Marie Crous
Französische Mathematikerin
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Marie Crous (fl. um 1641)[1] war eine französische Mathematikerin. Sie ist bekannt für zwei Veröffentlichungen: eine Studie aus dem Jahr 1636, in der sie zur Weiterentwicklung der Arithmetik unter Verwendung von Dezimalbrüchen beitrug, und ein Lehrbuch mit praktischen Rechenregeln aus dem Jahr 1641. Bereits 1636 schlug sie die Einführung des Dezimalsystems in Frankreich vor.
Leben

Über Crous' Leben ist wenig bekannt; auch ihr Geburts- und Sterbedatum sind unklar. Nach eigenen Angaben stammte sie aus einfachen Verhältnissen. Sie war die Privatlehrerin von Charlotte de Caumont La Force,[2] einem Mädchen aus einer adeligen Hugenottenfamilie, und stand unter der Schirmherrschaft der Salonnière Madame de Combalet, der Herzogin d'Aiguillion, einer Nichte von Kardinal Richelieu.[3][4]
Werk
Crous' Werk geht über die üblichen Rechenbücher ihrer Zeit hinaus. Der Advis enthält eine Darstellung von Dezimalbrüchen, die auf Simon Stevins Werk De Thiende basiert. Sie führte zwei Änderungen gegenüber Stevins Werk ein: die Einführung eines Punktes (heute in vielen Ländern ein Komma) zur Trennung der Einheiten vom Dezimalteil und der Null, um anzuzeigen, dass eine bestimmte Stelle leer ist. Der Abbrégé ist eine Übersicht über arithmetische Regeln, darunter auch solche für das Kopfrechnen.[3][5]
Crous argumentiert, dass ihre beiden Bücher zusammen verwendet werden sollten. Sie präsentierte ihr Werk als Lernmaterial für Frauen und Mädchen, die „aus Interesse oder Notwendigkeit“ Arithmetik lernen wollten. Der Advis ist ihrer Schülerin Charlotte de Caumont La Force gewidmet. Das Abbrégé ist Madame de Combalet, ihrer Gönnerin, gewidmet. Im Vorwort zum Advis schlug sie die Einführung eines dezimalen metrischen Systems für Maße und Gewichte in Frankreich vor; dies sollte jedoch erst Ende des 18. Jahrhunderts geschehen.
Veröffentlichungen
- Advis de Marie Crous aux filles exersantes l'arithmetique: sur les dixmes ou dixiesme du sieur Stevin. 1636
- Abbrégé recherché de Marie Crous. Pour tirer la solution de toutes propositions d'aritmetique, dependantes des reigles y contenuës. 1641