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Maria Friedrich

deutsche Verlegerin und Autorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Maria Friedrich, geborene Maser (* 4. Juli 1922 in Darmstadt; † 12. Januar 2012 in München), war eine deutsche Verlegerin und Herausgeberin.

Leben

Grab von Maria Friedrich auf dem Nymphenburger Friedhof

Maria Maser wurde am 4. Juli 1922 in Darmstadt geboren. Ihre Eltern waren der Studienrat (später zum Studiendirektor bzw. Oberstudiendirektor beförderte) Otto Maser und die Sängerin Maria Maser, geborene Schilling. Mehrere Krankheitsphasen in ihrer Kindheit führten dazu, dass Maria eine intensive Lesetätigkeit entfaltete.[1] Sie studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft an der Universität München und besuchte dort eine Schauspielschule. Von 1942 bis 1944 arbeitete sie als Regie- und Dramaturgieassistentin am Theater der Stadt Göttingen. 1945 begann sie eine freiberufliche Tätigkeit bei Rundfunk und Zeitung. 1946 heiratete sie den späteren Verleger und Autor Heinz Friedrich. Das Ehepaar hatte zwei Töchter,[2] Ulrike und Sabine Friedrich.

Tätigkeiten als Verlegerin

Heinz Friedrich war 1961 mit dem Aufbau des Deutschen Taschenbuchverlags (dtv) in München beauftragt worden. 1970 übernahm Maria Friedrich die Aufgabe, für die Deutsche Taschenbuch Verlag GmbH & Co KG ein umfangreiches Kinder- und Jugendbuchprogramm aufzubauen: die Reihe dtv junior, die am 2. April 1971 mit zunächst zehn Bänden begann. Der erste Band war eine Lizenzausgabe des Sammelbandes Was denkt die Maus am Donnerstag? des deutschen Lyrikers Josef Guggenmos.[3]

Grundkonzept der Reihe war laut Friedrichs: „Anregung der Phantasie, Anleitung zum selbständigen Denken und Handeln, Wissensvermittlung auf anschauliche Weise, Darstellung von Lebensproblematik in Vergangenheit und Gegenwart, die Herausforderung kreativer Kräfte und nicht zuletzt das spielerische Vergnügen; – Bewahrung des Wertbeständigen, Akzentuierung aktueller Themen – das sind die Merkmale, die aus Bücherverwertung ein überzeugendes Taschenbuchprogramm machen.“[4]

Die Reihe wurde sowohl ein kritischer als auch ein geschäftlicher Erfolg. Bereits im ersten Jahr umfasste sie Bücher bekannter Autoren wie Janosch, James Krüss, Astrid Lindgren, Otfried Preußler und Ursula Wölfel. Titelbilder des Schweizer Grafikers und Buchgestalters Celestino Piatti verliehen den Büchern ein charakteristisches Aussehen.[3]

Sie war zudem Herausgeberin mehrerer Anthologien.

Im Jahre 1990 schied Friedrich aus dem Verlag aus. In ihren knapp 20 Jahren Verlegertätigkeit waren in der Reihe dtv junior rund 1100 Bände mit einer Gesamtauflage von 37 Millionen Exemplaren erschienen. Rund 15 Prozent der Titel erschienen als Originalausgaben.[3]

Schriften (Auswahl)

Als Herausgeberin

  • Die Macht des Blutes. Spanische Liebesgeschichten. dtv, München 1966.
  • Unheimliche Geschichten von gestern. Klassische deutsche Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert. Mit Einführungen in das Leben der Autoren und in die hier ausgewählten Geschichten. Unter Mitarbeit v. Dorothea Hölscher-Lohmeyer u. Albert von Schirnding. dtv, München 1979.
  • Sonderbare Geschichten von heute. Erzählungen moderner deutscher Klassiker. Mit Einführungen in das Leben der Autoren und in die hier ausgewählten Geschichten. Unter Mitarbeit v. Heinz Friedrich, Steffi Hofmann-Lips, Elisabeth Meier u. Tilde Michels. dtv, München 1979.
  • Hinter dem Ofen zu lesen. Ein Hausbuch mit fröhlichen Versen von gestern. Mit Bildern v. Ludwig Richter. dtv, München 1980; 2. Auflage ebenda 1987.
  • dtv junior Lesebuch. Neue Geschichten, Gedichte und Bilder. Für Kleine und Große zum Lachen und zum Nachdenken. dtv, München 1981.
  • Tages- und Jahresfreuden. Ein Hausbuch mit fröhlichen Versen. Insel, Frankfurt am Main / Leipzig 1995.

Als Autorin

  • Lieber Herr Pleticha! In: Der Weg ins Unbekannte. Begegnungen mit Heinrich Pleticha. Eine Festschrift zum 70. Geburtstag. Hrsg. im Auftrag des Arena Verlags v. Herbert Ossowski. Arena, Würzburg1994, S. 42–49.
  • dtv junior im Deutschen Taschenbuch Verlag. In: Kurt Franz, Günter Lange, Franz-Josef Payrhuber (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur – Ein Lexikon. Corian, Meitingen 1996, S. 1–5.
  • Wie wurde ich Verlegerin? In: Rita Galli et al. (Hrsg.): Ausgerechnet Büchner. Einunddreißig verlegerische Selbstportraits. Ch. Links, Berlin 1998, S. 70–80.
  • 30 Jahre dtv junior. Eine Rückerinnerung an die Anfänge. In: Volkacher Bote. Nr. 72, April 2001, S. 8–9.

Auszeichnungen und Ehrungen

Literatur

Einzelnachweise

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