Maria Dimadi

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Maria Dimadi (griechisch Μαρία Δημάδη; * 1907 in Agrinio; † 31. August 1944 in Agrinio) war eine griechische Widerstandskämpferin.

Maria Dimadi (vor 1944)

Leben

Maria Dimadi wurde in eine wohlhabende Familie geboren. Ihr Vater Kostas Dimadis hatte in Paris studiert und unterhielt als Gynäkologe eine Praxis in Agrinio. Ihre Mutter Erasmia Panagopoulou stammte aus einer Familie, die durch Tabakhandel zu Wohlstand gekommen war. Maria wuchs in Agrinio mit Gouvernanten auf, lernte mehrere Sprachen, spielte Klavier und malte.[1] Sie heiratete mit 19 den um viele Jahre älteren Theodoros Boukogiannis, mit dem sie eine Tochter bekam. Die Eheleute trennten sich bald darauf. Ihre Tochter wuchs gegen ihren Wunsch beim Vater auf und wusste lange nicht, dass ihre Mutter noch lebte.[2]

Eine Typhuserkrankung hinterließ eine große Narbe in Dimadis Gesicht, die in Griechenland nicht operiert werden konnte. Deshalb ging sie zu ihrem Onkel nach Deutschland, wo sie behandelt wurde, ihre Deutschkenntnisse vervollständigte sowie in Hamburg Literatur studierte.[3] Wegen ihrer hervorragenden Deutschkenntnisse wurde sie 1941 von den deutschen Besatzern als Dolmetscherin der Kommandantur von Agrinio eingestellt. Sie war kurz vorher durch ihren Cousin Tasos Panagopoulos mit der griechischen Widerstandsorganisation EAM in Kontakt gekommen und rekrutiert worden. Geheime Informationen schickte sie an die Widerstandskämpfer, indem sie das Durchschlagpapier der getippten Nachrichten behielt und ihnen dies über Boten zukommen ließ. Darüber hinaus genoss sie das absolute Vertrauen von ihrem Vorgesetzten, dem Österreicher Oberst Tormann, und kam dadurch unter anderem an geheime Informationen über die Angriffspläne gegen die Partisanen und die deutschen Truppenbewegungen. So ermöglichte sie, dass Partisanen erfolgreich angreifen konnten und auf Gegenangriffe vorbereitet waren.[2] Darüber hinaus half sie der verarmten, hungernden Bevölkerung ihrer Stadt, indem sie Essen und andere lebenswichtige Produkte für sie organisierte.[1]

Maria Dimadi rettete auch einen gefangenen Widerstandskämpfer, nachdem sie erfahren hatte, dass er als Jude in großer Gefahr war, deportiert zu werden. Sie ließ vorhandene Beweise seiner Schuld verschwinden, sodass Isaak Eliezer (Ισάακ Ελιέζερ), dessen Familie nach der Flucht aus Athen in Agrinio den Nachnamen Lazaridis angenommen hatte, frei gelassen wurde und seine wahre Identität geheim blieb.[4] Die Nachkommen seiner Familie stellten einen Antrag, dass Maria Dimadi als Gerechte unter den Völkern von Yad Vashem anerkannt wird.[3][4]

Ganz am Ende der Besatzungszeit wurde Maria Dimadi im August 1944 durch Angehörige der griechischen Sicherheitsbataillone zu Hause verhaftet. Es wird davon ausgegangen, dass sie von diesen Männern am 31. August hingerichtet wurde, da sie viel über Kollaborateure wusste und ihr Wissen ihnen zu einer Gefahr geworden war. Die deutschen Besatzer scheiden als mögliche Vollstrecker aus, da sie ihre unmittelbar bevorstehende Räumung der Stadt und Abfahrt für Anfang September 1944 vorbereiteten und sich nicht mehr mit Strafmaßnahmen beschäftigten. Maria Dimadi wurde erschossen.[5]

Würdigung

  • 1987 wurde eine achtteilige Serie über ihr Leben vom staatlichen Fernsehen ERT ausgestrahlt, die auf ihrer Biographie, geschrieben von Filippas Geladopoulos, beruht.[6]
  • Ihre Heimatstadt Agrinio benannte einen zentral gelegenen Platz nach ihr.[7]

Literatur

  • Filippas Geladopoulos: «Μαρία Δημάδη – ηρωίδα της εθνικής αντίστασης» (Maria Dimadi – Heldin des nationalen Widerstandes). Nestoras Verlag 1982.

Einzelnachweise

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