Marie Oberparleiter

Schriftstellerin, Lyrikerin und Lehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Marie Oberparleiter (* 28. Januar 1876 in Kaplitz;[1]6. Dezember 1954 in Steyr) war eine Schriftstellerin und Lehrerin. Sie schrieb auch unter dem Pseudonym Marianne Ernhold.

Marie Oberparleiter

Leben

Marie Oberparleiter war eine von drei Töchtern des Lehrers, Schriftstellers und Musikers Ignaz Oberparleiter. Schon als Kind kam sie mit der Welt der Musik und der Dichtkunst in Berührung, da der Vater in Musik-, Gesangs- und Theatervereinen tätig war und literarische Werke auf epischem, dramatischem und lyrischem Gebiet verfasste.

Marie Oberparleiter besuchte die Volksschule in Kaplitz. Dann aber hieß es Abschied nehmen von den Lieben und von der Heimat, um in Wien im 7. Bezirk in die Mädchenbürgerschule in der Stiftsgasse einzutreten. Im Jahr 1892 kam sie an die Privat-Lehrerinnen-Bildungs-Anstalt in Budweis. Im Juni 1896 legte sie die Reifeprüfung an der öffentlichen Lehrerinnenbildungsanstalt in Prag ab, und schon am 1. September desselben Jahres erhielt sie die Unterlehrerinnenstelle an der Volksschule in Pflanzen bei Kaplitz. Vier Jahre wirkte sie hier, bis sie 1900 an die Volksschule in ihrer Vaterstadt, versetzt wurde.

Im selben Jahre war es auch, dass Marie Oberparleiter als Schriftstellerin in die Öffentlichkeit trat. Im Julihefte der Johann Peter her ausgegebenen Zeitschrift „Der Böhmerwald“ erschien die Erzählung „Heiderose“. Die Novellen „Schneeflocken“, „Treue“ und „Licht und Schatten“ folgten alsbald in derselben Zeitschrift. Damit war der erste Schritt auf der Bahn getan, welche die Dichterin zur heutigen Höhe führen sollte. Auch in den Zeitungen der „Moldavia“, in der „Bohemia“ und anderen Blättern kamen nun Erzählungen aus ihrer Feder zum Abdrucke.

Aber erst nach Entsagung ihres Lehrberufes im Jahre 1911 kam ihr Talent auf schriftstellerischem Gebiete zur vollen Entfaltung. So fanden in der „Wiener Frauenzeitung“ zunächst die beiden Romane „Die graue Dame von Ypsenried“ und „Die Tränen der Maria vom Raine“ Aufnahme. Ferner erschienen im Verlag Vogel in Leipzig der Roman „Golgatha“ und im Otto Uhlmann-Verlag in Siegmar-Chemnitz die Novelle „Verzeihe mir“ in Buchform.

1918 wurde Maria Oberparleiter ständige Mitarbeiterin der Familienzeitschrift „Freya“ in Heidenau bei Dresden. Von den in der Zeitschrift „Freya“ erschienenen Romanen seien angeführt: „Die Augen der Pegu“, „St. Margarethe unter den Linden“, „Die hässliche Herrin auf Rodeneck“, „Entschleierte Liebe“, „Das Sonnenhofprinzesschen“, „Frau Gittas Ehe“, „Die heilige Lüge“, „Im Zeichen des Kains“, „Das Tor der Liebe“, „Thilo Rhone und seine drei Mädels“, „Schön-Astrid“, an Erzählungen und Novellen: „Die Novize“, „Liselotte“, „Belladona“, „Leichtsinn Nr. 7“, „Ihr erstes Abenteuer“, „Daisy Ristons Wette“ und „Irrwege des Herzens“.

In anderen Verlagen erschienen als Bücher, in Zeitschriften und in Sammelbänden aus der Feder Maria Oberparleiters die Romane bzw. Erzählungen oder Novellen: „Es waren zwei Königskinder“, „Um fremde Schuld“, „Die Abenteuer der Richarda Brauns“, „Tante Sybilles Erbin“, „Sohphie Göstings Sünde“, „Bertilla Helges Weg zur Liebe“, „Du meine bittersüße Heimat“, „Susanne Löhns“, „Der Mann ohne Ich“, „Auf heiliger Schwelle“, „Rose-Marie Glaar und ihr Heiland“, „Ruth Sohrs Vergangenheit“, „Die Spinne der Lena Rieten“, „Der Margret ihre Antwort“, „Santanella“, „Hanna Klarens Perlenschnur“, „Verworrene Fäden“, „St.Thomas“, „Das Herz der Beate Lorensen“, „Das Glückslos“, „Die Sünde“, „Eine lustige Ehebruchsgeschichte“, „Grete Lindners Reiseschwarm“, „Die schlimme Liselotte“, „Der Trotzkopf“, „Sein goldig blondes Mädel“, und „Der Süße Fratz“. Aus letzter Zeit, welche hauptsächlich Lyrik „reifte“, stammen neben vielen ungedruckten Arbeiten die veröffentlichten Erzählungen „Die Sünde“, „Das Rätsel der Seele“ und „Das heilige Brünnlein“.

Da die Autorin vor allem in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichte, sind heute nur noch wenige ihrer Erzählungen allgemein zugänglich, soweit sie nicht als Buch erschienen und so der Nachwelt wenigstens über Sammlungen in Bibliotheken erhalten geblieben sind. Das gilt vor allem auch für dramatische und lyrische Versuche.

Wiederholt war die Schriftstellerin Oberparleiter Gegenstand großer Ehrungen so in Hohenfurth, Höritz, Budweis, D.-Beneschau, Prachatitz, Pilsen, Prag, wiederholt in Wien, in ihrer Heimatstadt selbst, in Steyr und Linz, wo sie der „Verband der Böhmerwäldler in Oberösterreich“ zu seinem Ehrenmitglied ernannte.

Im Alter von 70 Jahren wurde sie aus ihrer Heimat Kaplitz vertrieben. Nach längerem Aufenthalt in verschiedenen Lagern kam sie nach Steyr Oberösterreich, wo sie von Bekannten liebevoll aufgenommen wurde. Der Lebensabend der Dichterin war von Sorge und Siechtum erfüllt. Trotzdem verlor sie nicht den Lebensmut, und jede freie Stunde widmete sie ihrer Kunst, bis ihr der Tod die Feder aus der Hand nahm.

Ihr Nachlass befindet sich im Böhmerwaldmuseum in Passau.[2]

Werke

  • Golgatha, Verlag Vogel in Leipzig (1917)
  • Verzeihe mir, Otto Uhlmann-Verlag, Siegmar-Chemnitz (1918)
  • Die Augen der Pegu, Dresden-A.: Mignon-Verlag 1920
  • Sein goldig blondes Mädl, Heidenau bei Dresden: Verl. Haus Freya (1931)
  • Tante Sibylles Erbin, Heidenau: Verlagshaus Freya (1932)
  • Der süße Fratz, Heidenau: Verlagshaus Freya (1932)
  • Du meine bitter süße Heimat, Verlagsanstalt „Moldavia“ (1936)
  • Die hässliche Herrin auf Rodeneck, Romane zur Freude/Bd. 3 (1939)
  • Sophie Göstings Sünde
  • Licht und Schatten:
  • Treue:
  • Grete Lindners Reiseschwarm:
  • Das Glückslos:

Literatur

  • Oberparleitner Maria. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 2: I–O. Böhlau, Wien 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 2411 (PDF).
  • Franz Mayröcker: Oberparleitner Maria. In: Von den Stillen im Lande. Pflichtschullehrer als Dichter, Schriftsteller und Komponisten. Leinmüller, Wien 1968, S. 80.
  • Hans Giebisch, Gustav Gugitz: Oberparleiter, Maria (Ps. Marianne Ernhold). In: Bio-Bibliographisches Literatur-Lexikon Österreichs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hollinek, Wien 1963, S. 283 f.
  • Zeitschrift „Waldheimat“ 9. Jg. 1932 Nr. 5
  • Südböhmische Volkszeitung 36. Jg. Nr. 4 26.01.1936

Einzelnachweise

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