Maria Popov
deutsche Journalistin und Moderatorin
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Maria Popov (* 1993 in Plowdiw) ist eine deutsche Journalistin, Moderatorin und Autorin.

Leben
Maria Popov wurde als Tochter einer deutsch-bulgarischen Mutter und eines bulgarischen Vaters geboren. Im Jahr 1994 zog sie gemeinsam mit ihrer Familie nach Mönchengladbach. Nach dem Abitur studierte sie an der Universität Siegen im Bachelor Medienwissenschaft. Als Studentin hospitierte sie beim Kulturmagazin aspekte und war Chefredakteurin bei Campus TV Siegen, in dessen Rahmen sie 2015 den Bürgermedienpreis der Landesanstalt für Medien NRW gewann.[1]
Seit 2016 arbeitete sie bei Auf Klo, einem Format von funk, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF, als Redakteurin, Redaktionsleiterin und Moderatorin. Für die Talksendung auf YouTube führte sie u. a. Interviews mit Stefanie Giesinger, Jan Zimmermann und Ariane Alter. 2020 belegte das Format den dritten Platz und erhielt einen Publikumspreis beim Smart Hero Award.[2] Von 2017 bis 2024 moderierte sie Auf Klo und übernahm danach das Nachfolgeformat Das letzte Gespräch?.[3] 2024 gab sie ihr Schauspieldebüt in der ARD-Serie Made in Germany.[3] Für Arte reiste Popov in der Reportage Tracks East: Bulgarien im Wandel durch ihr Herkunftsland.[3] Im Oktober 2025 erschien ihr erstes Sachbuch Kein Bock Club. Warum wir auch mal keine Lust auf Sex haben.[3]
2021 moderierte sie auf dem TikTok-Kanal Mitreden, bei dem sie queere Themen erläuterte. Nachdem dort vermehrt Hasskommentare auftraten, verließ Popov das Format.[4] 2022 präsentierte sie die dreiteilige Dokureihe Futur Wir im Auftrag von 3sat.[5] 2023 moderierte sie zusammen mit Valerie Höhne den dpa-Podcast Stand der Dinge.[6]
Popov identifiziert sich als queer und bezeichnet sich als asexuell; sie datet vor allem Frauen und nicht-binäre Personen.[3] Über ihre Asexualität sprach sie öffentlich erst anlässlich der Veröffentlichung ihres Sachbuchs.[3] Popov lebt in Berlin-Prenzlauer Berg.[7]
Wirken
In Kein Bock Club versteht Popov Asexualität als Spektrum, das etwa grau- und demisexuelle Identitäten umfasst; sie verortet sich selbst nahe am asexuellen Pol.[3] Sie plädiert für eine Aufwertung nicht-sexueller Formen von Intimität und Freundschaft und Hierarchien in Beziehungen zu hinterfragen, etwa durch queer-platonische Beziehungsformen.[3] Popov berichtet von Diskriminierungserfahrungen asexueller Menschen, auch innerhalb queerer Szenen, und kritisiert die Erwartung, sich frühzeitig zu einer sexuellen Identität bekennen zu müssen.[3] Überdies thematisiert sie die historische Pathologisierung sexueller Unlust sowie gesellschaftliche Faktoren, die zu veränderter Sexualpraxis junger Menschen beitragen, etwa ökonomischen Druck, digitale Sozialräume und neue Konsens-Normen.[3] Leitend ist für sie das Ziel einer „postsexuellen“ Gesellschaft, in der Sex nicht als Instrument der Unterdrückung wirkt.[3]
Weblinks
- Videoportrait über Maria Popov bei Germania in der ZDFmediathek, 19. Januar 2022 (auch auf youtube)
- Porträt über Maria Popov in der Rheinischen Post, 14. August 2022.
Veröffentlichungen
- 2025: Kein Bock Club. Warum wir auch mal keine Lust auf Sex haben, Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-01014-5
- 2025: Kein Bock Club. Warum wir auch mal keine Lust auf Sex haben, Argon Verlag, ISBN 978-3-7324-7934-4 (Hörbuch-Download, gelesen von der Autorin)