Mariano Lopes da Cruz

osttimoresischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Mariano José Lopes da Cruz[1] (* 17. Dezember 1938;[2]5. Mai 2006)[3] war ein osttimoresischer Politiker.

Werdegang

Die Mutter von Lopes da Cruz gehört zur Oliveira-Familie, die in Ossu während der japanischen Besetzung von Portugiesisch-Timor mit den Japanern kollaborierte. Direkt involviert waren seine Onkels.[4] Der Vater war Katechist in der Kapelle von Samarapo.[5]

Anfang der 1970er Jahre arbeitete Lopes da Cruz als Vertreter der Kolonialregierung beim timoresischen Rundfunk in Dili.[6] Wie sein Bruder Francisco Lopes da Cruz[7] wurde Mariano nach der Nelkenrevolution 1974 Mitglied der União Democrática Timorense (UDT).[8] Portugiesisch-Timor sollte auf die Unabhängigkeit vorbereitet werden. Ende 1974 wurde anstelle des früheren Beirats der Kolonie ein neuer Regierungsrat unter Leitung des Gouverneurs aufgestellt. Mariano Lopes da Cruz wurde als UDT-Vertreter und Angehöriger des Rundfunks zum Mitglied des 13-köpfigen Gremiums ernannt.[9]

Im August 1975 versuchte die UDT mit einem Putsch in Portugiesisch-Timor die Macht zu übernehmen.[10] Die linksgerichtete FRETILIN konnte sich aber im kurzen Bürgerkrieg durchsetzen und die Kontrolle übernehmen. Aufgrund der indonesischen Bedrohung rief die FRETILIN am 28. November 1975 einseitig die Unabhängigkeit von Portugal aus. Viele UDT-Anhänger waren in das indonesische Westtimor geflohen und dienten mit Anhängern der APODETI nun als Legitimation zur Annexion Osttimors. Nach der indonesischen Invasion Osttimors 1975 arbeitete die UDT zunächst mit der Besatzungsmacht zusammen. Von 1989 bis 1992 diente Lopes da Cruz als Bupati (Regierungspräsident) des Distrikts Bobonaro.[8][11] Später war er stellvertretender Vorsitzender des Rats der Volksrepräsentanten der Provinz.[11]

1999 übernahmen die Vereinten Nationen die Kontrolle über Osttimor. Sérgio Vieira de Mello, UN-Sonderbeauftragter für Osttimor und Direktor der UN-Übergangsverwaltung in Osttimor (UNTAET), ernannte Mariano Lopes da Cruz, der nun Vorsitzender der Kommission des Öffentlichen Dienstes war, am 15. Juli 2000 zum Generalinspekteur des Kabinetts der I. Übergangsregierung.[2][12] Das Amt behielt Lopes da Cruz auch in der II. Übergangsregierung als parteiloses Mitglied[13] und nach der Unabhängigkeit Osttimors 2002 in der ersten Regierung des Landes.[14] Nach dem Tod von Lopes da Cruz 2006 übernahm Manuel Bucar das Amt.[3]

Einzelnachweise

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