Marina Ricolfi Doria
Schweizer Wasserskifahrerin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Marina Ricolfi Doria (* 12. Februar 1935 in Genf, Schweiz) ist eine ehemalige Wasserskifahrerin. 1955 und 1957 erlangte sie vier Weltmeistertitel in verschiedenen Disziplinen.[1] Ihr Ehemann war letzter Kronprinz von Italien und langjähriges Oberhaupt des vormaligen Königshauses von Italien, des Hauses Savoyen.[2]

Leben
Beziehungen und Ehe
Marina Ricolfi Doria war Anfang der 1960er-Jahre in einer Liaison mit Gunter Sachs. Danach war sie mit Vittorio Emanuele di Savoia, dem früheren italienischen Kronprinzen, liiert. Am 15. Dezember 1969 proklamierte dieser sich selbst zu König Vittorio Emanuele IV., entmachtete seinen Vater, Italiens Ex-König Umberto II., als Oberhaupt des Hauses Savoyen und verlieh seiner Braut Ricolfi Doria den Titel Herzogin von Sant’Anna di Valdieri.[3] Am 7. Oktober 1971 heiratete sie, nach einer am 11. Januar 1970 vorangegangenen standesamtlichen Trauung in Las Vegas, Vittorio Emanuele kirchlich in Teheran.[4] 1972 wurde ihr gemeinsamer Sohn Emanuele Filiberto di Savoia geboren.[5]

Ihr Schwiegervater Umberto di Savoia war mit der Heirat nicht einverstanden, da die Ehe nach dem Prinzip der Ebenbürtigkeit nicht dem Hausgesetz des Hauses Savoyen entsprach. Drei Jahre nach der Hochzeit stand er ihr jedoch hausintern den Titel einer Prinzessin von Neapel zu. Dem einzigen Enkel aus der Ehe gewährte er 1972 den hausinternen Titel Fürst von Venetien. Nachdem ihr Ehemann Viktor Emanuel 1983 nach dem Tod seines Vaters Oberhaupt des Hauses Savoyen geworden war, bestimmte er, dass sie den Titel Prinzessin von Savoyen tragen solle.[2] Am 30. Januar 1984 erkannte ihr Ehemann als Chef des Hauses den Titel Herzogin von Savoyen, Fürstin von Neapel intern zu. Daneben ist sie Justizgroßkreuzdame des Konstantinordens von St. Georg.[4]
Herkunft
Sie ist die Tochter des Schweizer Bankiers[6] und Großindustriellen[7] (Keksfabrikanten) sowie früheren Profisportlers René Ricolfi-Doria (1901–1970) und der Amalia, geb. Benvenuti (1905–2004). Die Familie Ricolfi stammt ursprünglich aus Novi Ligure im Piemont und kam mit dem Großvater ihres Vaters (ihrem Urgroßvater) gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Genf: Am 21. Dezember 1878 wurde der Marquis Francois Adrien Ricolfi Doria (auch: Marquis Adriano Francesco Ricolfi Doria Claparède[8]; 1841–1902) Generalkonsul der Republik San Marino für die Schweiz, in Genf residierend.[9][10][11][12] Er heiratete am 27. Juni 1872 in Novi (Piemont) Eveline de Claparède (1840–1910), eine Schwester des Diplomaten Alfred de Claparède (1842–1922).[13] Dessen Vater, ihr Ur-Urgroßvater, war Marchese Giuseppe Ricolfi Doria (1803–1875).[14] Die Ehefrau ihres Ur-Urgroßvaters war ab 1824 die Marchesa Luigia (Luisa) Ricolfi Doria, geborene Lazotti (1804–1844). Sie lebte 1841 in Genua.[15] Der Stammvater der Linie Ricolfi Doria war der Abt Giovanni Ricolfi, der in der Französischen Revolution den Gelübden entsagte und Geronima Angiola Maria Doria, Tochter des Francesco Agostino Doria aus einem jüngeren Zweig der berühmten Genueser Patrizierfamilie Doria, geheiratet hatte.
Literatur
- Gunter Sachs: Mein Leben. Piper Verlag, München, 2005, ISBN 978-3-492-04486-8