Maria Petrou

griechische Physikerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Maria Petrou FReng (griechisch Μαρία Πέτρου; * 17. Mai 1953 in Thessaloniki, Griechenland; † 15. Oktober 2012 ebenda) war eine griechische Physikerin und Hochschullehrerin. Sie war Professorin für Signalverarbeitung an der Universität Surrey und am Imperial College London sowie Direktorin des Instituts für Informatik und Telematik am CERTH in Griechenland. Sie entwickelte eine Reihe neuartiger Bilderkennungsverfahren und war eine Expertin auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und der Bildverarbeitung.[1][2]

Leben und Werk

Petrou studierte an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, wo sie 1975 ihr Physikstudium abschloss. Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen erhielt sie ein Stipendium, mit dem sie am Churchill College in Cambridge Mathematik studierte und 1977 den dritten Teil des Mathematikstudiums (Mathematical Tripos) absolvierte. Anschließend promovierte sie dort 1981 in Astronomie. Nach ihrer Promotion kehrte sie nach Griechenland zurück und nahm eine Stelle als Dozentin am Institut für Astronomie der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen an. 1983 kehrte sie nach Großbritannien zurück, wo sie ein Forschungsstipendium am St Hilda’s College am Department of Theoretical Physics in Oxford annahm.

1986 nahm sie eine Postdoktorandenstelle im Bereich Bildverarbeitung an, zunächst am Rutherford Appleton Laboratory und anschließend an der Universität Reading, wo sie im Bereich Fernerkundung arbeitete und Kurse für Postgraduierte in Signalverarbeitung gab. An der Universität Surrey wurde sie 1988 Dozentin für Bildanalyse. Sie spielte eine Schlüsselrolle beim Aufbau des Zentrums für Bild-, Sprach- und Signalverarbeitung und trug maßgeblich zu dessen Wachstum in den Bereichen Fernerkundung und medizinische Bildgebung bei. 1998 wurde sie zur Professorin für Bildanalyse ernannt.[3]

Petrou verließ 2005 die Universität Surrey, um als Professorin für Signalverarbeitung die Forschungsgruppe für Kommunikations- und Signalverarbeitung am Department für Elektrotechnik des Imperial College London zu leiten. 2009 wurde sie Direktorin des Instituts für Informatik und Telematik im Forschungs- und Entwicklungszentrum Hellas in Thessaloniki, während sie gleichzeitig bis 2011 Gastprofessorin am Imperial College war. Von 2006 bis 2009 war sie ebenfalls Gastprofessorin an der Jiaotong-Universität Shanghai.[4]

Forschung

Petrou forschte in Gebieten der Bildverarbeitung, Computer Vision und Mustererkennung. Sie war bekannt für ihre Entdeckung der Spurtransformation. Dies war eine leistungsstarke Technik, mit der sich wesentliche Informationen in einem Bild unabhängig von Skalierung oder Rotation kodieren ließen, und diese hatte wichtige praktische Vorteile, beispielsweise bei der Entwicklung von Gesichtserkennungssystemen. Sie entwickelte zudem Segmentierungsverfahren zur präzisen Kantenerkennung und Abgrenzung einfacher Formen in unscharfen Bildern. Die vielfältigen Anwendungsgebiete umfassen die medizinische Bildgebung, wo beispielsweise die Kontur eines Tumors für die Diagnose von Bedeutung ist, sowie die militärische Überwachung, wo Objektformen aus Bildern extrahiert werden müssen. Sie war Spezialistin für Farbbildverarbeitung und entwickelte ein preisgekröntes, stereoskopisches 3D-Messsystem für die Steinindustrie.[5]

Von 1999 bis 2002 war sie Vorsitzende der British Machine Vision Association. Sie gehörte dem Redaktionsbeirat mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften an, darunter von 1994 bis 1998 der IEEE Transactions on Image Processing. Im IET war sie Ehrenherausgeberin der IET Electronics Letters, von 2004 bis 2007 gewähltes Mitglied des IET-Rats, von 2007 bis 2009 Mitglied des Kuratoriums und von 2006 bis 2008 Mitglied des Publikationsausschusses. In der International Association for Pattern Recognition (IAPR) bekleidete sie den Vorsitz des Technischen Komitees TC7: von 1998 bis 2002 Fernerkundung und von 2002 bis 2006 das Amt der Schatzmeisterin.[6]

Sie hat über 250 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht, davon mehr als 100 in Fachzeitschriften mit Peer-Review. Sie hat zwei Bücher über Bildverarbeitung geschrieben: Das erste erschien 1999 und wurde 2006 ins Chinesische übersetzt. Ihr zweites Buch über Textur erschien 2006. Sie war drei Jahre lang Vorsitzende der BMVA und fünf Jahre lang Organisatorin der BMVA/EPSRC-Sommerschule.[7]

Petrou starb 2012 im Alter von 59 Jahren an Krebs.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)

  • 1998: Fellow des Institution of Engineering and Technology (IET)
  • 2000: Fellow der IAPR
  • 2004: Fellow of the Royal Academy of Engineering
  • 2006: Distinguished Fellow der BMVA
  • Fellow of the International Association for Pattern Recognition
  • Für ihre herausragenden Leistungen im Ingenieurwesen wurde ihr 2009 von der Universität Cambridge der Doktortitel (DSc) verliehen
  • seit 2016: Ihr zu Ehren wird der Maria Petrou Prize vergeben[8]

Mitgliedschaften

  • seit 1998: Mitglied des IET
  • seit 1999: Chartered Engineer
  • seit 2000: Mitglied der IAPR
  • seit 2004: Mitglied der Royal Society
  • seit 2006: Mitglied der British Machine Vision Association
  • seit 2008: Institute of Physics
  • seit 2009: Mitglied des City and Guilds Institute

Literatur

Einzelnachweise

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