Palästina. Sie war „Vorkämpferin für Heimat und Volkstum in sozialem Verständnis und realistischer Auffassung des Lebens durch ihr Beispiel und ihre Fürsorge.“[2]

Buol-Berenberg erwarb sich Anerkennung als Erzählerin mit Charakter- und Sittenschilderung und schrieb Stücke für ländliche Bühnen. Mit „Liedern vom heiligen Lande“ und unveröffentlichten „Heckenliedern“ verfasste sie vornehmlich kleinere und größere Volkserzählungen, die zunächst in Zeitungen und Zeitschriften erschienen. „Sie blieb ein Anwalt Südtirols, besonders im Kampf um die Erhaltung tirolischen Wesens und die deutsche Muttersprache“,[2] u. a. als sog. Katakombenlehrerin. Vor Ort war sie als Buol-Mitzi bekannt.[3]

Zu ihren Erzählungen gehören Die Gamswirtin, in der eine wackere Wirtin von Steinach als Mutter von 1809er Helden verherrlicht wird, ferner Das Findelkind, Des Mahnworts Weib und Ein Herrgottskind.

Sie starb 1943 als Letzte der Kalterer Linie der Freiherrn von Buol.[4][5]

Werke (Auswahl)

  • Das Marterle. Novelle aus den Tiroler Bergen. Bachem, Köln 1900.
  • Lieder vom heiligen Lande. Weger, Brixen 1902.
  • Die Stiefkinder. Erzählung aus dem Tiroler Volksleben. Auer & Co., Bozen 1902 (2. Auflage, 1910).
  • Das Geheimnis der Mutter u. a. Erzählungen. Auer & Co., Bozen 1902.
    • unter dem Titel Der Mutter Geheimnis und andere Erzählungen 1910.
  • Der Bader von St. Margarethen. Eine Tirolergeschichte aus neuester Zeit. Kevelaer, München 1904 (Münchener Volksschriften; 8).
  • Die Kirchfahrerin. Erzählung aus dem Volksleben. Bachem, Köln 1904; Tyrolia, Innsbruck 1923.
  • Der Bader von St. Margrethen. 1904.
  • Ein gutes Wort. Erzählung. Auer & Co., Bozen 1905.
  • Aus Etschland und Inntal. Erzählung. Styria, Graz 1907 (Volksbücherei; 178/179).
  • Die Gamswirtin. Erzählung. Oehninger, Graz 1909; Tyrolia, Innsbruck 1925.
  • Bunte Geschichten. Buch- und Kunsthaus des St.-Josef-Vereins, Klagenfurt 1909 (Bunte Geschichten; 15).
  • Das goldene Haus. Erzählung. Buch- und Kunsthaus des St.-Josef-Vereins, Klagenfurt 1910.
  • Erzählungen und Sagen aus Tirol. Alber, Ravensburg 1910 (Gralbücherei; 23).
  • Christophorus. Erzählung aus dem Tiroler Volksleben. Bachem, Köln 1912 (2. Auflage, 1913; Neuauflage Tyrolia, Innsbruck 1922).
  • Das Weib des Verschollenen. Erzählung aus dem Volksleben. Petrus, Trier 1916.
  • Das Findelkind. Erzählung aus dem Volksleben. Tyrolia, Innsbruck 1922.
  • Das Sparkassenbuch. Erzählung aus dem Volksleben. Tyrolia, Innsbruck 1922.
  • Vatermörder. Kriminalerzählung. Auer & Co., Bozen 1924.
  • Fremdes Geld (1925)[6]
  • Geschichten aus alter Väterzeit. Innsbruck 1926.
  • Ein Herrgottskind. Lebensbild der ekstatischen Jungfrau Maria von Mörl aus dem Dritten Orden des hl. Franziskus. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1928.
  • Johann Nepomuk von Tschiderer und seine Zeit. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1934.
  • Aus dem alten Tirol. Innsbruck 1936.
  • Nur aus Liebe und andere Erzählungen. Ferrari-Auer, Bozen 1937.
  • Früchte der Heimat. Geschichten. Hrsg. und eingel. von Maria Veronika Rubatscher. Bernina, Wien 1948. Neuausgabe: Früchte der Heimat: Erzählungen aus Südtirol. Hofenberg, Berlin 2020, ISBN 978-3-7437-3588-0.

Jugendbuch

  • Gills Hobelspäne. Jugenderzählung. Bachem, Köln 1906; St. Gabriel, Mödling [1948, 1957] (Heilige Flamme; 3).

Stücke

  • Des Mahrwirts Weib. Patriotisches Schauspiel in 3 Akten. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1909 (2. Auflage, 1911).
  • Hoch hinauf! Schauspiel in 3 Aufzügen. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1910 (2. Auflage, 1915).
  • Notburga. Schauspiel in 5 Aufzügen für weibliche Rollen. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1911 (3. Auflage, 1930).
  • Das vierte Gebot. Schauspiel in 2 Aufzügen. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1912 (2. Auflage, 1921).
  • Die Wetterhexe. Schauspiel in 3 Aufzügen. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1914.
  • Garibaldis Spaziergang von Marsala nach Neapel. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck o. J. [1915] (1. und 2. Auflage).
  • Die Feindschaft. Volksstück in 3 Aufzügen für weibliche Rollen. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1921.
  • Das Türkenmädchen. Schauspiel in 2 Aufzügen für weibliche Rollen. Haag, Luzern 1921 (Bühnenspiele für Schule und Volk; 7).
  • Köchin und Gesellschaftsdame. Lustspiel in 2 Aufzügen. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1922.
  • Lazarus und der Prasser. Volksstück in 5 Aufzügen. Mit Musik von Columban Müller und Hermann Kofler. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1922.
  • Das Königskind auf der Wartburg. Drama in 2 Aufzügen. Haag, Luzern 1924 (Bühnenspiele für Schule und Volk; 18).
  • Ein unbedachtes Wort. Schauspiel in 3 Aufzügen. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1925.
  • Die Ungetaufte. Schauspiel in 5 Aufzügen. Salvator, Mulhouse (Mühlhausen) 1928 (Salvator Theater; 307).
  • Die Stadtlerin. Volksstück in 3 Aufzügen. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1929.
  • Aus Gottes Werkstatt. Allerlei Erzählungen von heiligen und anderen Menschen. Vereins-Buchhandlung und Buchdruck, Innsbruck 1931.

Literatur

Einzelnachweise

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