Marien-Kirche (Adolzfurt)
Kirchengebäude in Bretzfeld, Hohenlohekreis, Baden-Württemberg
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Die Marien-Kirche ist eine evangelische Pfarrkirche in Adolzfurt, einem Ortsteil der Gemeinde Bretzfeld im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Bretzfeld im Kirchenbezirk Weinsberg-Neuenstadt der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Baugeschichte
Die Saalkirche wurde 1618–21 nach Plänen von Heinrich Schickhardt unter der Leitung des Baumeisters und Neuensteiner Burgvogts Georg Kern erbaut. Sie besteht aus einem Langhaus und einem eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor im Osten.[1] Der Chorflankenturm an der Südwand des Chors beherbergt in seinem obersten Geschoss die Turmuhr und den Glockenstuhl und ist mit einem achtseitigen Knickhelm bedeckt. Da die Kirche 1945 beschädigt wurde, musste die Kirchenausstattung ergänzt werden.
Ausstattung
Der Innenraum ist an drei Seiten mit Emporen ausgestattet, diejenige gegenüber der Kanzel als ehemals Patronats- oder Herrschaftsempore. Ihre Stützen sind im Renaissancestil gestaltet, die Brüstungen wurden von Johann Jakob Schillinger bemalt. Entlang der Chorwand im Drei-Achtel-Chorschluss enthält das Chorgestühl auf der Rückentäfelung als Übermalung aus dem Jahre 1820 eine seltene Landschaftsmalerei. Der Altar von 1684 trägt als Aufsatz eine Kreuzigungsgruppe. Obwohl „nur“ Sägearbeit, entfaltet sie eine plastische Wirkung. Die bauzeitlich nüchterne Kanzel wurde erst 1753 im Zusammenhang mit der Anbringung des Schalldeckels und seiner geschnitzten Bekrönung bemalt. In das Gehäuse der 1774 von Johann Adam Ehrlich gebauten Orgel wurde 1972 eine neue Orgel eingebaut.
Glasgemälde
Der Stuttgarter Künstler Wolf-Dieter Kohler schuf 1967 in der Stuttgarter Werkstatt Gaiser drei Chorfenster. Sie zeigen oben in den Spitzbögen (von links nach rechts) Symbole der Dreieinigkeit, entsprechend dem Glaubensbekenntnis: die Schöpferhand, für Christus das Opfersymbol Pelikan, und für den Hl. Geist das himmlische Jerusalem. Die Motivflächen der Fenster zeigen (jeweils von unten nach oben) links: Verkündigung an Maria, Geburt, Darstellung Jesu im Tempel; Mitte: Abendmahl, Gethsemane, Kreuzigung mit Hauptmann-Bekenntnis; rechts: Auferstehung, Emmaus, Begegnung des Auferstandenen mit Jüngern und Thomas.
Literatur
- Julius Baum: Die Kirchen des Baumeisters Heinrich Schickhardt. Dissertation Tübingen 1905, S. 38–40.
- Adolf Schahl: Heinrich Schickhardt – Architekt und Ingenieur. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte. Hrsg. von der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg und dem Württembergischen Geschichts- und Altertumsverein Stuttgart. Stuttgart 1959, S. 15–85 [30].
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München 1993, S. 5.
- Robert Kretzschmar: Heinrich Schickhardt in Hohenlohe. In: Württembergisch-Franken – Jahrbuch Bd. 86/2002, Schwäbisch Hall 2002, S. 227–247.