Maria Wardasówna
polnische Pilotin und Schriftstellerin
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Maria Wardasówna (auch Maria Wardas; * 5. Juli 1907 in Roztropice, Österreich-Ungarn; † 7. April 1986 in Warschau) war eine polnische Autorin und Pilotin.

Leben
Maria Wardasówna war Tochter einer Bauernfamilie. Nach ihrem Abschluss in Skoczów arbeitete sie weiterhin hart auf dem elterlichen Bauernhof. Da sie ihre Ausbildung nicht fortsetzen konnte, floh sie nach Krakau, wo sie als Dienstmädchen arbeitete und die höhere Schule besuchte. Danach wollte sie in Roztropica arbeiten, doch ihre Eltern weigerten sich, ihre Unabhängigkeit und den Kauf eines Fahrrads zu akzeptieren, das sie als erstes Mädchen im Dorf besaß. Sie zog nach Cieszyn, arbeitete in einer Fabrik und später in einer Zweigstelle des Woiwodschaftsamts. Wardasówna war die erste Motorradfahrerin in Schlesien, wurde aber nach dem Kauf eines Motorrads vom Woiwoden entlassen, da Frauen in Hosen nicht akzeptiert wurden.[1]

In Katowice arbeitete Wardasówna für den Polnischen Automobil- und Motorradverband. Sie nahm Flugunterricht und wurde die erste Pilotin in Schlesien und die zweite in Polen. Bei einem Wettbewerb gewann sie 1931 einen Preis und konnte einen Bericht veröffentlichen. Sie begann zu schreiben, zog nach Warschau und verfasste Jugendbücher und Romane. Beim Polnischen Skiverband qualifizierte sie sich als Skilehrerin. Sie blieb unverheiratet.[1]
Nach dem deutschen Überfall auf Polen beteiligte sich Wardasówna an der Landesverteidigung und schloss sich später der Untergrundorganisation „Wilki“ an. Im Herbst 1944, nach der Wende des Kriegs, sicherte sie zurückgelassene Flugzeugausrüstung und im Februar 1945 wurde sie zur Kommandantin des Flughafens Łódź ernannt. Auf ihre Initiative hin wurde dort der erste Aeroklub der Nachkriegszeit gegründet und ein Segelfluglehrgang angeboten.[1]
Wardasówna arbeitete für die Fluggesellschaft LOT und daneben als Autorin. Wyłom (Der Riss) wurde der Roman ihres Lebens. Die Familiensaga der Rajwas aus Roztropice umfasst sechs Bände, konzipiert hatte sie zehn. Auch ihre Memoiren blieben unveröffentlicht. Ab 1966 lebte sie bei Verwandten in Wisła und schrieb weiter. Nach ihrem Tod wurde sie neben dem Lehrer Jan Foltyn (1903–1986) in einem Ehrengrab auf dem Städtischen Friedhof von Cieszyn beigesetzt.[1]

Werke
- 1934: Próba skrzydeł
- 1934: Dziewczyna z chmur
- 1935: Maryśka ze Śląska
- 1939: W śniegu i słońcu
- 1947: Rekord Władka Dzięcioła
- 1951–1966: Wyłom
- 1961: Zew przestworzy
- 1977: „Kościuszko” jeździ po Milwaukee
- 1988: Maryśka za wielką wodą