Marienschlucht
Schlucht im Landkreis Konstanz, Baden-Württemberg
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Die Marienschlucht liegt in der Gemarkung Langenrain, einem Ortsteil der Gemeinde Allensbach im Landkreis Konstanz, zwischen den Orten Bodman und Wallhausen auf der Halbinsel Bodanrück direkt am Überlinger See genannten Teil des Bodensees. Ab 1897 wurde die Schlucht durch die Eigentümer, die Grafen von und zu Bodman, für den Tourismus erschlossen.


Geographie

Der Bodanrück entstand gegen Ende der letzten Eiszeit, als die Eismassen im Voralpenland schmolzen. Daraufhin verfestigte sich die Molasse aus Salzwasser. Im Sediment entstanden in den folgenden Jahrtausenden Bäche und Schluchten.[1][2]
Das Steilufer fällt stellenweise fast senkrecht mehr als zweihundert Meter in die Tiefe. Die teilweise nur etwa einen Meter breite und 100 m tiefe Felsschlucht befindet sich unterhalb der Ruine Kargegg.
Wind, Regen, Frost und Wasser greifen den weichen Sandstein an und führen regelmäßig zu Erdrutschen. Diese Ereignisse haben zugenommen und nehmen wegen der globalen Erwärmung weiter zu.
Die Wege zur Schlucht sowie der Panoramasteg sind ausschließlich zu Fuß begehbar. Die Wanderwege ab Bodman, Langenrain oder Wallhausen sind unbefestigte Naturpfade, für die festes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich sind.[3]
Geschichte
Anlass für die touristische Erschließung und die Namensgebung war die Verlobung von Maria Gräfin von Walderdorff (1871–1958) mit Othmar (1868–1930), dem Sohn von Johann Franz Freiherr von Bodman im Jahr 1897.
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde am Landesteg eine Wirtschaft betrieben, bis zur Sperrung 2015 war dort noch ein Kiosk zu finden.
Nach einem Erdrutsch infolge eines Starkregens am Gründonnerstag 2005 war die Schlucht nicht mehr passierbar. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau führte Maßnahmen durch, um die Schluchtwände dauerhaft zu stabilisieren. Nach den erforderlichen Hangsicherungs- und Reparaturarbeiten war die Schlucht ab dem 10. Mai 2008 wieder begehbar.
Am Abend des 6. Mai 2015 kam es in Folge tagelanger starker Regenfälle auf rund 10 bis 15 Metern Breite und 45 Metern Länge erneut zu einem Hangrutsch: 100 Tonnen Erde, Gestein und Bäume stürzten auf den gesicherten Steg, der dabei auf einer Länge von 50 Metern zertrümmert wurde. Dabei wurden eine Frau und ein Mann verschüttet. Die Frau starb in dem Gemenge aus Gestein, Holz und Stegtrümmern, das noch ein Stück die Schlucht hinunterrutschte. Der Mann konnte sich aus eigener Kraft befreien. Erst am 26. März des Jahres hatten Sachverständige des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau die Schlucht und die Hänge untersucht.
Danach blieb die Schlucht aus Sicherheitsgründen elf Jahre gesperrt. Zeitweise war sogar unklar, ob sie jemals wieder geöffnet werden kann.
Bis zur Schließung im Jahr 2015 besuchten jährlich bis zu 150.000 Besucher die Schlucht.[4]
Nachdem rund vier Millionen Euro investiert wurden, ist die Marienschlucht seit dem 28. März 2026 wieder für die Öffentlichkeit zugängig.[5]