Marie Kroos

deutsche Stifterin und Frauenrechtlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Marie Kroos (* 10. Februar 1863 in Hamburg; † 11. Juni 1955 ebenda) war eine deutsche Stifterin und Frauenrechtlerin.

Marie Kroos, 1955

Leben

Marie Kroos wurde am 10. Februar 1863 in Hamburg geboren. Ihr Vater war Kaufmann und sie hatte eine Schwester. Kroos gehörte 1903 zu den Gründerinnen des „Deutschen Evangelischen Frauenbundes“ in Harburg bei Hamburg. Der Frauenbund kümmerte sich um die Weiterbildung von Frauen aus der Arbeiterschicht, die Betreuung von Kindern werktätiger Mütter und um die Rechte von Frauen. Durch dieses Engagement konnte eine Rechtsschutzstelle für „unbemittelte“ Frauen eingerichtet werden und es wurden Weiterbildungskurse für Arbeiterinnen angeboten. Für Kinder werktätiger Mütter wurde 1906 das evangelische Kinderheim „Margaretenhort“ gebaut. Dort wurden bis zu 150 Kinder betreut.[1]

Mit ihrer Schwester lebte die unverheiratete Marie Kroos in der Villa der Familie. Ihr Vermögen erlaubte es ihr, sich für frauenpolitische und karitative Dinge einzusetzen. Sie initiierte eine „Arbeiterinnenküche“, in der günstig Frühstück und Mittagessen angeboten wurden. Außerdem wurden eine Volks- und Jugendbibliothek, Schularbeitenhilfe und ein Gebrauchtwarenmarkt für Frauen aus der Arbeiterschaft eingerichtet. Marie Kroos setzte sich auch dafür ein, dass Frauen mehr politischen Einfluss erhielten. Sie leitete eine Studienkommission und befasste sich mit arbeitsrechtlichen Fragen, der Wohnungsreform und der Analyse des Jugendschutzes und der Jugendfürsorge.[1]

Das neue Bild einer Frau sollte sich wandeln zu einer selbstbewussten und selbstbestimmten Frau. Um dies zu erreichen, setzten die Frauen des Deutschen Evangelischen Frauenbundes Harburg sich für weibliche Leitungen an höheren Mädchenschulen ein. Ebenso war der Jugendschutz und die Jugendfürsorge ein Anliegen von Marie Kroos. Auch wollten sie die bedingte Zulassung von Mädchen an höheren Knabenschulen erreichen. Um sich auszutauschen, wurden andere Frauenrechtlerinnen wie Anita Augspurg und ihre Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann eingeladen.[1]

Den Deutschen Evangelischen Frauenbund Harburg führte Marie Kroos bis zum Alter von 70 Jahren. Dann legte sie den Vorsitz nieder. In der Zeit des Nationalsozialismus lebte sie zurückgezogen und mit dem Ende des Krieges hatte sie ihr Vermögen verloren. Die Villa der Familie war abgebrannt und sie lebte bei Verwandten, der Familie Thörl. Zu den großen Träumen von Marie Kroos gehörte der Wunsch, ein Damenstift zu gründen. Dies sollte sozial engagierten Frauen des Bürgertums zugutekommen. Die Frauen des Deutschen Evangelischen Frauenbundes beschlossen 1948, diesen Traum von Marie Kroos umzusetzen. Zwar gründeten sie kein Damenstift, dafür jedoch ein Altersheim. Für dieses Projekt gab Marie Kroos den Rest ihres Vermögens. Das Marie-Kroos-Stift am Ehestorfer Weg wurde am 31. März 1955 eingeweiht. Nur drei Monate später, am 11. Juni 1955 starb Marie Kroos.[1]

Ehrungen

  • Das Marie-Kroos-Stift wurde zu ihren Ehren errichtet. Heute ist es ein Altenheim und wird von der Diakonie geführt.[2]
  • Für Marie Kroos wurde in Hamburg ein Frauenort eingerichtet.[1]
  • Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof Hamburg-Harburg, aber im Garten der Frauen wird an sie erinnert.[3]

Einzelnachweise

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