Marina Rudyak
deutsche Autorin sowie Sinologin an der Universität Heidelberg
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Marina Rudyak (* 1981)[1] ist eine deutsche Autorin sowie Sinologin an der Universität Heidelberg, die zu Chinas internationaler Entwicklungszusammenarbeit, seiner globalen Rolle und zu außenpolitischen Narrativen der Volksrepublik China arbeitet.[2] Sie tritt als Autorin und Kommentatorin in der deutschen Debatte zur Volksrepublik China hervor.[3][4]
Leben
Rudyak wurde in der Sowjetunion geboren und lebte viele Jahre in China.[4] Sie studierte moderne und klassische Sinologie sowie öffentliches Recht in Heidelberg und Shanghai und schloss 2009 mit einer Magisterarbeit über Chinas Energiesicherheitspolitik in Zentralasien ab.[2] Von 2009 bis 2013 war sie für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Peking tätig und betreute dort ein Programm zur regionalen wirtschaftlichen Kooperation und Integration zwischen China und dem übrigen Asien.[2] Im Jahr 2014 kehrte sie an die Universität Heidelberg zurück, brachte dort ihre Praxiserfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit in die sinologische Forschung ein und wurde 2020 mit der Dissertation Die Rolle des Gebers: Nationales Rollenverständnis, Reformdynamik und Lernprozesse im chinesischen Entwicklungshilfesystem unter der Betreuung von Barbara Mittler und Emma Mawdsley promoviert.[2][5] Von 2022 bis 2024 hatte sie Vertretungsprofessuren in Frankfurt am Main, Göttingen und Heidelberg inne.[2]
Wirken
Rudyaks Forschungsschwerpunkte liegen auf der globalen Rolle Chinas, chinesischer Entwicklungshilfe und internationaler Zusammenarbeit mit dem Globalen Süden, insbesondere in Afrika und Zentralasien, außerdem auf den Chinesisch-russischen Beziehungen, der Ideologie der KPCh und dem Wettbewerb um internationale Diskursmacht.[2][6] Seit April 2024 leitet sie das Forschungsprojekt Aufdeckung und Bekämpfung von Informationsunterdrückung aus transnationaler Perspektive.[2] Sie ist Mitbegründerin von Decoding China, einem Projekt zur Analyse der offiziellen chinesischen Diskurse, und wurde 2025 in das Herausgeberteam der Zeitschrift Pluriversal International Relations berufen.[2] Überdies beteiligt sie sich an öffentlichen Debatten über Chinas internationale Rolle, berät Regierungsstellen und Nichtregierungsorganisationen und ist regelmäßig in den Medien vertreten.[2][3] In ihren deutsch- und chinesischsprachigen Beiträgen wirbt sie für ein besseres Verständnis der chinesischen Führung und deren Weltbild und plädiert für mehr strategische Empathie und Chinakompetenz in Europa.[4][7]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Dialog mit dem Drachen. Wie uns strategische Empathie gegenüber China stärken kann. Frankfurt am Main: Campus, 2025, ISBN 978-3-593-52010-0.
- Maximilian Mayer, Emilian Kavalski, Marina Rudyak und Xin Zhang (Hrsg.): Routledge Handbook on Global China. Routledge, 2025, ISBN 978-0-367-49131-4.
- China’s International Development Cooperation. History, Development Finance Apparatus, and Case Studies from Africa. Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2023, ISBN 978-3-98628-347-6.